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18. Saisonsieg für Norwegen

Marcel Hirscher hat den nächsten Schritt in Richtung fünfter Sieg im Gesamtweltcup in Serie geschafft. Der Salzburger belegte im Super-G von Hinterstoder den dritten Platz und baute damit seinen Vorsprung auf den Norweger Henrik Kristoffersen weiter aus. Norwegen durfte sich aber mit dem nächsten Tagessieg trösten. Aleksander Aamodt Kilde raste zum zweiten Mal mit Bestzeit durchs Ziel.

Kilde blieb in 1:29,89 Minuten als einziger Läufer unter 1:30 Minuten und feierte mit 0:24 Sekunden Vorsprung auf den Slowenen Bostjan Kline nach der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen seinen zweiten Weltcup-Sieg. Auch in Garmisch hatte sich Kline hinter Kilde mit Platz zwei begnügen müssen. Hirscher fehlten am Ende 0,35 Sekunden auf die Bestzeit.

Kilde fährt allen davon

Zum zweiten Mal in dieser Saison war der Norweger in einem Speed-Rennen nicht zu schlagen.

Vincent Kriechmayr belegte mit 0,49 Sekunden Rückstand auf Kilde den vierten Rang, Patrick Schweiger schaffte es als Siebenter (+ 1,00 Sek.) ebenfalls in die Top Ten. Für den Salzburger war es das bisher beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere. Im Super-G von Gröden hatte Schweiger als Achter abgeschwungen.

„Sehr, sehr glücklich“

Für Norwegen war Kildes Erfolg der bereits 18. Sieg bei Damen und Herren in dieser Saison. „Die Saison ist unglaublich. Ich bin sehr, sehr glücklich“, sagte Kilde, der nun auch auf die kleine Kristallkugel losgeht: „Der Super-G-Weltcup muss ein Thema sein.“ Der 23-Jährige überholte mit seinem Sieg in Hinterstoder den Amerikaner Andrew Weibrecht und hat mit zwei ausstehenden Rennen nur noch seinen verletzten Landsmann Aksel Lund Svindal vor sich.

Herren-Super-G, Hinterstoder

  • 1. Alexander Aamodt Kilde (NOR)
  • 2. Bostjan Kline (SLO)
  • 3. Marcel Hirscher (AUT)

„Ich habe mich schon bei der Besichtigung gut gefühlt, habe Selbstvertrauen gehabt. Heute hat einfach alles gepasst“, sagte der 23-Jährige. „Gewinnen ist nicht einfach. Ich muss einfach hart weiterarbeiten auf diesem Weg, dann werde ich noch öfter ganz oben stehen“, so Kilde, dem im Super-G-Weltcup nur noch 25 Punkte auf Svindal fehlen.

Hirscher nutzt Chance

Hirscher zeigte hingegen einmal mehr seine Fortschritte im Super-G. Vor allem im eisigen und kurvenreichen Mittelteil erwischte der Salzburger die Linie optimal und lag bei der letzten Zwischenzeit sogar noch auf Bestzeitkurs. Im Kampf liegt der 26-Jährige nun 263 Punkte vor dem Norweger Kristoffersen, der allerdings auf einen Start in Hinterstoder verzichtet hatte.

„Top 15 wäre mein persönliches Ziel gewesen, jetzt ist es Top Drei geworden. Das ist in dieser Saison definitiv eine der größten Überraschungen für mich“, sagte Hirscher, dem der obere Teil nicht ideal gelang. „Ich habe mich erst gewöhnen müssen. Das letzte Mal war in Südkorea, wie ich die Ski angehabt habe. Das fühlt sich halt dann immer sehr fremd an.“ Die extrem schnelle Kurssetzung, die er befürchtet hatte, war es letztlich nicht. „Es schaut bei der Besichtigung immer so aus, als ob das alles komplette Vollidioten wären, aber dann geht es eigentlich eh zum Fahren.“

Hirscher erwischt die Linie

Der Salzburger zeigte im technisch schwierigen Mittelteil seine Klasse und schaffte es nach seinem Sieg in Beaver Creek erneut auf das Podest.

In Sachen Gesamtweltcup wollte Hirscher den Ball weiter flachhalten. „Ich glaube, dass die Chancen sehr gut sind. Aber ich werde mich jetzt nicht zurücklehnen und das gemütlich angehen.“ „Bis nicht alles fix ist, lassen wir die Sektkorken nicht knallen“, versprach auch sein Trainer Michael Pircher. Die Super-G-Kristallkugel sei für Hirscher kein realistisches Ziel. „Es freut mich voll, dass ich da theoretisch Chancen hätte. Nach Kvitfjell werde ich wahrscheinlich trotzdem nicht fahren. Aber fix ist nichts.“

Kriechmayr hadert mit Fehlern

Kriechmayr haderte trotz des vierten Platzes nach dem Rennen mit seiner Vorstellung. „Ich bin mit der Platzierung zufrieden, aber nicht mit meiner Fahrt. Es wäre schon mehr drinnen gewesen. Aber man muss es eh nehmen, wie es kommt“, sagte der Oberösterreicher, der bei seinem Heimrennen als einer der Favoriten gestartet war. Am Ende fehlten Kriechmayr 14 Hundertstelsekunden auf das Podest.

„Ich habe das Rennen leider auf den ersten 20 Sekunden hergeschenkt. Ein Flüchtigkeitsfehler und ein Linienfehler. Ich habe zu viel ausgeholt und dann Stress bekommen“, sagte Kriechmayr und zollte Hirscher Respekt. Der Salzburger sei im Moment eben der beste Super-G-Fahrer im österreichischen Team, diagnostizierte der Mühlvierter. „Dass er da herunter schnell sein wird, war aber kein Geheimnis. Für mich war er sogar Topfavorit. Hoffentlich fährt er in Kvitfjell nicht“, meinte er mit einem Schmunzeln.

Von den übrigen Österreichern stach der seit dem Chamonix-Training am Daumen lädierte Schweiger auf Platz sieben hervor. „Für mich kommt das nicht unerwartet. Im Super-G war ich vor Korea eigentlich immer gut dabei. Die Nummer (Startnummer 4, Anm.) hat heute natürlich auch gepasst“, sagte der Salzburger. Hannes Reichelt musste sich mit Rang 16 begnügen, Romed Baumann landete auf Rang 23. Auch Johannes Kröll und Christian Walder als ex aequo 29. fuhren in die Punkteränge. Othmar Striedinger schied aus.

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