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Vierte Pflichtspielniederlage in Serie

Abstiegskandidat SKN St. Pölten hat die Niederlagenserie der Austria verlängert. Am Samstag mussten sich die Wiener mit 1:2 und damit zum dritten Mal innerhalb von acht Tagen vor eigenem Publikum geschlagen geben. Nach der Führung durch Olarenwaju Kayode (36.) drehten die Gäste die Partie dank eines Eigentors von Jens Larsen (36.) und eines Elfers von Lonsana Doumbouya (55.).

Weil auch St. Pöltens Konkurrenten Ried und Mattersburg siegten, waren es quasi doppelt wichtige Punkte für die „Wölfe“. Die Elf von Jochen Fallmann hat als Achter punktegleich mit den siebentplatzierten Rapidlern weiterhin fünf Zähler Vorsprung auf Platz zehn.

Austria - St. Pölten 1:2 (1:1)

Ernst-Happel-Stadion, 5.426 Zuschauer, SR Heiß

Tore: Kayode (21.) bzw. Larsen (36./Eigentor), Doumbouya (55./Elfmeter)

Die Austria hingegen erlitt im Kampf um den Vizemeistertitel einen weiteren Rückschlag, nach dem 0:0 von Altach beim WAC liegt man drei Zähler hinter den Vorarlbergern. Die Heimschwäche im Frühjahr konnten Alexander Grünwald und Co. nicht ablegen, es war im sechsten Pflichtspiel die vierte Niederlage vor Heimfans. Insgesamt wartet Trainer Thorsten Fink seit vier Partien auf zumindest einen Punkt.

Guter Start der Gastgeber

Austrias Spieler schienen sich das Gespräch mit Sportdirektor Franz Wohlfahrt zu Herzen genommen zu haben, starteten gut und dominant in die Partie. Für die erste kleine Aufregung sorgte zwar ein ungestümes, scheinbar elferwürdiges Einsteigen Larsens gegen Cheikhou Dieng. Doch im Gegenzug verzeichneten die „Veilchen“ ihre erste gefährliche Offensivaktion, bei der Kayode die Außenstange streifte.

Bei einem Schuss von Grünwald aus guter Position war wenig später ein Gegner im Weg (11.), zehn Minuten später gab der Kapitän den entscheidenden Pass zur Führung: Gut 20 Meter vor dem eigenen Tor postiert, schickte er Kayode aus der eigenen Hälfte auf die Reise. Der Nigerianer hätte die Aktion fast noch verstolpert, Babacar Diallo fälschte den Schuss schließlich aber unglücklich ab.

Jubel bei St. Pölten

GEPA/Christian Ort

Jubel bei den St. Pöltnern nach dem überraschenden Auswärtserfolg

Umschwung nach Eigentor

In der Folge ging es die Austria spielerisch zurückhaltender an und setzte auf Konter, St. Pölten erarbeitete sich vermehrt Spielanteile - im Fokus standen dabei lange Bälle auf Sturmtank Doumbouya. Belohnt wurde das - unter tatkräftiger Mithilfe der Hausherren - noch vor der Pause: Nach Freistoß von Michael Ambichl verlängerte erst Grünwald den Ball per Kopf, Larsen bugsierte das Leder schließlich mit der Brust ins eigene Tor. Die Austria antwortete kurz vor der Pause noch mit einem schönen Grünwald-Freistoß, bei dem Riegler in extremis rettete und verzeichnete einen gefährlichen Konter durch Kayode.

Nach dem Seitenwechsel kam es für die Violetten noch dicker, erhielten die Gäste nach einer verspäteten Attacke Christoph Martschinkos an Manuel Hartl einen Foulelfmeter. Doumbouya verwertete souverän und hätte kurz darauf mit einem Drehschuss aus wenigen Metern fast auf 3:1 erhöht (58.). Die Reaktion der Austria fiel mau und ideenlos aus, es dauerte fast 20 Minuten, bis der eingewechselte Marko Kvasina mit einem gefühlvollen Schuss aufs lange Eck Riegler prüfte (76.). Diese Aktion und ein Grünwald-Schuss knapp am Tor vorbei (86.) blieben die besten Möglichkeiten auf den Ausgleich.

Stimmen zum Spiel:

Thorsten Fink (Austria-Trainer): „Wir sind gut ins Spiel gekommen. Wir haben gezeigt, dass wir das Spiel heute gewinnen wollen, nach dem 1:0 hätten wir nach vorne mehr tun müssen. Da haben wir uns zu sehr auf die Defensive verlassen. Symptomatisch für unsere Situation ist, dass wir uns ein Eigentor geschossen haben. Der Ausgleich hat dann Spuren hinterlassen. Wir hatten keine Linie im Spiel. Die Elfersituation war auch unnötig. Damit haben wir den Gegner weiter aufgebaut. Wir müssen jetzt reden, analysieren und es nächste Woche besser machen. Es ist in dieser Saison noch immer der zweite oder dritte Platz drin.“

Jochen Fallmann (St.-Pölten-Trainer): „Wir haben schwer ins Spiel gefunden und hatten in den ersten 20 Minuten Probleme. Wir haben den Cup noch immer im Kopf gehabt. Mit dem Gegentor sind wir besser ins Spiel gekommen, haben dann glücklich das 1:1 gemacht. Aber in der zweiten Hälfte haben wir sehr guten Fußball gespielt und uns dafür belohnt. Es war wichtig, dass wir das Punktekonto erhöhen, auch wenn ich nicht auf die anderen Mannschaften schauen will. Für uns war es ein immenser Sieg, bei der Austria kann man nicht mit drei Punkten rechnen.“

Tipico-Bundesliga, 28. Runde

Samstag:

Austria - St. Pölten 1:2 (1:1)

Ernst-Happel-Stadion, 5.426 Zuschauer, SR Heiß

Torfolge:
1:0 Kayode (21.)
1:1 Larsen (36./Eigentor)
1:2 Doumbouya (55./Elfmeter)

Austria: Hadzikic - Larsen, Rotpuller, Filipovic, Martschinko (72./Friesenbichler) - Holzhauser, Serbest - Tajouri (83./De Paula), Grünwald, Venuto (72./Kvasina) - Kayode

St. Pölten: Riegler - Stec, Huber, Diallo, Mehremic - Ambichl, Martic - Schütz (54./Korkmaz), Hartl (79./Perchtold), Dieng - Doumbouya (87./Luckassen)

Gelbe Karten: Keine bzw. Mehremic, Schütz, Diallo

Die Besten: Grünwald bzw. Riegler, Doumbouya

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