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Kugeln und Medaillen prägen die Saison

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum hat es nach dem Weltcup-Finale in Aspen klar auf den Punkt gebracht. „Der von Marcel aufgestellte Rekord ist für die Ewigkeit“, sagte der Oberösterreicher über Hirscher, der als überhaupt erster Athlet sechs Mal hintereinander den alpinen Gesamtweltcup für sich entschied. Als Draufgabe gab es WM-Gold in Riesentorlauf und Slalom, Kombi-Silber sowie die kleinen Kristallkugeln in Slalom und Riesentorlauf.

Insgesamt sechs Rennen gewann der 28-Jährige in der 51. Weltcup-Saison der Geschichte, neunmal wurde er Zweiter, einmal Dritter. Insgesamt hält er bei 45 Weltcup-Siegen und 107 Podestplätzen. Nur der am Sonntag wegen eines Fehlers wenige Tore vor dem Ziel des finalen Slaloms verpasste 46. Sieg ärgerte Hirscher. „Es ist nicht der glücklichste Moment der Saison, aber der vierte Platz ist super. Ein großartiger Tag, drei Kugeln sind in meiner Hand und drei Medaillen um meinen Hals.“

Sechster Gesamtweltcup-Sieg Hirschers

Am Sonntag ist in Aspen die alpine Skisaison zu Ende gegangen. Marcel Hirscher gewann seine sechste große Kristallkugel mit dem persönlichen Rekordvorsprung von 675 Punkten auf Kjetil Jansrud aus Norwegen.

„Unvorstellbar, was er geleistet hat“

Pum holte noch einmal zu einem Extralob aus. „Das ist unglaublich und unvorstellbar, was er geleistet hat. Sechs Jahre in Folge auf so einem Niveau zu fahren, das habe ich bis jetzt noch nicht gesehen. Und das wird es auch meiner Meinung nach nicht so schnell wieder geben“, sagte Pum. „Er macht alles mit so einer Präzision und ist unglaublich fokussiert. Er hat sich diesen Erfolg wirklich verdient. Es gibt viele gute Skifahrer, aber keinen zweiten Hirscher. Er lebt seinen Sport 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr.“

Marcel Hirscher

APA/AFP/Getty Images/Sean M. Haffey

Nach dem Weltcup-Finale in Aspen ließ sich Gesamtsieger Hirscher feiern

So klar wie beim sechsten Mal gewann Hirscher den Gesamtweltcup übrigens noch nie. Er stellte also eine persönliche Bestleistung auf, was den Vorsprung betrifft. Der Salzburger hielt seine norwegischen Mitstreiter Kjetil Jansrud um 675 und Henrik Kristoffersen um 696 Punkte auf Distanz. Den Rekord diesbezüglich hält übrigens seit 2001 sein engerer Landsmann Hermann Maier, der damals 743 Punkte vor Stephan Eberharter den Gesamtweltcup gewann.

Hirscher nennt die Erfolgsfaktoren

Ob es seine beste Saison gewesen sei? „Sie sind immer schwer zu vergleichen. Aber rein vom Datenblatt ist es sensationell gelaufen heuer. Mein Anspruch ist es, in jedem Rennen und in jedem Training mein Maximum abzurufen. Das ist aber bei jedem Athleten so. Mein Team und mein Umfeld im Allgemeinen ist aber sicherlich sehr stark. Dafür ein großes Danke, ohne sie wäre es nicht möglich“, so Hirscher, der einen weiteren Erfolgsfaktor ins Spiel brachte: „Ich habe keine Verletzung und bin nie krank. All das sind Erklärungen, warum das alles möglich ist.“

Grafik zu Hirschers Erfolgen

Grafik: ORF.at; Quelle: APA

Olympiasaison könnte die letzte sein

Jedenfalls war nach dem Weltcup-Finale auch für Hirscher Erholung angesagt. „Das war es mit Skifahren. Aber nur für diese Saison, nicht mit dem Rennlaufen“, sagte Hirscher, für den es direkt von Aspen in den Urlaub ging. Die Weichen sind gestellt für eine weitere Saison, in der die Olympischen Winterspielein Südkorea warten - Olympiagold fehlt Hirscher in seiner Medaillensammlung. Danach könnte er vom aktiven Rennsport zurücktreten. Weitere vier aktive Jahre bis zu den Winterspielen 2022 in Peking schloss Hirscher definitiv aus.

Hirscher sagte dazu weiter: „Es kommt der Punkt, an dem du sagst, du lässt das Rennfahren und fährst nur noch zum Spaß. Entscheide ich mich dafür oder wähle ich den natürlichen Weg? Das wäre der, wenn dir die Jungen in den Arsch treten und du draußen bist aus dem Spiel.“ Welcher der für ihn denkbar beste Weg sei? „Ich muss der Meinung sein, dass ich mich weiter verbessern kann, sonst killt das jede Motivation.“

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