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Nächstes Duell mit Sandplatzkönig

Dominic Thiem hat seinen Erfolgslauf auf Sand prolongiert. Der 23-jährige Niederösterreicher rang am Donnerstag beim Masters-1000-Turnier in Rom den Aufschlagriesen Sam Querrey 3:6 6:3 7:6 (9/7) nieder und zog nach hartem Kampf und drei abgewehrten Matchbällen ins Viertelfinale ein. Dort kommt es nun innerhalb von drei Wochen zum dritten Aufeinandertreffen mit Rafael Nadal.

Der Spanier hatte sich kurz zuvor klar gegen Querreys Landsmann Jack Sock mit 6:3 6:4 durchgesetzt. Zuletzt musste sich Thiem dem 30-jährigen Spanier sowohl beim ATP-Masters-1000-Turnier in Madrid als auch beim 500er-Turnier in Barcelona im Endspiel jeweils in zwei Sätzen geschlagen geben, wobei er Nadal in der spanischen Hauptstadt am Sonntag bereits vor größere Probleme gestellt hatte. Die Partie gegen den Weltranglistenvierten ist am Freitag als dritte Partie auf dem Centre-Court angesetzt und beginnt nicht vor 16.00 Uhr.

Sam Querrey

APA/AFP/Andreas Solaro

Der US-Amerikaner Querrey forderte Thiem im Rom-Achtelfinale alles ab

„Ich bin schlecht in die Partie gestartet, allerdings hat Querrey auch wirklich gut gespielt“, sagte Österreichs Nummer eins. „Natürlich war ich müde, aber wenn’s läuft, dann läuft’s. Und dann gewinnt man auch solche Matches.“ Körperlich sei alles gut, aber das erste Masters-Finale am Sonntag in Madrid war „emotional etwas Neues, das ist ein bisschen anstrengend. Und dann in Rom die Spannung zu halten schwierig.“ Auf das Duell mit Nadal freue er sich riesig, das sei eine „unschätzbare Erfahrung“. Nun hoffe er, dass er sich bis Freitag gut regeneriere.

Frühes Break ebnet Querrey ersten Satz

Querrey erwies sich von Beginn an als der erwartet unangenehme Gegner. Längere Ballwechsel, bei denen Thiem die eigenen Stärken ausspielen hätte können, blieben zunächst aus, der US-Amerikaner suchte die schnelle Entscheidung. Bei eigenem Aufschlag blieb der 1,98 Meter große Aufschlagriese unantastbar, ein Doppelfehler und ein unerzwungener Fehler Thiems mit der Rückhand ebneten dem US-Amerikaner dann sogar ein frühes Break und eine 2:0-Führung.

Thiem fand erst langsam in die Partie, brachte seine weiteren Aufschlagspiele aber souverän durch. Umso ärgerlicher war deshalb das frühe Break. An der Rollenverteilung änderte sich nämlich nichts. Falls es bei eigenem Service doch etwas brenzliger wurde, packte Querrey ein starkes Service aus, Thiem lief dem Break weiter hinterher und musste auf Fehler des US-Amerikaners warten. Da sich Querrey aber keine Schwächen leistete, ging der erste Durchgang nach nur 28 Minuten mit 6:3 an den Weltranglisten-28.

Thiem findet das richtige Rezept

Den zweiten Satz eröffnete Thiem mit dem Aufschlag und er konnte damit jeweils vorlegen. Und dabei zeigte sich, dass der ÖTV-Star den US-Amerikaner als variantenreicherer Spieler durchaus auch gefährden konnte. Erstmals kratzte Österreichs Nummer eins beim Stand von 3:2 an Querreys Aufschlagdominanz. Thiem hatte sich besser auf das Service des 29-Jährigen eingestellt und zwang diesen nun zu längeren Ballwechseln, bei denen der Niederösterreicher fast immer das bessere Ende für sich hatte.

Plötzlich lag er 40:15 voran, Querrey konterte aber mit zwei Assen. Thiem setzte allerdings nach und holte sich mit den nächsten beiden Punkten seine dritte Breakchance. Nun wackelte der US-Amerikaner und musste über den zweiten Aufschlag gehen. Der Österreicher nutzte seine Chance, ging volles Risiko und durchbrach mit einem sensationellen Passierball praktisch parallel zum Netz den Aufschlag Querreys. Ein Vorteil, den er sich nicht mehr nehmen ließ und der ihm nach genau einer Stunde den Satzausgleich ebnete.

Tiebreak-Krimi entscheidet Match

Der Entscheidungssatz verlief zunächst ausgeglichen. Beim Stand von 2:2 stolperte Querrey allerdings fast über die eigenen Nerven. Ein Return von Thiem kratzte die Linie, der US-Amerikaner zweifelte, ließ sich aber zu lange Zeit, den Stuhlschiedsrichter zu bitten, den Abdruck zu kontrollieren. Querrey haderte kurzfristig, musste bei 30:30 über den zweiten Aufschlag gehen, und Thiem erspielte sich einen Breakball. Abermals zog sein Gegner aber dank seines starken Aufschlags den Kopf aus der Schlinge und holte sich das Game.

Da sich keiner der beiden Spieler mehr einen Vorteil erspielen konnte, musste die Entscheidung im Tiebreak fallen. Dort gelang Thiem zwar gleich zu Beginn ein Minibreak, Querrey kämpfte sich aber zurück und glich zum 2:2 aus. Nun ging es Schlag auf Schlag. Ein Minibreak folgte dem nächsten, bis Querrey nach einem sensationellen Cross-Passierball plötzlich mit 6:4 voran lag und zwei Matchbälle hatte. Ein Winner und ein starker Grundlinienschlag retteten Thiem, der bei 6:7 noch einen dritten Matchball abwehrte, seinerseits seine erste Chance nutzte und das Tiebreak und das Spiel nach 1:58 Stunden für sich entschied.

4.273.775-Euro-ATP-Turnier in Rom

Achtelfinal-Tableau:
Alexander Zverev (GER/16) Fabio Fognini (ITA) 6:3 6:3
Milos Raonic (CAN/5) Tomas Berdych (CZE/12) 6:3 6:2
John Isner (USA) Stan Wawrinka (SUI/3) 7:6 (7/1) 6:4
Marin Cilic (CRO/6) David Goffin (BEL/9) 6:3 6:4
Dominic Thiem (AUT/8) Sam Querrey (USA) 3:6 6:3 7:6 (9/7)
Rafael Nadal (ESP/4) Jack Sock (USA/13) 6:3 6:4
Juan Martin del Potro (ARG) Kei Nishikori (JPN/7) 7:6 (7/4) 6:3
Novak Djokovic (SRB/2) Roberto Bautista Agut (ESP) 6:4 6:4

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