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Eder als bester Österreicher Zwölfter

Lowell Bailey hat bei der Weltmeisterschaft in Hochfilzen am Donnerstag für eine Sensation gesorgt. Der 35-jährige Amerikaner setzte sich im Einzel-Bewerb über 20 km nach fehlerfreier Schießleistung die Krone auf und holte die erste Goldmedaille im Biathlon für die USA. Silber ging an den ebenfalls fehlerfreien Tschechen Ondrej Moravec, dem großen Favoriten Martin Fourcade blieb diesmal nur Bronze.

Bailey, der einen zweiten Platz im Sprint im finnischen Kontiolahti 2014 als beste Weltcup-Platzierung zu Buche stehen hat, behielt in einem spannenden Finish um 3,3 Sek. gegenüber Moravec die Nase vorn. Fourcade, der den Einzel-Bewerb bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften und auch 2014 bei Olympia in Sotschi gewonnen hatte, leistete sich diesmal zwei Fehler am Schießstand und belegte 21,2 Sek. hinter dem Weltmeister Rang drei.

„Das ist unglaublich“

„Ich bin sprachlos, es ist ein Traum. Ich warte noch auf jemanden, der mich aufweckt. Das ist unglaublich“, sagte der strahlende Sieger, der mit Nummer 100 ins Rennen gegangen war. Im Sprint (4.) und in der Verfolgung (6.) war der 35-Jährige aufgrund eines zu großen Zeitverlustes in der Schlussrunde noch knapp an den Medaillenrängen vorbeigelaufen. Dabei hatte der 35-Jährige vor dieser Saison seine Karriere beenden wollen.

Jubel

APA/Barbara Gindl

Bailey brachte am Ende seinen knappen Vorsprung auf Moravec ins Ziel

Diesmal gab er den Erfolg vor den Augen seiner Frau und seiner kleinen Tochter im Fernduell mit dem im Ziel wartenden Moravec aber nicht mehr aus der Hand. „Ich habe mir gesagt, lass die Medaille nicht wieder los und gib nicht auf. Die Schlussrunde ist mir wie 40, nicht wie vier Kilometer vorgekommen“, so der Olympiaachte über die dramatische Schlussphase vor 15.300 Zuschauern. Den bisher größten Erfolg eines US-Biathleten hatte Tim Burke 2013 im tschechischen Nove Mesto ebenfalls im Einzel mit Silber geholt.

Schießleistung bremst Eder

Die Österreicher verspielten ihre Chancen auf einen Podestplatz erneut auf dem Schießstand. Simon Eder landete mit zwei Fehlern auf dem zwölften Rang. Julian Eberhard, der gleich dreimal danebenschoss, wurde als zweitbester Österreicher unmittelbar vor Daniel Mesotitsch (ein Fehler) 14. Dominik Landertinger unterliefen ebenfalls drei Fehler, der Lokalmatador kam damit über Rang 26 nicht hinaus.

Bailey schreibt Geschichte

Lowell Bailey sorgt mit Gold im Einzel-Bewerb nicht nur für eine Sensation, sondern schreibt auch ein Stück Biathlon-Geschichte.

Eder, im Vorjahr noch Bronzemedaillen-Gewinner haderte zwar mit seinen Fehlschüssen, strich aber das Positive an seinem Arbeitstag hervor. „Es ist einfach bitter. Ich glaube, mir fehlt stehend ein bisschen die Selbstverständlichkeit. Läuferisch war es ein super Rennen“, sagte der Salzburger, der am Ende 1:31,6 Min. Rückstand auf den Sieger hatte.

Landertinger kämpft mit Hitze

Eberhard stellte zwar die zweitbeste Laufzeit auf, konnte damit aber seine drei Fehler im Schießen nicht wettmachen. „Heute bin ich in Schönheit gestorben. Es waren Teile sehr gut, und im Laufen habe ich alles richtig gemacht“, zeigte sich der in Sprint und Verfolgung noch unter den besten zehn gelegene Salzburger nicht unzufrieden.

Bei Landertinger, 2016 noch Vizeweltmeister über 20 km, lief es auch in der Loipe nicht. „Ich habe läuferisch einen schlechten Tag erwischt“, sagte der Tiroler, der mit den frühlingshaften Temperaturen zu kämpfen hatte. Landertinger versuchte unterwegs vergeblich, seine Hosenbeine hochzuziehen: „Mit war so heiß, aber es ist nicht gegangen, weil der Transponder so eng war.“ Mesotitsch hatte schon vor dem Start vor dem Start vorgesorgt: Der Kärntner ging mit kurzer Hose und kurzem Leiberl an den Start. „Es war zumindest die richtige Bekleidung“, sagte Mesotitsch.

Biathlon-WM in Hochfilzen

Einzel Herren (20 km):
1. Lowell Bailey USA 48:07,4 0*
2. Ondrej Moravec CZE + 3,3 0
3. Martin Fourcade FRA 21,2 2
4. Erik Lesser GER 32,0 1
5. Sergej Semenow UKR 38,6 1
6. Michal Krcmar CZE 43,6 0
7. Anton Schipulin RUS 43,9 2
8. Johannes Thingnes Bö NOR 1:11,9 2
9. Lars Helge Birkeland NOR 1:14,3 1
10. Benjamin Weger SUI 1:22,8 1
12. Simon Eder AUT 1:31,6 2
14. Julian Eberhard AUT 1:57,9 3
15. Daniel Mesotitsch AUT 1:58,3 1
26. Dominik Landertinger AUT 3:06,7 3
* Schießfehler = Strafminuten

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