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Bange Minuten in der Schlussphase

Kanada hat bei der Eishockey-WM in Köln und Paris Gastgeber Deutschland im Viertelfinale knapp mit 2:1 (1:0 1:0 0:1) besiegt. Der Titelverteidiger war am Donnerstag vor 16.653 Zuschauern in Köln zwar drückend überlegen, konnte die Partie aber nicht vorzeitig entscheiden und musste nach dem Anschlusstreffer in der Schlussphase noch bange Minuten überstehen.

Ein Torschussverhältnis von 50:20 zeigt die Dominanz der Kanadier deutlich auf. Deutschland war vor allem im Mitteldrittel bei nur einem Torschuss - trotz zweier Überzahlspiele - offensiv harmlos. Dass die Niederlage nicht höher ausfiel, hatten die Gastgeber ihrem starken Goalie Philipp Grubauer zu verdanken.

Philipp Grubauer

APA/AP/Martin Meissner

Goalie Grubauer ließ bei 50 Schüssen auf sein Tor nur zwei Treffer zu

Mark Schiefele (18./PP) und Jeff Skinner (39.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Headcoach Jon Cooper. Nach dem überraschenden Anschlusstreffer von Yannic Seidenberg (54.) in Unterzahl kam noch einmal Hoffnung beim Publikum auf, Kanada ließ sich die knappe Führung aber nicht mehr nehmen. Im Halbfinale am Samstag (15.15 Uhr, live in ORF Sport +) kommt es nun zum Showdown gegen Russland.

Deutschland macht es Kanada „zu leicht“

„Wir haben es ihnen zu leicht gemacht“, sagte Seidenberg. „Jedes Mal, wenn wir die Scheibe hatten, haben wir sie sofort wieder hergegeben.“ Vor allem im Aufbau seien die Pässe oft zu ungenau gewesen, bemängelte er. Auch Goalie Grubauer meinte: „Ich denke nicht, dass wir so gut gespielt haben.“ Er lobte die Fans: „Es war natürlich eine super Heim-WM. Die Stimmung war bombastisch.“

Das Team von Headcoach Marco Sturm schließt das Heimturnier nach dem Viertelfinale als WM-Achter ab. Sturm war dennoch zufrieden: „Unser Ziel war vorher, wir wollten den nächsten Schritt gehen, und das haben wir im Laufe des Turniers gemacht.“

Schweden bezwingt die Schweiz

Mitfavorit Schweden bezwang im zweiten Abendspiel Außenseiter Schweiz mit 3:1 (1:1 1:0 1:0). Die Eidgenossen, die bisher ein überragendes Turnier gespielt hatten, hielten die Partie gegen die Schweden bis Mitte des zweiten Drittels offen. Doch nach einem zwischenzeitlichen 1:1 entschieden William Nylander (34.) und Alexander Edler (44.) die Neuauflage des WM-Finales von 2013 für den Favoriten. Im Semifinale treffen die Schweden am Samstag auf Finnland (19.15 Uhr, live in ORF Sport +).

Alexander Edler, Joel Lundqvist und John Klingberg

APA/AP/Petr David Josek

Im Semifinale kommt es für Schweden zum skandinavischen Duell mit Finnland

Eishockey-WM 2017, Viertelfinale

Donnerstag:

Kanada - Deutschland 2:0

(1:0 1:0 0:1)

Köln, 16.653 Zuschauer

Tore: Scheifele (18./PP), Skinner (39.) bzw. Seidenberg (54./SH)

Strafminuten: 8 bzw. 8 + 10 Disziplinar Wolf

Schweden - Schweiz 3:1

(1:1 1:0 1:0)

Paris, 8.417 Zuschauer

Tore: Bäckström (5.), Nylander (34.), Edler (44.) bzw. Haas (13.)

Strafminuten: 6 bzw. 2

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