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Eine Patrone zu viel

Österreichs Damen sind in der 4-x-6 km-Staffel bei der Biathlon-WM in Hochfilzen am Freitag disqualifiziert worden. Julia Schwaiger, die als zweite Läuferin unterwegs war, lud einmal zu oft nach. Der Sieg ging an Deutschland, das sich vor der Ukraine und Frankreich durchsetzte.

DSV-Schlussläuferin Laura Dahlmeier holte damit ihre vierte Goldmedaille bei diesen Weltmeisterschaften. Im Ziel hatte sie 6,4 Sekunden Vorsprung auf die Ukraine, Bronze ging an Frankreich (+ 8,1). Viermal Gold bei einer WM hatten zuvor nur die beiden Norwegerinnen Liv Grete Poiree (2004) und Tora Berger (2013) geholt.

Verwirrung beim Nachladen

Nach Österreichs Startläuferin Dunja Zdouc, die nach ihrer Runde auf Platz 16 übergeben hatte, lud Schwaiger beim Stehendschießen viermal nach, obwohl nur drei zusätzliche Patronen erlaubt sind. Schwaiger übergab danach mit einer Strafrunde als 23. und Letzte mit über drei Minuten Rückstand an Christina Rieder.

ÖSV-Damen-Staffel disqualifiziert

Österreichs Biathlon-Damen sind am Freitag im WM-Staffel-Bewerb in Hochfilzen über 4 x 6 km disqualifiziert worden.

Die Salzburgerin wurde schließlich nach ebenfalls fehlerhaften Schießleistungen nach der Überrundung durch Dahlmeier regelkonform aus dem Rennen genommen. Zu diesem Zeitpunkt war die Disqualifikation bereits festgestanden.

„Habe nicht richtig mitgezählt“

Schwaiger war im ORF-Interview tief enttäuscht: „Es war ein Blackout. Ich habe nicht richtig mitgezählt. Ich kann es mir nicht erklären, als Schützin muss man das im Gefühl haben. Vielleicht waren das meine Emotionen. Es tut mir unendlich leid für die Staffel. Es war so eine riesige Ehre, überhaupt starten zu dürfen, ich habe mich sehr gefreut darauf. Ich bin mit meinen Emotionen am Ende.“

ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner war über das Missgeschick verwundert. „Das habe ich noch nie gesehen, ich wüsste nicht, dass wir das schon einmal hatten, aber man sieht, es ist nichts unmöglich. Sie war wahrscheinlich wegen eines Nachladers, der ihr rausgefallen ist, von der Rolle, und dann hat sie wahrscheinlich einen zu viel erwischt.“ Große Vorwürfe mache er Schwaiger aber nicht. „Im Stress und in der Hektik passieren Fehler, aber das sollte natürlich nicht passieren.“

Dahlmeier auf Rekordkurs

„Es ist gigantisch, aber ich möchte herausheben, dass wir ein ganz tolles Team sind“, freute sich Dahlmeier nach dem bei Schneefall ausgetragenen Rennen. „Nach dem Stehendschießen (zwei Nachlader, Anm.) ist es noch einmal ein bisschen spannend geworden, aber ich habe alle Scheiben getroffen, das ist das Wichtigste“, erklärte die Deutsche. Im Massenstart am Sonntag kann die 23-Jährige noch nachlegen. „Schau ma amoi, dann sehen wir’s schon“, sagte sie dazu.

Nach der Flower Ceremony erlitt Dahlmeier wie schon nach dem Einzel einen Schwächeanfall, weshalb sie nicht an der Pressekonferenz teilnehmen konnte. Mit der zehnten WM-Medaille in Folge stellte die Garmischerin einen neuen Rekord auf. In Hochfilzen stehen für sie Gold mit der Mixed- und Damen-Staffel, in der Verfolgung und im Einzel sowie Sprintsilber zu Buche.

Biathlon-WM in Hochfilzen

Damen-Staffel (4 x 6 km):
1. Deutschland Hinz, Hammerschmidt, Hildebrand, Dahlmeier 1:11:16,6 0/9*
2. Ukraine Warwynez, Dschima, Merkuschina, Pidruschna + 6,4 0/4
3. Frankreich Chevalier, Aymonier, Braisaz, Dorin Habert 8,1 0/7
4. Tschechien 14,0 0/6
5. Italien 36,5 0/6
6. Schweden 1:20,4 0/7
7. Polen 1:23,1 0/6
8. Slowakei 1:36,9 0/7
9. Weißrussland 1:50,7 0/5
10. Russland 2:15,5 1/8

Disqualifiziert: Österreich

* Strafrunden/Nachlader

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