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Die Krönung einer eindrucksvollen Saison

Der AS Monaco hat am Mittwoch seine fulminante Saison mit dem ersten Meistertitel seit 17 Jahren gekrönt. Die Art und Weise, wie der Club aus dem Fürstentum die vierjährige Regentschaft von Paris Saint-Germain in der Ligue 1 beendet hat, kann durchaus als eindrucksvoll bezeichnet werden. Vor der letzten Runde schoss Monaco nicht weniger als 104 Tore auf dem Weg zum insgesamt achten Meistertitel der Clubgeschichte.

„PSG ist es gewohnt, Meister zu werden. Von Zeit zu Zeit können auch wir einen Titel holen. Das ist eine Errungenschaft und deshalb ist es jetzt an der Zeit, zu feiern“, erklärte Coach Leonardo Jardim, der mit seinem Paradigmenwechsel - weg von einer defensiven Ausrichtung hin zu einem offensiven Feuerwerk - den Erfolgslauf der Monegassen einläutete. Dass Jardim die Transformation in wenigen Monaten gelang, spricht für die Trainerfähigkeiten des Portugiesen.

Spielern von Monaco jubeln

APA/AP/Claude Paris

Mit dem 2:0 gegen Saint-Etienne krönten die Monaco-Spieler ihre Saison

Letzte Saison war Monaco mit 31 Punkten Rückstand auf Meister Paris Saint-Germain und lediglich 57 geschossenen Toren auf Platz drei gelandet. In der Saison 2014/15 kam Monaco ebenfalls auf den dritten Rang, erzielte dabei 51 Tore und stellte den Ligabestwert von nur 26 Gegentreffern auf. Mit einem hohen Sieg am Samstag beim letzten Spiel bei Stade Rennes könnte Monaco damit in einer Saison mehr Tore schießen als in den beiden Jahren zuvor zusammen.

Verdienter Titel für „spektakulärste Mannschaft“

„Die Fürsten sind endlich Könige“, titelte „Le Parisien“. „Es hat die Mannschaft triumphiert, die am spektakulärsten, am schönsten, am offensivsten gespielt hat. Das sollte immer so sein“, lobte „L’Equipe“. Mehr Tore als Monaco haben in einer Saison nur RC Paris (118) und Stade Reims (109) vor 57 Jahren geschossen. Falls Monaco gegen Rennes gewinnt, könnte auch der PSG-Rekord mit 30 Siegen aus der Saison 2015/2016 eingestellt und mit zwölf Siegen in Serie der Rekord von Girondins Bordeaux von 2008/2009 übertroffen werden.

Prince Albert II von Monaco

APA/AP/Claude Paris

Auch Fürst Albert zeigte seine Zufriedenheit mit dem achten Meistertitel

Dabei war Monaco im Dezember 2011 nach dem sportlichen Abstieg im Sommer sogar in der zweiten Liga am Tabellenende, der Sturz in die Bedeutungslosigkeit drohte. Aber dann kam Milliardär Dimitri Rybolowlew. Als Präsident rettete der Russe den Club nicht nur vor dem Bankrott, sondern führte ihn mit einer intelligenten Führungs- und Einkaufspolitik wieder bis ganz nach oben.

Erfolg weckt Interesse der Topclubs

Der jetzige Kader ist eine gute Mischung aus Routiniers wie Radamel Falcao (33), Regisseur Joao Moutinho (30) und Goalie Danijel Subasic (32) sowie Jungstars wie Tiemoue Bakayoko (22), Fabinho (23), Benjamin Mendy (22), Thomas Lemar (21), Bernardo Silva (22) - und vor allem mit dem erst im Winter in die Mannschaft gekommenen Kylian Mbappe. Seit dem 1. Februar traf der 18-Jährige in 23 Pflichtspielen 20-mal und legte einen kometenhaften Aufstieg hin.

Kylian Mbappe erzielt ein Tor

Reuters/Jean-Pierre Amet

Torjäger Kylian Mbappe von Monaco loszueisen, wird ein teures Unterfangen

Der Erfolg könnte aber auch eine nicht unwesentliche Schattenseite haben. Das Leistungspotenzial der Monaco-Offensive hat Begehrlichkeiten geweckt. Schlüsselspieler der Meistermannschaft stehen auf den Wunschzetteln der europäischen Topclubs ganz oben. Silva wird nach Medienberichten vom FC Bayern umworben, an Lemar soll unter anderen der FC Barcelona interessiert sein. Und Mbappe will sich Real-Präsident Florentino Perez schnappen.

„Wir müssen keinen Spieler verkaufen“

Einen Ausverkauf wie im Sommer 2015 wird es laut den Clubverantwortlichen diesmal aber nicht geben. Vor zwei Jahren mussten die Monegassen aufgrund des Financial Fair Play der UEFA Geld auftreiben und verkauften Spieler wie Anthony Martial um kolportierte 80 Millionen Euro an Manchester United. Insgesamt wurden damals mit den Transfers an die 200 Millionen Euro lukriert. Die finanzielle Situation ist aktuell aber wesentlich besser.

„Wir müssen nicht verkaufen, unser Budget ist stabil“, hatte Monaco-Vizepräsident Wadim Wasiljew bereits vor dem Aus im Champions-League-Semifinale gegen Juventus Turin erklärt. „Mit den Einnahmen aus der Champions League und dem Meistertitel sind wir nicht in der gleichen Situation wie 2015. Monaco wird in der nächsten Saison ein sehr konkurrenzfähiges Team haben“, versprach Wasiljew.

Ligue 1

Nachtrag und 38. Runde

Mittwoch, 17. Mai:
Monaco St. Etienne 2:0
Samstag, 20. Mai:
Rennes Monaco 21.00 Uhr
Paris SG Caen 21.00 Uhr
Nancy St. Etienne 21.00 Uhr
Lorient Bordeaux 21.00 Uhr
Lilles Nantes 21.00 Uhr
Marseille Bastia 21.00 Uhr
Lyon Nizza 21.00 Uhr
Toulouse Dijon 21.00 Uhr
Anger Montpellier 21.00 Uhr
Guingamp Metz 21.00 Uhr

Tabelle

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