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Atanga erzielt schnellstes Tor der Saison

Rapid bleibt 2017 in der tipico-Bundesliga ohne Erfolgserlebnis. Die Hütteldorfer mussten sich am Samstag zum Auftakt der 26. Runde gegen Mattersburg mit einem 1:1 zufriedengeben. Es war bereits die siebente Ligapartie in Folge ohne Sieg für die bemühten, aber erneut glücklosen Rapidler, die im eigenen Stadion bereits nach 25 Sekunden in Rückstand gerieten und in der Tabelle nur noch auf dem siebenten Platz liegen.

David Atanga schockierte die 19.600 Zuschauer im Allianz Stadion mit dem schnellsten Tor in dieser Saison. Mit seinem fünften Treffer in der laufenden Spielzeit gelang Rapid-Stürmer Giorgi Kvilitaia in der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Ausgleich. Nach der Pause wurden die Hütteldorfer für den großen Aufwand wieder nicht belohnt, für die neuntplatzierten Mattersburger ging der Matchplan von Trainer Gerald Baumgartner indes auf.

Enttäuschung für Rapid

Rapid musste sich gegen Mattersburg mit einem 1:1 begnügen und ist seit sieben Runden sieglos.

Der Blick auf die grün-weiße Aufstellung kurz vor Spielbeginn hatte eine Überraschung offenbart, da Steffen Hofmann erstmals seit dem 2. Oktober 2016 (2:4 in Ried) in der Startelf stand. Louis Schaub saß nach einem Hexenschuss vorerst auf der Bank. Bei den Gästen lief Stefan Maierhofer „auf eigene Gefahr“ mit einer Gesichtsmaske auf. Die Ärzte hatten dem Ex-Rapidler, der sich vor knapp zwei Wochen das Jochbein gebrochen hatte, von einem Einsatz tendenziell eher abgeraten, überließen ihm aber die Entscheidung.

Mattersburg legt Blitzstart hin

Ausgerechnet der reaktivierte Kapitän Hofmann leistete sich sofort nach dem Anpfiff einen fatalen Ballverlust. Thorsten Röcher schickte David Atanga in den Freiraum auf der linken Seite, der ließ Maximilian Hofmann mit einem Haken aussteigen und Tobias Knoflach aus kurzer Distanz keine Chance. Die 25 Sekunden Spielzeit, die Atanga für seinen ersten Bundesliga-Treffer benötigte, waren von dem Rekord von Ex-Salzburger Patrick Jezek im Jahr 2007 übrigens ganze 15 Sekunden entfernt.

Jubel um David Atanga (SV Mattersburg)

GEAPA/Georg Hochmuth

Nach nicht einmal einer halben Minute jubelten schon die Mattersburger

In der Folge entwickelte sich eine enge, teilweise durchaus hart geführte Partie. Rapid war wie in den vergangenen Spielen öfter als der Gegner im Ballbesitz, fand aber kein Mittel gegen die konzentrierte Burgenländer Defensive. Mattersburg verlegte sich auf Konterattacken, präsentierte sich aber nicht mehr so clever wie in der ersten Minute. Maierhofer zeigte mit einer deftigen Attacke gegen Steffen Hofmann samt anschließendem Wortwechsel Präsenz, sah dafür auch die Gelbe Karte.

Echte Chancen suchte man bei Rapid vergeblich. Christopher Dibon (10.) köpfelte nach Hofmann-Freistoß genau auf Mattersburg-Goalie Markus Kuster, der wenig später einen Freistoß von Stefan Schwab (13.) parierte. Ein Kopfballtreffer von Mario Sonnleitner (21.) wurde wegen Abseitsstellung aberkannt. Nach Flanke von Thomas Schrammel setzte sich unmittelbar vor dem Pausenpfiff aber Kvilitaia (45.+2) in der Mitte gegen Cesar Ortiz durch. Kuster war gegen seinen wuchtigen Kopfball machtlos.

Giorgi Kvilitaia (Rapid)

GEPA/Christian Ort

Mit seinem Treffer bescherte Giorgi Kvilitaia Rapid immerhin einen Punkt

Rapid mit Unvermögen und Pech

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Rapid mit dem eingewechselten Schaub die Schlagzahl. Hofmann (62.) wäre nach einem Schwab-Zuspiel im Strafraum frei zum Ball gekommen, hätte Jano nicht dazwischengefunkt. Noch besser war die Gelegenheit von Schaub in der 67. Minute, dabei machte Kuster aber den Winkel geschickt zu. Hofmann verließ in der 73. Minute ebenso wie „Maskenmann“ Maierhofer das Spielfeld.

Kurz vor Schluss wurde es im Gästestrafraum noch einmal brenzlig: Zunächst schoss Mario Pavelic Kuster an, ein Stanglpass des eingewechselten Tamas Szanto ging an Freund und Feind vorbei, Matej Jelic war knapp dran. Als Kuster ganz am Schluss eine Flanke ausließ, traf Kvilitaia aus wenigen Metern nur den auf der Linie stehenden Thorsten Mahrer.

Stimmen zum Spiel:

Damir Canadi (Rapid-Trainer): „Es ist sehr ärgerlich, wenn man sich viel vornimmt und einen Spielplan zurechtlegt, der nach 30 Sekunden kippt und man dann viel Energie reinlegen muss, um das Spiel zu drehen. Wir sind dann aber zurückgekommen und haben verdient den Ausgleich erzielt. Am meisten ärgert mich, dass wir den letzten Ball nicht konsequent reinspielen und oft arrogante Pässe spielen. Wir haben sicher viel Potenzial nach oben.“

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): „In unserer Situation ist dieser Punkt extrem wichtig. Wir hatten auch das nötige Spielglück. Maierhofer hat Rapid bei seinem Transfer viel Geld gebracht und viele Tore für Rapid geschossen, ich hätte erwartet, dass ihm die Fans ein bisschen mehr Respekt zollen, aber solche Rufe bauen ihn auf. Atanga hat heute sicher sein bestes Spiel für uns gemacht. Die Burschen haben fantastisch gefightet, das Unentschieden ist fast wie ein Sieg.“

Stefan Maierhofer (Mattersburg-Stürmer): „Wir haben den Punkt verdient. Wenn wir den einen oder anderen Konter besser gefahren wären, hätten wir auch gewinnen können.“ Zu den Schmährufen von Rapid-Fans: „Da stehe ich drüber.“

Tipico-Bundesliga, 26. Runde

Samstag:

Rapid - Mattersburg 1:1 (1:1)

Allianz Stadion, 19.600 Zuschauer, SR Eisner

Torfolge:
0:1 Atanga (1.)
1:1 Kvilitaia (45.+2)

Rapid: Knoflach - Schößwendter (61./Szanto), Sonnleitner, M. Hofmann - Pavelic, Dibon, Schwab, Schrammel - S. Hofmann (73./Jelic), Kvilitaia, Traustason (46./Schaub)

Mattersburg: Kuster - Höller, Malic, Ortiz, Rath - Erhardt, Jano - Fran (65./Farkas), Atanga, Röcher (78./Pink) - Maierhofer (74./Mahrer)

Gelbe Karten: Kvilitaia, S. Hofmann bzw. Maierhofer, Röcher, Höller

Die Besten: S. Hofmann, Schrammel bzw. Atanga, Jano

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