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Bilanz spricht für ÖFB-Team

Geht es nur nach der Statistik in den bisherigen Duellen, dann darf Österreich im WM-Qualifikationsspiel am Donnerstag gegen Wales (20.45 Uhr, live in ORF eins) drei Punkte einplanen. Denn die Bilanz spricht klar für Rot-Weiß-Rot. Allerdings ist die aktuelle walisische Mannschaft ein anderes Kaliber als ihre Vorgänger. Denn die aktuellen Vorzeichen sprechen eher für die „roten Drachen“.

Zum insgesamt neunten Mal stehen einander im Ernst-Happel-Stadion Nationalteams aus Österreich und Wales gegenüber. Die bisherigen acht Kräftemessen, erstmals spielte man freundschaftlich am 9. Mai 1954 in Wien gegeneinander, brachten aus rot-weiß-roter Sicht fünf Siege, ein Remis und zwei Niederlagen. Auch das Torverhältnis spricht mit 11:6 klar für Österreich.

In einer WM-Qualifikation treffen die beiden Verbände erst zum zweiten Mal aufeinander. In der Quali für die WM 2006 behielt die damals von Hans Krankl betreute ÖFB-Auswahl zweimal die Oberhand. In Cardiff setzten sich die Österreicher dank der Treffer von Ivica Vastic und Martin Stranzl souverän mit 2:0 durch. Im Rückspiel in Wien musste sich die Mannschaft allerdings bei Rene Aufhauser und einem Patzer des walisischen Schlussmanns bedanken, um als 1:0-Sieger vom Platz zu gehen.

Wales in historischer Hochphase

Seitdem ist aber viel Wasser die Donau hinabgeflossen und auf den walisischen Wiesen viel Gras gewachsen. Das bisher letzte Duell mit Österreich vor drei Jahren auf freundschaftlicher Basis in Swansea ging mit 2:1 an die Gastgeber. Danach wurde Wales sogar noch stärker und befindet sich aktuell in einer historischen Hochphase. Bei der ersten Teilnahme an einer EM erreichten Gareth Bale und Co. heuer das Semifinale, in der Weltrangliste rangieren die Waliser auf Platz zehn. Österreich liegt 16 Plätze dahinter.

Szene aus dem Match Wales gegen Österreich

GEPA/Walter Luger

Beim bisher letzten Duell zogen Marc Janko (r.) und Co. den Kürzeren

Zum Auftakt der WM-Qualifikation ließen die Waliser daheim gegen Moldawien mit 4:0 nichts anbrennen. Gegen den gleichen Gegner hatte sich die ÖFB-Auswahl in der vergangenen EM-Quali in beiden Spielen schwergetan und mit Mühe 2:1 bzw. 1:0 gewonnen. Nicht umsonst schob Österreichs Torjäger Marc Janko Wales die Rolle des „haushohen Favoriten“ in der Partie am Donnerstag zu.

Bale und Teamgeist als Erfolgsrezept

Das walisische Erfolgsrezept hat zwei wichtige Zutaten: Superstar Bale und die trotzdem vorhandene mannschaftliche Geschlossenheit. Mit dem Aufstieg Bales zum Weltklassekicker, der Real Madrid fast 100 Mio. Euro Ablöse wert war, wandelte sich auch das walisische Nationalteam vom Mauerblümchen zum Topteam. Rund um Bale agieren mittlerweile auch andere Klassespieler. Dazu zählen zum Beispiel der gegen Österreich wegen einer Muskelverletzung fehlende Arsenal-Mittelfeldspieler Aaron Ramsey, Stoke Citys Joe Allen und Everton-Abwehrchef Ashley Williams.

Dank dieser mannschaftlichen Geschlossenheit glückte bei der erstmaligen EM-Teilnahme gleich der Vorstoß ins Semifinale. In der Gruppenphase gab es Siege über die Slowakei und Russland sowie eine Niederlage gegen England, danach folgten Triumphe über Nordirland und Belgien, ehe in der Vorschlussrunde gegen den späteren Europameister Portugal mit 0:2 Endstation war. Damit gelang der Truppe von Teamchef Chris Coleman der größte britische Erfolg bei einem wichtigen Turnier seit Englands EM-Semifinal-Teilnahme 1996.

Eine Teilnahme an der WM 2018 in Russland wäre erst die zweite in der langen Geschichte des bereits 1876 gegründeten walisischen Verbandes. Bei der WM 1958 reichte es in Schweden immerhin zum Einzug ins Viertelfinale. Dort verlor man gegen den späteren Weltmeister Brasilien 0:1, der damals 17-jährige Pele erzielte dabei sein erstes WM-Tor für die „Selecao“. Danach war die Geschichte der „Red Dragons“ meist von Enttäuschungen geprägt. Daran änderten auch Einzelkönner wie John Toshack, Ian Rush, Mark Hughes und Ryan Giggs nichts. Doch das ist Schnee von gestern - genauso wie die Bilanz gegen Österreich.

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