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Meisterschaft auf der Zielgeraden

Die europäischen Topligen biegen am Wochenende in die Zielgerade ein. In Deutschland, Spanien, England und Frankreich stehen die finalen Runden und Entscheidungen an. Auch in Italien könnte nach dem vorletzten Spieltag bereits alles entschieden sein. Im ORF.at-Überblick die wichtigsten Entscheidungen quer über den Kontinent.

Eröffnet wird der Showdown in Europa am Samstag mit der 38. und letzten Runde in der deutschen Bundesliga. Zwar stehen mit Bayern München sowie RB Leipzig Meister und Vizemeister schon vorab fest, das Kampf um das dritte direkte CL-Fixticket sowie die Europacup-Startplätze, vor allem aber der Krimi um den Relegationsplatz versprechen Spannung bis zur letzten Spielminute. Gleich drei Teams müssen noch zittern. Ingolstadt und Darmstadt stehen indes bereits als Fixabsteiger fest.

Mario Gomez, Yunus Malli (Wolfsburg) und Matthias Ostrzolek (HSV)

GEPA/Witters/Valeria Witters

Wolfsburg und der HSV kämpfen im direkten Duell gegen den Abstieg

Die schlechteste Ausgangssituation hat einmal mehr der bereits zweimal erfolgreich in Relegationsduellen erprobte Hamburger SV, der zwei Zähler hinter dem Trio Mainz, Augsburg und Wolfsburg (je 37 Punkte) liegt. Da sich die Hamburger und Wolfsburg im direkten Duell gegenseitig in jedem Fall Punkte wegnehmen, sind die Mainzer dank der weit besseren Tordifferenz schon vorab gerettet. Der HSV steht vor einem Pflichtsieg, Wolfsburg (Tordifferenz -17) könnte sich sogar eine knappe Niederlage leisten, wenn Augsburg beim CL-Aspiranten Hoffenheim verliert und seinen Vorsprung im Torverhältnis (-16) verspielt.

Deutsche Bundesliga

Tabelle und Spielplan

Bremen als Zünglein an der Waage

Ein Szenario, das nicht unwahrscheinlich ist, da die Hoffenheimer noch nach einem CL-Fixplatz greifen. Nach einer imposanten Saison liegt der Club hinter dem punktegleichen Borussia Dortmund auf Rang vier. Sollten sich die Dortmunder von den Querelen rund um Coach Thomas Tuchel ablenken lassen und daheim gegen Werder Bremen patzen, könnte Hoffenheim noch am BVB vorbeiziehen. Zumal die Hanseaten selbst noch mit Platz sechs und damit einem Europa-League-Qualiplatz spekulieren.

Die achtplatzierten Bremer (45 Punkte) müssen dafür allerdings nicht nur die schwere Auswärtspartie in Dortmund gewinnen, sondern gleichzeitig auch auf Patzer des Tabellensechsten Freiburg (48) beim Gastspiel bei Bayern München sowie die siebentplaztierten Kölner (46) daheim gegen Mainz hoffen. Hertha BSC (49) hat als aktueller Tabellenfünfter zumindest den EL-Qualiplatz bereits in der Tasche. Gegner zum Abschluss ist daheim Bayer Leverkusen.

La Liga sucht seinen Meister

Im Gegensatz zu den restlichen Topligen in Europa erstreckt sich das Abschlussprogramm in Spanien über drei Tage. Eröffnet wurde die 38. Runde am Freitag mit einem 2:1-Sieg von Espanyol Barcelona gegen Schlusslicht Granada, das neben Osasuna und Sporting Gijon bereits vor dem letzten Spieltag als Fixabsteiger feststand. Am Samstag beschließt unter anderem der FC Sevilla, der als Vierter schon fix das Ticket für die CL-Qualifikation in der Tasche hat, die Saison gegen den Vorletzten Osasuna.

Richtig spannend wird es in La Liga allerdings erst am Sonntag. Als Vorspiel des Fernduells um den Titel zwischen Real und Barcelona werden am Nachmittag die beiden Europacup-Starplätze zwischen Villarreal (64 Punkte), Athletic Bilbao und Real Sociedad (je 63) vergeben. Die schwerste Aufgabe aus dem Trio hat dabei Bilbao, das beim Tabellendritten Atletico Madrid, das schon das dritte CL-Ticket gelöst hat, antreten muss. Villarreal gastiert beim Tabellenzwölften Valencia, Real Sociedad empfängt den 13. Celta de Vigo.

