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Erstes 1000er-Semifinale muss warten

Dominic Thiem ist in der Nacht auf Freitag (MEZ) im Viertelfinale von Indian Wells ausgeschieden. In einem mitreißenden Duell mit dem Schweizer US-Open-Champion Stan Wawrinka zog der 23-jährige Österreicher nach 2:31 Stunden Spielzeit mit 4:6 6:4 6:7 (2/7) den Kürzeren. Thiem verpasste damit sein erstes Masters-1000-Finale auf der ATP-Tour denkbar knapp.

Es war das vierte Viertelfinale für den als Nummer acht gesetzten Niederösterreicher auf diesem Level. Im vierten Match mit Wawrinka musste er dem Eidgenossen zum dritten Mal zum Sieg gratulieren. Nun geht es für Thiem weiter nach Miami, wo er in der kommenden Woche sein nächstes Turnier bestreitet. Der in Indian Wells als Nummer drei gesetzte Wawrinka dagegen trifft in der Runde der letzten vier auf Pablo Carreno Busta. Der Spanier hatte sich davor gegen Pablo Cuevas durchgesetzt.

Stan Wawrinka und Dominic Thiem

APA/AFP/Getty Images/Clive Brunskill

Dominic Thiem (r.) lieferte Stan Wawrinka ein starkes Match

„Keine Schande“ - Thiem resümiert positiv

Thiem war nach dem knappen Aus schnell wieder gefasst. „Ich habe drei sehr gute Siege gehabt diese Woche und gegen Stan 6:7 im dritten verloren, das ist alles andere als eine Schande“, meinte er. Man könne aus der Niederlage „viele positive Sachen“ mitnehmen. „Ich bin nach einem 0:1-Satzrückstand zurückgekommen, dann bin ich nach einem Break im dritten Satz zurückgekommen. Ich habe die ganze Zeit sehr gut gefightet und eine gute Präsenz am Platz gehabt. Es ist natürlich bitter für mich, aber nichtsdestotrotz habe ich ein sehr gutes Turnier gespielt“, fügte Thiem hinzu.

„Er hat im Tiebreak wenige Dummheiten gemacht, ich ein, zwei Fehler zu viel. Es waren Chancen auf seiner und meiner Seite, bis es zum Showdown gekommen ist. Da können beide gewinnen, er hat solide gespielt und verdient gewonnen“, zollte Thiem Wawrinka Respekt. Für den Auftritt in Florida ist der achtfache ATP-Turniersieger guten Mutes. „Ich spiele wieder recht gut seit Rio, von dem her bin ich zuversichtlich für Miami. Das ist jetzt noch nicht mein ganz großes Hauptziel, aber dass ich noch einige gute Trainingseinheiten habe und dann auf Sand richtig gut spiele“, sagte er. „Jetzt werde ich schauen, dass ich in Miami noch eine gute Woche hinlege.“

Coach Besnik zufrieden

„Grundsätzlich in Ordnung. Da gibt es nicht viel zum Herummeckern. Nach den ersten zwei Games im dritten Satz hätte es 2:0 für ihn stehen können, es stand dann aber 0:3. Da hat er ein paar wilde Fehler gemacht“, sagte Thiems Coach Günter Bresnik gegenüber der APA. Bresnik hatte das Match noch aus Österreich via TV mitverfolgt und reist nun am Sonntag nach Miami. Er ist mit der Gesamtleistung seines Schützlings in Indian Wells zufrieden. „Das ist sehr gutes Tennis wieder. Er gewinnt nicht nur Matches, sondern spielt gut“, so Bresnik über den ab Montag wieder Weltranglistenachten.

Service kam erst im zweiten Satz

Thiem gelang gegen den Weltranglistendritten Wawrinka gleich im ersten Spiel mit dem ersten Breakball das erste Break. Doch er musste sofort danach sein Service zu null und noch dazu mit einem Doppelfehler abgeben. Im fünften Game ließ Thiem drei Breakbälle ungenützt. Der Niederösterreicher bot im ersten Durchgang nicht seine beste Aufschlagleistung (nur 41 Prozent des ersten Aufschlags kamen) und musste dann beim Stand von 5:4 sein Service erneut abgeben, was später zum ersten Satzgewinn Wawrinkas führte.

Im zweiten Satz steigerte Thiem seine Aufschlagleistung. Er nützte dank eines Netzrollers und eines erst nach Challenge zugestandenen Wawrinka-Doppelfehlers seinen dritten Breakball zum 2:1. Thiem bestätigte das Break mit einem sicheren Aufschlagspiel zum 3:1. In der Folge kam es zu einigen Fehlentscheidungen der Linienrichter, als der Referee in Thiems Aufschlagspiel gleich zweimal zugunsten des Österreichers overrulen musste. Thiem stellte auf 4:2 und ließ sich die Führung nicht mehr entreißen. Nach 87 Minuten und einer deutlich besseren Aufschlagleistung (82 Prozent erster Aufschlag in) stellte Thiem mit 6:4 den Satzgleichstand her.

Dramatisches Finish

Zu Beginn des entscheidenden Satzes konnte Thiem zwei Breakbälle nicht nützen bzw. wehrte Wawrinka einen perfekt ab und stellte auf 1:0. Ein Netzroller ins Out brachte Wawrinka dann einen Breakball - und der Schweizer nützte diesen sofort zum 2:0, stellte dann auf 3:0. Doch Thiem gab nicht auf, nützte mit einer krachenden Vorhand den ersten Ball zum Rebreak zum 2:3. Er glich aus, und es ging in die spannendste Phase: Zunächst wehrte Thiem bei 5:6 einen Matchball ab und rettete sich ins Tiebreak. In diesem agierte Thiem aber zu fehlerhaft, obwohl er am Ende insgesamt zwölf unerzwungene Fehler weniger als Wawrinka und zwei Winner mehr zu Buche stehen hatte. Wawrinka verwandelte den ersten Matchball.

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