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Verpatztes Heimdebüt für Scherb

Der Cashpoint SCR Altach hat die vorübergehende Rückkehr an die Spitze der tipico-Bundesliga verpasst. Die Vorarlberger kassierten am Samstag in der 22. Runde mit einem 1:2 (0:2) gegen Aufsteiger SKN St. Pölten die erste Heimniederlage der Saison. Für Martin Scherb ging das Heimdebüt als Altach-Trainer gegen seinen Ex-Club damit gehörig daneben.

Die sehenswerten SKN-Tore erzielten Cheikhou Dieng (8.) und der später ausgeschlossene Lukas Thürauer (45.+1). Altach gelang vor 5.130 Zuschauern durch Nicolas Ngamaleu nur noch der Anschlusstreffer (87.).

Rückkehrer schießt St. Pölten in Führung

St. Pöltens Coach Jochen Fallmann kehrte nach dem 0:2 zum Frühjahrsauftakt in Salzburg zu einer Viererabwehr zurück. Neben den Glücksgriffen Dieng und Thürauer rückte auch Neo-Stürmer Lonsana Doumbouya bei seinem Bundesliga-Debüt in die Startformation. Bei den Altachern war Boris Prokopic nach seiner Sperre wieder mit dabei, musste aber früh mit Achillessehnenproblemen vom Platz (23.).

Benedikt Zech (Altach), Cheikhou Dieng (St. Pölten) und Andreas Lukse (Altach)

GEPA/Oliver Lerch

Dieng (M.) jagte den Ball aus 20 Metern zum 1:0 (8.) in die Maschen

Dieng brachte St. Pölten nach einem Corner mit einem Prachtschuss aus 20 Metern ins linke Eck in Führung. Der Senegalese, im Vorjahr maßgeblich am Aufstieg in die Bundesliga beteiligt, war im Winter leihweise bis Saisonende vom türkischen Tabellenzweiten Basaksehir Istanbul zu den Niederösterreichern zurückgekehrt.

Altach zu verhalten

Einen Fernschuss von Thürauer parierte ÖFB-Teamkeeper Andreas Lukse mit der Faust (12.). Altach fehlte die Aggressivität. Der Ligazweite agierte verhalten, baute kaum Druck auf. Die beste Gelegenheit vor der Pause ließ Prokopic aus, der einen Querpass von Nicolas Ngamaleu aus zehn Metern drübersetzte (11.). Einen ansatzlosen Ngamaleu-Schuss entschärfte Christoph Riegler (39.).

Die Partie wurde mitunter hitzig. Mit dem angespannten Verhältnis zwischen den Trainern - Scherb hatte seinen früheren Kapitän Fallmann in seiner Zeit bei St. Pölten 2012 aussortiert - hatte das weniger zu tun als mit einem Ellbogenschlag von Nikola Dovedan im Laufduell mit Michael Ambichl. Der Altach-Offensivmann kam dafür mit Gelb davon (36.).

Tor und Ausschluss für Thürauer

St. Pölten revanchierte sich mit dem 2:0. Lukse war erst noch im Duell mit Daniel Schütz auf dem Posten. Den Abpraller schupfte Thürauer aber mit viel Gefühl ins lange Eck. Altach war zu mehr Risiko gezwungen, der eingewechselte Hannes Aigner brachte etwas Schwung ins Offensivspiel. Eine Kopfballvorarbeit des Routiniers knallte Ngamaleu aus guter Position über das Tor (52.), ein Aigner-Schuss ging knapp vorbei (58.).

Altach - St. Pölten 1:2 (0:2)

Cashpoint-Arena, 5.130 Zuschauer, SR Harkam; Torfolge: 0:1 Dieng (8.), 0:2 Thürauer (45.+1), 1:2 Ngamaleu (87.)

Der SKN schwächte sich selbst. Kapitän Thürauer beschwerte sich beim Schiedsrichter, sah dafür seine zweite Gelbe Karte (59.). Die Niederösterreicher verteidigten aber auch mit zehn Mann lange geschickt. Erst nach dem Anschlusstor des agilen Ngamaleu, der via Innenstange traf, „brannte“ es im Strafraum. Riegler lenkte einen Kopfball von Nikola Zivotic über die Latte (89.). Fallmann musste wegen Kritik auf die Tribüne.

Altach unter Scherb noch sieglos

Altachs Heimserie endete nach 13 Ligapartien ohne Niederlage. Die bisher letzte Pleite in der Cashpoint-Arena hatte es am 23. April 2016 gegen Salzburg (1:3) gegeben. In dieser Saison hatten die als letztes Team zu Hause bezwungenen Vorarlberger daheim nur gegen Salzburg (0:0) und Sturm Graz (1:1) Punkte abgegeben. Unter Scherb steht nach dem 1:1 zum Frühjahrsauftakt bei der Admira erst ein Zähler zu Buche.

St. Pölten blieb zwar auch im 22. Saisonspiel nicht ohne Gegentor. Die Niederösterreicher machten mit dem dritten Auswärtssieg seit ihrer Rückkehr in die Bundesliga aber wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Kommende Woche wartet ein Heimspiel gegen den Vierten Sturm Graz. Altach muss zur Wiener Austria.

Stimmen zum Spiel:

Martin Scherb (Altach-Trainer): „Die zweite Hälfte war richtig gut, wie wir Fußball gespielt haben. Wir sind über die Seite gekommen und haben Leidenschaft an den Tag gelegt. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, ist es die Tatsache, dass wir zu wenig Tore geschossen haben und zu leicht Gegentore bekommen haben. Die Mannschaft hat alles das umgesetzt, was wir wollten - bis auf den erfolgreichen Torabschluss. Wir haben Ausfälle, die richtig wehtun. Aber die Mannschaft hat immer daran geglaubt.“

Hannes Aigner (Altach-Stürmer): „Man hat gesehen, sie wollten uns die Schneid abkaufen. Das ist ihnen teilweise auch sehr gut gelungen. Wir haben einfach zu spät angefangen, uns zu wehren.“

Jochen Fallmann (St.-Pölten-Trainer): „Das Wichtigste sind natürlich die drei Punkte. Aber nicht weniger wichtig ist das Selbstvertrauen, das die Mannschaft mitnimmt aus dem Spiel. Das frühe 1:0 hat uns in die Karten gespielt. Letztendlich war es ein sehr zerfahrenes, sehr emotional geführtes Spiel, in dem wir, so uns der Ausschluss nicht passiert wäre, noch gefährlicher sein hätten können.“

Tipico-Bundesliga, 22. Runde

Samstag:

Altach - St. Pölten 1:2 (0:2)

Cashpoint-Arena, 5.130 Zuschauer, SR Harkam

Torfolge:
0:1 Dieng (8.)
0:2 Thürauer (45.+1)
1:2 Ngamaleu (87.)

Altach: Lukse - Zech, Netzer, Galvao - Sakic (73./Zivotic), Salomon, Luxbacher, Prokopic (23./Zwischenbrugger), Schreiner (46./Aigner) - Dovedan, Ngamaleu

St. Pölten: Riegler - Stec, Huber, Diallo, Mehremic - Martic - Schütz (79./Perchtold), Ambichl, Dieng (94./Grasegger) - Thürauer, Doumbouya (60./Hartl)

Gelb-Rote Karte: Thürauer (59./Kritik)

Gelbe Karten: Netzer, Dovedan, Salomon, Aigner bzw. Doumbouya, Mehremic, Hartl, Diallo, Riegler

Die Besten: Ngamaleu bzw. Martic, Diallo

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