Cristiano Ronaldo und James Rodriguez (Real)

AP/Francisco Seco

Ein Punkt reicht Real zum Titel, ein Umfaller wahrscheinlich Barcelona

Der Showdown um den Titel beginnt dann als Fernduell zeitgleich um 20.00 Uhr. Vor dem Finale hält Real bei 90 Punkten und hat drei Zähler mehr als der FC Barcelona. Bei Punktegleichheit wäre am Ende nach dem 38. Spieltag aber wieder der Erzrivale zum dritten Mal in Serie Meister, denn die Katalanen waren im direkten Vergleich besser. Real will am Sonntag bei Malaga (Tabellenelfter) den nötigen Punkt für die 33. Meisterschaft, die erste seit 2012, holen, Barcelona empfängt gleichzeitig Eibar (8.).

City greift nach drittem CL-Fixplatz

Auch in England stehen wie in Spanien vor dem letzten Spieltag am Sonntag die Absteiger mit Sunderland, Middlesbrough und Hull City bereits fest. Mit Chelsea als Meister und Tottenham als dessen Vize sind vorzeitig auch schon zwei der drei Fixplätze in der Champions League vergeben. Offen ist indes noch der Kampf um Rang drei, den Manchester City unbedingt verteidigen will. Die „Citizens“, die 75 Punkte auf dem Konto haben und mit zwei Punkten Vorsprung auf Liverpool und drei auf Arsenal in das Finale gehen, treffen auswärts auf den Prödl-Club Watford (16.).

Arsene Wenger

APA/AFP/Adrian Dennis

Für Wenger könnte nach 21 Jahren bei Arsenal endgültig Schluss sein

Premier League

Tabelle und Spielplan

Immerhin aus eigener Kraft einen Platz in der Qualifikation für die Königsklasse sichern kann sich auch der Vierte Liverpool, der mit dem Vorletzten Middlesbrough daheim zudem vor einer durchaus lösbaren Aufgabe steht. Das schwerste Los hat sicher Trainer Arsene Wenger, der nicht nur vor einem Pflichtsieg gegen den Tabellensechsten und Europa-League-Starter Everton steht, sondern zudem auf Umfaller von ManCity und Liverpool hoffen muss. Das erstmalige Verpassen der Königsklasse seit der Saison 1997/98 könnte Ära von Wenger bei den „Gunners“ nach 21 Jahren jedenfalls beenden.

Abstiegskrimi in Frankreich und Italien

In der französischen Ligue 1 steht seit Mittwoch Monaco als Meister fest. Spannung verspricht am letzten Spieltag am Samstag deshalb vor allem der Abstiegskampf, in den noch fünf Clubs verwickelt sind. Selbst das Schlusslicht Nancy (32 Punkte) darf noch auf den Relegationsplatz hoffen, auf dem aktuell Lorient (35) - allerdings mit der weit schlechteren Tordifferenz - liegt. Nancy muss allerdings unbedingt gegen Saint-Etienne gewinnen und auf einen Patzer von Lorient daheim gegen Bordeaux hoffen. Vor Zitterspielen stehen auch der Vorletzte Bastia (34) in Bordeaux, Caen (36) bei Paris Saint-Germain sowie Dijon (36) in Toulouse.

In der italienischen Serie A stehen zwar noch zwei Runden auf dem Programm, Champions-League-Finalist Juventus Turin könnte aber am 37. Spieltag den nächsten Schritt zum Triple machen. Bereits am Samstag müssen die Verfolger AS Roma (81 Punkte) auswärts gegen Chievo und Napoli (80) daheim gegen Fiorentina gewinnen, um die Entscheidung zumindest auf Sonntag zu verschieben.

Gonzalo Higuain (Juve)

APA/AP/Gregorio Borgia

Der Meisterteller liegt für Juventus am Sonntag bereit

Spätestens dann könnte Juve (85) den Sack mit einem Heimsieg gegen den Tabellen-18. Crotone eine Runde vor Schluss endgültig zumachen. Die Gäste kämpfen allerdings ihrerseits gegen den Abstieg und brauchen dringend Punkte. Während Palermo (23) und Pescara (14) nicht mehr zu retten sind, könnte Crotone (31) in den ausstehenden Runden noch an Genoa (33) und Empoli (32) vorbeiziehen. Ein heißes Finish kündigt sich also auch in Italien an.

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