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Paischer startet mit zwei Siegen

Mit der Erinnerung an WM-Bronze 2007 ebendort und zwei Siegen hat Ludwig Paischer (bis 60 kg) am Montag aus österreichischer Sicht die Judo-WM in Rio de Janeiro eröffnet.

Unabhängig von seinem Abschneiden wird der 31-Jährige seine Karriere bis Olympia 2016 fortsetzen. In Rio startete er mit zwei Ippon-Siegen gegen den Libanesen Damien Ziade und Neuso Sigauque aus Mosambik.

Filzmoser hat viel vor

Ob auch Sabrina Filzmoser (bis 57 kg) 2016 noch dabei ist, lässt sie offen. Doch Platz drei beim Turnier in Moskau nach ihrem Armbruch bei der EM hat auf sie aber „total befreiend“ gewirkt.

Nach dem Dämpfer bei Olympia (Platz sieben) haderte Filzmoser lange mit sich. Der am 25. April im EM-Finale von Budapest erlittene Trümmerbruch im rechten Oberarm stellte eine neue Herausforderung für die Vizeeuropameisterin dar. Die Oberösterreicherin kämpfte sich durch die Rehabilitation, begann wieder mit dem spezifischen Training und reiste nach Moskau. „Das war total emotional, weil ich wirklich nicht wusste, wo ich genau stehe. Ich hatte damals noch keine vier Wochen auf der Matte trainiert“, erzählte Filzmoser. Nach dem Ergebnis war ihr klar: „Rio geht sich aus, hundert Prozent.“

WM als heilsame Motivation

Dass die WM in Rio „etwas Besonderes“ werden wird, sei ihr schon wenige Wochen nach London „völlig klar und einleuchtend“ gewesen. „Es gab mir über die Monate irrsinnige Motivation. Diese konnte auch die doch etwas gröbere Verletzung im EM-Finale nicht schmälern. Dass ich nun fit hier sein darf und kann, gibt mir wahnsinnig viel Energie“, berichtete die 33-Jährige. „Wenn irgendetwas in der Reha und beim Aufbau schiefgegangen wäre und ich nicht vollstes Vertrauen in meinen ‚Titanärmel‘ hätte, wäre ich nicht hergekommen. Ich weiß, dass ich meine Ansprüche extrem hochgeschraubt habe, aber das wollte ich.“

Die verletzte Judoka Sabrina Filzmoser mit einem Betreuer

GEPA/Csaba Doemoetoer

Nach dem Trümmerbruch im Oberarm drohte Ende April das Karriereende

Auf den Wettkampf im neben dem Maracana-Stadion liegenden Maracanazinho freut sich Filzmoser sehr. „Wir haben hier auch schon Grand Slam gekämpft, und es war wunderbar. Kreisrund, eine Höllenstimmung, gratis Eintritt, die Karten musste man sich vorher reservieren.“ Nach stressfreiem Flug versuchte das ÖJV-Team den Jetlag möglichst rasch loszuwerden, Physiotherapeut Othmar Haag half, die Müdigkeit aus den Knochen zu kneten. In den letzten Trainings unter Marko Spittka liegt das Hauptaugenmerk auf Schnelligkeit, Spritzigkeit und Gewichtmachen.

„Ich werde viel lesen, zum Strand schauen und gemütlich spazieren, um die vielen positiven Emotionen rechtzeitig abrufen zu können“, sagte Filzmoser, die bei Weltmeisterschaften bisher Bronze in Tokio 2010 und Kairo 2005 gewonnen hat.

Judo in Brasilien beliebt

In Brasilien ist Judo eine sehr beliebte Sportart, zahlreiche Clubs bieten beste Trainingsmöglichkeiten an, der ÖJV war schon öfters zu Gast. Da gibt es zum Beispiel das „Bodyplanet Institut“ direkt angrenzend an den aus einem Armenviertel (Favela) entstandenen Stadtteil Rocinha. „Dort stammt auch die Vizeweltmeisterin Rafaela Silva aus meiner Gewichtsklasse her. Es ist ein echtes soziales Vorzeigeprojekt und wird vom Staat kräftig unterstützt“, erzählte Filzmoser.

Und dort fühlt sie sich auch sicher. „Du ziehst dir den Judogi an, und alle sind sofort deine Freunde, jeder behandelt den anderen mit größtem Respekt und jeder weiß hier, warum du da bist. Nämlich weil du Teil der österreichischen Nationalmannschaft bist und bei der WM starten darfst.“ Genau das sei das Ziel der vielen Talente, die dort in den verschiedenen Sportarten trainieren. „Sie haben Vorbilder wie Flavio Canto, den Initiator des Sozialprojekts, oder Rafaela Silva. Deswegen wollen sie ebenfalls raus aus der Favela und streben nach Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.“

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