Themenüberblick

„Es gibt keine Garantien“

Das FIFA-Council hat am Dienstag die umstrittene Aufstockung der WM-Teilnehmerzahl beschlossen. Ab dem Turnier 2026 werden erstmals 48 statt der bisher 32 Mannschaften um den Titel spielen, entschied der Rat des Fußballweltverbandes. Die Entscheidung sei „einstimmig“ gefallen. Offen ist allerdings, wie die Startplätze für die einzelnen Kontinentalverbände aufgeteilt werden.

Die Verteilung der Startplätze wird also das bestimmende Streitthema der kommenden Wochen werden. DFB-Chef Reinhard Grindel hatte schon vor der Council-Sitzung die UEFA-Mitglieder aufgefordert, gemeinsam für möglichst viele WM-Starter aus Europa zu kämpfen.

Neuer WM-Modus: Reaktionen sind gemischt

Am Dienstag wurde beschlossen, dass ab 2026 48 statt bisher 32 Teams um den WM-Pokal kämpfen. Diese Entscheidung sorgt rund um den Globus für Gesprächsstoff.

„Bei den offenen Fragen, beispielsweise der Zahl der Startplätze für die einzelnen Kontinentalverbände, müssen wir nun in der UEFA zusammenfinden und eine gute, gemeinsame Lösung entwickeln“, sagte er nach dem Beschluss. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte besonders Afrika und Asien mehr WM-Teilnehmer versprochen. Nun sagte der Schweizer: „Es gibt keine Garantien. Sicher ist nur, dass alle mehr bekommen, manche viel mehr, manche ein bisschen mehr.“

Bisherige Verteilung der WM-Startplätze

Konföderation Teilnehmer In % zur Mitgliedszahl
Afrika 5 9,3
Asien 4/5 8,7/10,9
Europa 13 23,6
Nord-/Mittelamerika 3/4 8,6/11,4
Ozeanien 0/1 0/9,1
Südamerika 4/5 40/50

„UEFA darf sich nicht abspeisen lassen“

ÖFB-Präsident Leo Windtner meinte zu diesem Thema gegenüber der APA: „Für Europa wären vier zusätzliche Plätze angebracht, es darf niemals unter drei gehen.“ Derzeit gibt es für UEFA-Mitglieder 13 WM-Tickets. „Die UEFA darf sich nicht abspeisen lassen, sie ist die sportlich und wirtschaftlich stärkste Konföderation der Welt, daher muss es hier eine entsprechende Aufstockung geben“, forderte der Oberösterreicher. Klarheit könnte es in dieser Sache nach dem Treffen des FIFA-Councils am 9. Mai in Bahrain geben.

ÖFB-Präsident Leo Windtner

APA/Robert Jäger

ÖFB-Chef Windtner fordert drei bis vier Startplätze mehr für Europa

Generell sieht der im Moment beim M6-Treffen in Warschau weilende ÖFB-Boss die Vergrößerung positiv. „Das ist eine sportpolitische Entscheidung, die auch mit der Entwicklung der FIFA zusammenhängt. Es gibt 211 Mitglieder, und es ist der Wunsch kleinerer Nationen, eine größere Chance zu haben, bei diesem Topevent dabei zu sein.“

Kontroversielle Standpunkte

Für die in großen Fußballländern wie Deutschland, England oder Spanien herrschende Skepsis hat Windtner Verständnis. „Zur sportlichen Wertigkeit gibt es kontroversielle Standpunkte, aber insgesamt bewerte ich es als durchaus positiv, weil der Fußball durch die Aufstockung eine größere Breite erfahren kann“, erklärte der 66-Jährige.

Auch gewisse Bedenken über den noch weitgehend unklaren Modus kann Windtner nachvollziehen. „Man wird hier Erfahrungswerte sammeln müssen, das ist ein gewisses Experiment. Doch ein gewisses Maß an Innovation schadet dem Fußball nicht“, betonte der ÖFB-Chef.

Link: