Unterwurzacher holt EM-Bronze, Reiter Siebenter

Die Tirolerin Kathrin Unterwurzacher hat dafür gesorgt, dass der österreichische Judoverband (ÖJV) bei Europameisterschaften zum fünften Mal in Folge zumindest eine Medaille einheimste. Nach dem Gewinn von Silber im Vorjahr sicherte sich die 24-Jährige am Freitag in Warschau Bronze in der Klasse bis 63 Kilogramm. Lukas Reiter klassierte sich in der 73-kg-Kategorie an der siebenten Stelle.

Unterwurzacher musste nach einem Freilos und einem Erfolg im Pool-Finale eine Ippon-Niederlage gegen die spätere EM-Zweite Margaux Pinot (FRA) hinnehmen. In die Hoffnungsrunde gelangen der Olympiasiebenten zwei Siege - im Entscheidungskampf dank einer Waza-ari-Wertung gegen die Deutsche Martyna Trajdos - damit erreichte sie ihr Medaillenziel.

Kathrin Unterwurzacher

ÖJV/Oliver Sellner

„Eine EM-Medaille ist immer etwas Großartiges“, freute sich Unterwurzacher, die nach einem Armhebel vor der Hoffnungsrunde Probleme hatte. „Mit vereinten Kräften haben wir das aber gut hinbekommen“, sagte die Athletin des JZ Innsbruck. „Im Bronzekampf wusste ich nach der ersten Wertung, dass ich es über die Zeit bringen kann.“

Slowenien Trstenjak verteidigt Titel

Die Wiener EM-Debütantin Magdalena Krssakova hatte sich nach einem Sieg der Deutschen Trajdos geschlagen geben müssen. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Tina Trstenjak aus Slowenien verteidigte ihren Titel erfolgreich.

Bei den Männer erreichte Lukas Reiter (bis 73 kg) in seinem ersten Einzel-EM-Antreten nach einem Freilos dank zwei Siegen - unter anderen gegen den Olympiasieger von 2016, Lascha Schawdatuaschwili (GEO) - das Pool-Finale. Dort musste er sich aber dem Ungarn Miklos Ungvari durch Ippon beugen.

Reiter unterlag späterem EM-Dritten

In der Hoffnungsrunde unterlag der 21-Jährige dem späteren EM-Dritten Tommy Macias (SWE) nach nur 18 Sekunden mit Ippon. „Der Sieg über den Olympiasieger von 2012 war das Highlight. Der Kampf in der Hoffnungsrunde ist leider blöd gelaufen, das hat er sich nicht verdient“, sagte Herren-Bundestrainer Patrick Rusch.

Für Christopher Wagner waren bei der EM-Premiere zwei Siege zu wenig. Im Kampf um den Pool-Sieg musste er sich dem Russen Denis Jarzew geschlagen geben. Michaela Polleres gewann in der 70-kg-Klasse ihren ersten Kampf, unterlag aber anschließend der späteren Europameisterin Sanne van Dijke (NED) durch Ippon. Sie blieb ebenso wie Krssakova und Wagner unplatziert.