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Rückfall vom ersten auf den vierten Rang

Die Siegerehrung beim letzten Weltcup-Rennen dieser Saison ist am Sonntag ohne Marcel Hirscher über die Bühne gegangen. Der 28-jährige Salzburger fiel beim Slalom in Aspen nach seiner Halbzeitführung noch auf den vierten Rang zurück. Der Sieg ging an den Schweden Andre Myhrer, der sich mit einem Vorsprung von 0,14 Sekunden auf den Deutschen Felix Neureuther durchsetzte.

Herren-Slalom in Aspen

  • 1. Andre Myhrer (SWE)
  • 2. Felix Neureuther (GER)
  • 3. Michael Matt (AUT)

Erst zum dritten Mal in dieser Saison verpasste Hirscher in einem Technikbewerb das Podium. Für Österreich gab es zum Saisonabschluss aber trotzdem einen Podestplatz. Michael Matt verbesserte sich in der Entscheidung um einen Platz und belegte am Ende Rang drei. Der 23-jährige Tiroler, der in Kranjska Gora den ersten Weltcup-Sieg gefeiert hatte, wies einen Rückstand von lediglich 0,15 Sekunden auf den 34-jährigen Myhrer auf, der seinen ersten Saison- und insgesamt siebenten Weltcup-Sieg feierte.

Die letzten Meter kosten Hirscher Sieg

Dabei war vor dem letzten Lauf des Skiwinters 2016/17 alles angerichtet für den siebenten Saisonsieg von ÖSV-Star Hirscher. Der Slalom-Weltmeister, der in Aspen auch den RTL gewonnen hatte, lag vor der Entscheidung 0,08 Sekunden vor Myhrer und baute diesen Vorsprung während des zweiten Durchganges auf 0,18 Sekunden aus. Auf den letzten Metern verlor Hirscher aber Schwung, verspielte daraufhin sein Guthaben und kam mit der 20. Laufzeit 0,32 Sekunden hinter Myhrer ins Ziel.

Hirscher fällt im Finish zurück

Weltcup-Sieger und Halbzeit-Leader Marcel Hirscher fällt im zweiten Durchgang noch auf den vierten Rang zurück.

„Es hat nicht gereicht, aber die Slalom-Kugel habe ich“, sagte Hirscher. Bei frühsommerlichen Temperaturen (17 Grad, Anm.) hatte er bereits in der Halbzeitpause davor gewarnt, dass die hinter ihm liegenden Läufer den Druck erhöhen werden. „Da habe ich die Spezialisten für Frühlingsbedingungen im Genick sitzen“, so der Salzburger. Und tatsächlich erwies sich Myhrer als Spezialist für weichen Schnee. Der Schwede gewann schon 2012 in Schladming und 2016 in St. Moritz den letzten Slalom der Saison.

Dass es am Ende nicht mit dem insgesamt 46. Weltcup-Sieg klappte, wird Hirscher angesichts seiner sensationellen Saison verschmerzen können. Bei seinem sechsten Triumph im Gesamtweltcup setzte er sich mit 1.599 Punkten beeindruckende 675 Zähler vor Henrik Kristoffersen durch. Im Slalom-Weltcup betrug der Vorsprung auf den Norweger, der im letzten Rennen nach einem schweren Fehler nicht über Rang 24 hinauskam, 160 Punkte. Hinzu kommt bei Hirscher die RTL-Kugel sowie zweimal Gold und einmal Silber bei der WM.

Marcel Hirscher

APA/Hans Klaus Techt

Zum Abschluss einer grandiosen Saison gab es noch Slalom-Kristall für Hirscher

Bei Matt ging „es richtig dahin“

Für Matt hatte es zwar in St. Moritz nicht mit einem Edelmetall geklappt. Mit seinem ersten Sieg in Kranjska Gora und Platz drei im Weltcup-Finale zeigte der 23-Jährige jedoch noch einmal sein großes Potenzial. Dabei war für den Tiroler auch in Aspen der Sieg in Reichweite.

Matt schafft Sprung auf Podest

Nach seinem Premierensieg in Kranjska Gora fährt Michael Matt als Dritter erneut auf das Podest und wird damit bester Österreicher.

Matt lieferte eine starke Vorstellung im zweiten Lauf, ehe ihm nach der zweiten Zwischenzeit der entscheidende Fehler unterlief. und drei Zehntelsekunden einbüßte. „Ich habe gemerkt, dass es richtig dahingeht. Das waren die richtigen Torabstände für mich, wo ich Gas geben kann“, war Matt im ORF-Interview trotzdem sehr zufrieden.

Jetzt reicht es

Für die nächste Saison wollte der Tiroler nach dem für ihn nahezu perfekten Saisonfinale noch nicht planen: „Man muss von Rennen zu Rennen schauen. Aber diese Saison war ein Wahnsinn. Angefangen mit einem Podestplatz (Rang zwei in Levi, Anm.) und aufgehört mit einem Podestplatz. Bei diesen Temperaturen reicht es mir jetzt aber mit dem Skifahren“, sagte Matt und war nicht unfroh, dass die kräfteraubende Saison nun zu Ende ist.

Für die restlichen drei der insgesamt fünf für das Weltcup-Finale qualifizierten Österreicher gab es keine Weltcup-Punkte. Der von Fieber geschwächte Manuel Feller behielt in der Entscheidung seinen 16. Platz (1,12). Marco Schwarz konnte sich um drei Plätze verbessern, Endrang 18 (1,37) entsprach allerdings nicht dem Anspruch des 21-jährigen Kärntners. Marc Digruber verzeichnete im zweiten Durchgang einen gravierenden Fehler und kam nicht über Platz 22 (2,07) hinaus.

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