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Zweikampf um Nummer eins

Novak Djokovic hat am Wochenende beim Finale in Doha mit einem 6:3 5:7 6:4-Finalsieg gegen Andy Murray eine Kampfansage an den in der Weltrangliste führenden Schotten geschickt. Nach seinem leichten Durchhänger in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres präsentierte sich der Serbe wieder in alter Form und bereit zur Rückkehr auf den Tennisthron.

Halten die beiden Ausnahmekönner auch nur annähernd jenes Niveau, das sie im Endspiel von Doha an den Tag gelegt haben, so dürfen sich Fans 2017 auf einige Leckerbissen und einen spannenden Kampf um die Nummer eins gefasst machen. „Wir hatten beide das Gefühl, wenn jedes Match, das wir in dieser Saison spielen werden, so ist, wie dieses, werden wir eine tolle Zeit haben“, kündigte Djokovic an, der Murrays Siegesserie von 28 Erfolgen en suite jäh beendete.

Andy Murray

APA/AP/Alexandra Panagiotidou

Murray hatte gegen den wiedererstarkten Djokovic in Doha das Nachsehen

„Traumstart“ vor Australian Open

„Ein Traumstart“, sagte der Weltranglistenzweite und Titelverteidiger von Doha. „Das ist das beste Szenario, das ich mir zum Saisonstart wünschen konnte. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres habe ich mich auf dem Platz nicht gut gefühlt und nicht sehr konstant gespielt. Aber dieses Jahr mit einem Sieg über den Weltranglistenersten und meinen größten Rivalen zu beginnen, ist ein Traumstart.“

Der psychologische Effekt für den zwölffachen Grand-Slam-Sieger dürfte vor den Australian Open groß sein. Seine Matches in Katar riefen Erinnerungen wach an seine dominanten Monate aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahres, bevor ihm Murray die Spitzenposition entriss. Djokovic unterstrich, dass er nach seinem mentalen Tief wieder ambitionierter und motivierter antritt.

„Schlechte Nachrichten für den Rest“, fasste Djokovics Ex-Trainer Boris Becker die Leistung seines ehemaligen Schützlings zusammen. Dieser hatte in einer mitreißenden Partie knapp drei Stunden mit Murray gerungen, dabei im zweiten Satz drei Matchbälle vergeben und dennoch in der Entscheidung mit seinem vierten Matchball Murrays Siegesserie gestoppt. Es war auch eine Revanche für die bittere Niederlage bei den ATP-Finals im November in London.

Murray trotz Niederlage positiv

Murray, der auf dem Weg ins Finale auch Gerald Melzer niedergerungen hat, war nach der Niederlage nur kurz geknickt. „Natürlich bin ich enttäuscht, nicht gewonnen zu haben“, sagte der Schotte. „Aber ich habe die letzten Matches ziemlich gut gespielt. Körperlich war es ein guter Test zu Jahresbeginn.“

Der zweifache Doha-Sieger hat die Gründe für die Niederlage schon ausgemacht: „Es gibt Dinge, die ich besser machen kann.“ Für den ersten Höhepunkt des Jahres, die am Montag beginnenden Australian Open in Melbourne, zeigt sich der 29-Jährige jedenfalls gerüstet: „Mein Körper fühlt sich okay an, das ist positiv.“ Murray hat die Australian Open noch nie gewonnen, in der Weltrangliste hat er noch 780 Punkte Vorsprung auf Melbourne-Titelverteidiger Djokovic. Das nächste Traumfinale ist programmiert.

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