Themenüberblick

Neue Motivation nach Pause

Beate Schrott hat mit den Starts bei der Leichtathletik-WM heuer im August in London und der EM im kommenden Jahr in Berlin noch zwei große Ziele in ihrer Karriere. Es könnten die letzten großen Auftritte der Sportlerin werden. Denn ob Schrott ihre Karriere nach der EM 2018 fortsetzt, ist noch offen. Vorerst gilt die Konzentration der Hürdensprinterin jedoch dem Neustart.

Die mittlerweile 29-jährige Niederösterreicherin, die am Wochenende bei den Vereinsmeisterschaften in Salzburg auf einen erfolgreichen Auftakt in die Saison hofft, erlitt in ihrer Laufbahn bereits einige Rückschläge. Dem sensationellen siebenten Platz bei den Olympischen Spielen 2012 in London folgte bei der EM in Helsinki ein Jahr später Bronze. Danach geriet der Aufschwung jedoch ins Stocken. Im Juli 2015 blieb Schrott in Bellinzona (Schweiz) mit 12,92 zuletzt unter der Marke von 13 Sekunden.

Beate Schrott bei den Olympischen Spielen in Rio 2016

GEPA/Christian Walgram

Bei Olympia 2016 in Rio hatte Schrott nicht viel zu lachen

Bei der WM in Peking zog sie sich daraufhin im Halbfinale einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zu, für die Freiluft-EM 2016 in Amsterdam sagte sie wegen einer Verhärtung im rechten Oberschenkel ab. Zu den Sommerspielen nach Rio wurde sie mitgenommen, obwohl sie das im Jahr davor erbrachte Limit nicht bestätigt hatte. Als Vorlaufletzte erlebte sie ein Debakel. Wenigstens durfte sich die Niederösterreicherin über Dreisprung-Gold ihres Lebensgefährten Christian Taylor freuen.

Nachdenkphase und neuer Trainer

Danach begann für die österreichische Rekordhalterin (12,82) eine Nachdenkphase. Schrott veränderte ihr Trainingsumfeld, ihre Wohnsituation und ließ die Hallensaison aus. „Ich habe das mental gebraucht. Nach Rio habe ich schwer überlegt, ob ich aufhören soll. Ich musste mir die Pause geben, sonst hätte es keinen Spaß gemacht“, so Schrott in einem APA-Interview. Sie verließ den Trainingsstützpunkt im niederländischen Arnhem und übersiedelte nach Wien. Bei Familie und Freunden sei sie nach eigenen Angaben jetzt „ausgeglichener“.

Schrott schloss sich der Gruppe des deutschen Trainers Sven Rees in Stuttgart an, der Leistungssportdirektor der Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Leichtathletikverbände ist. „Ich fahre jede Woche Mittwoch hin und Samstag zurück. Seit April habe ich ihn viel gesehen, zuerst im Trainingslager auf Korsika in einer großen Gruppe, und zuletzt auf Lanzarote in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung nur mit der deutschen Hürdenläuferin Jackie Baumann.“ Die Zusammenarbeit mit Rees sei genau das, was sie brauche: „Ich bin richtig gespannt, was schon möglich ist.“

WM-Limit „machbar“

Für den Saisoneinstieg wählte sie bewusst eine Veranstaltung auf österreichischem Boden, die Wettkampfplanung sieht danach Antreten im deutschen Weinheim, in Genf in der Schweiz und im niederländischen Leiden vor. Schrott ist für den Neubeginn bereit. „Auf jeden Fall. Ich kann nicht sagen, dass ich noch einmal bis Olympia weitermache, aber bis zur EM 2018 in Berlin sicher“, sagte sie. Die nächsten Sommerspiele stehen 2020 in der japanischen Hauptstadt Tokio auf dem Programm.

Für die WM-Qualifikation in London benötigt Schrott 12,98 Sekunden. „Das müsste machbar sein. Mein Trainer ist der Meinung, dass wir weiter sind, als er es gedacht hätte. Er ist, was das WM-Limit betrifft, extrem positiv eingestellt. Ich renne jetzt mal die ersten Wettkämpfe, dann habe ich mal Zeiten stehen.“ Auch wenn sie ihn derzeit aufgrund unterschiedlicher Saisonvorbereitungen kaum sehen kann, ist Taylor weiterhin der Mann an ihrer Seite. „Sportlich habe ich die schwierigste, härteste Zeit meines Lebens hinter mir. Aber persönlich hat es mich weitergebracht, ich habe Christian kennengelernt.“

Links: