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Fünf Matchbälle abgewehrt

Dominic Thiem hat sich am Donnerstag beim ATP-Masters-1000-Turnier in Madrid in das Viertelfinale gekämpft. Der als Nummer acht gesetzte Österreicher wehrte gegen Grigor Dimitrow gleich fünf Matchbälle ab und rang den Bulgaren mit 4:6 6:4 7:6 (11/9) nieder. Am Freitagabend (21.30 Uhr) trifft Thiem nun auf den Kroaten Borna Coric, der den britischen Weltranglistenersten Andy Murray überraschend mit 6:3 6:3 eliminierte.

„Das Tiebreak war echt sehr hohes Niveau von beiden. Das Adrenalin ist besonders hoch im Tiebreak, das ist auch ein wenig Glückssache“, erklärte Thiem. „Es war wichtig, dass ich wieder einmal so ein enges Match gewinne. Das sind die schönsten Siege.“ Im ersten Satz sei er mit dem Slice Dimitrows nicht zurechtgekommen, mit dem ersten Rebreak in Satz zwei habe sich das Spiel aber ein bisschen gedreht. „Ich habe einfach gedacht, bleibe dran.“

Dimitrow kämpft sich nach Rückstand zurück

Zunächst lief für Thiem auch alles nach Plan. Gleich im ersten Game nahm er dem Bulgaren den Aufschlag ab und lag schnell 2:0 in Führung. Dimitrow schlug dann aber zurück, schaffte das Rebreak zum 2:2 und glänzte auch danach gleich mehrmals mit Zauberschlägen. Der Niederösterreicher agierte in weiterer Folge indes zu fehleranfällig und wackelte mehrmals bei eigenem Aufschlag, so auch beim Stand von 4:4. Dimitrow durchbrach erneut das Service des 23-Jährigen und servierte nach 46 Minuten zur 1:0-Satzführung aus.

Auch im zweiten Durchgang diktierte Dimitrow zunächst klar das Geschehen und lag nach einem Break schon mit 3:1 voran. Thiem kämpfte sich aber zurück in die Partie und holte die nächsten vier Games in Folge. Nach 45 Minuten stellte der Niederösterreicher den Satzgleichstand her. Im Entscheidungssatz drückte der Bulgare dann aber erneut auf das Tempo und lag schnell mit 3:0 voran.

Schlagabtausch bis zum letzten Ball

Thiem stand nun mit dem Rücken zur Wand und lief abermals einem Break hinterher, mit Unterstützung seines Gegners gelang ihm aber im berühmt-berüchtigtem siebenten Game erneut der Ausgleich. Dimitrow schlug zur wahrscheinlich vorentscheidenden 5:2-Führung auf, dem Weltrangslistenzwölften flatterten dabei aber die Nerven, und mit einem Doppelfehler ebnete er Thiem das Rebreak.

Dominic Thiem

APA/AP/Francisco Seco

Für Thiem entwickelte sich der Einzug ins Viertelfinale zur Schwerstarbeit

Die Entscheidung musste im Tiebreak fallen, und dieses entwickelte sich für den Niederösterreicher zu einem echten Thriller. Beide Spieler zeigten zunächst keine Blöße, dann erspielte sich Dimitrow aber ein Minibreak, zog auf 6:3 davon und erspielte sich gleich drei Matchbälle. Thiem zeigte aber keine Nerven, wehrte alle ab und glich zum 6:6 aus. Dimitrow legte aber erneut nach und war bei 7:6 erneut nur einen Punkt vom Sieg entfernt.

„Extreme Hochschaubahn der Gefühle“

Thiem konterte, vergab aber seinerseits die Vorentscheidung. Bei 8:9 wehrte der Niederösterreicher den fünften Matchball ab, machte auch die nächsten drei Punkte und nach 2:35 Stunden mit seinem zweiten Matchball den Sack endgültig zu. In seinem fünften Viertelfinale eines Masters-1000-Turniers kämpft Thiem nun gegen Coric um sein Halbfinaldebüt auf dieser höchsten Ebene unter den Grand Slams.

„Das war eine extreme Hochschaubahn der Gefühle. Es ist das Brutale im Tennis, dass es nur einen Sieger geben kann“, meinte Thiem, Dimitrows Leistung anerkennend. Die Bedingungen in der Höhenlage Madrids bezeichnete er als extrem schnell: „Das ist schneller als viele Hardcourts. Der Ball springt extrem hoch ab. Die Breaks habe ich auch gemacht, als ich weiter hinten retourniert habe. Gegen Coric wird es wieder ein anstrengendes Match.“

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