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Unterhaching gibt Lizenz ab

Der Österreichische Volleyball-Verband (ÖVV) hat nach einer Vorstandssitzung am Freitag den Beschluss gefasst, dass Herren-Serienmeister Hypo Tirol in der deutschen Meisterschaft mitspielen und einen Teil der Heimmatches in Innsbruck austragen kann. Die Entscheidung des deutschen Verbandes wird für Dienstag erwartet.

Nach zehn Meistertiteln in Österreich und vier davon in Folge war Hypo Tirol auf der Suche nach etwas Neuem. Eine Möglichkeit eröffnete sich in Deutschland, weil der TSV Unterhaching bei der deutschen Liga um eine Wildcard ansuchte und diese Lizenz nun an Tirol abtreten will. Nach anfänglich strikter ablehnender Haltung des ÖVV gegenüber der Tiroler Idee stimmte man nun nach Vorstandsbeschluss zu, weil die Innsbrucker u. a. das Angebot gemacht hatten, vier bis fünf österreichische Nationalteamspieler in den Kader aufzunehmen.

Meister Tirol spielt in Deutschland

Ein versöhnliches Ende gab es im Streit zwischen dem Volleyballverband und Meister Hypo Tirol. Die Innsbrucker dürfen ab der kommenden Saison in der stärkeren deutschen Liga spielen.

Ende der Streitigkeiten

Tirol-Manager Kronthaler, der von positiven Signalen aus Deutschland berichtete („Der deutsche Volleyball-Präsident ist dafür“), erklärte, dass er das Gespräch mit ÖVV-Boss Kleinmann gesucht habe. Mit ein Grund seien auch die Vorgänge der jüngsten Vergangenheit gewesen. So hatte es etwa einen Misstrauensantrag gegen den ÖVV-Vorstand gegeben. Der geplante Umsturz an der Spitze misslang aber, Kleinmann blieb Präsident. Kronthaler konnte dem „Trauerspiel“ nicht viel abgewinnen: „Man kann den Präsidenten nicht aus dem eigenen Büro rausjagen, das ist eine Respektlosigkeit“, so der Tiroler.

Peter Kleinmann (OEVV) und Hannes Kronthaler (Hypo Tirol)

GEPA/Philipp Brem

Streit beendet: Kleinmann (l.) und Kronthaler fanden einen grünen Zweig

Obwohl hinlänglich bekannt ist, dass Kleinmann und Kronthaler eher weniger als mehr miteinander können, wollte auch der Tirol-Manager nicht mehr streiten und überzeugte stattdessen den ÖVV-Chef mit Argumenten. Denn Hypo Tirol darf die Heimspiele in der deutschen Bundesliga nur in Österreich austragen, wenn der ÖVV das genehmigt. Der Verband entschied sich letztlich dafür, womit auch Innsbruck als Volleyball-Standort erhalten bleibt, damit auch die Nachwuchsarbeit und Sponsoren. Am Zug ist nun am Montag erst die deutsche Liga, Dienstag bedarf es dann eines Vorstandsbeschlusses im Verband.

Kronthaler weiß, dass man in den ersten Jahren in Deutschland noch nicht um den Titel mitspielen wird können. „Unser Ziel ist nicht der Meister, wir wollen uns am fünften, vierten Platz einpendeln. Im zweiten Jahr versuchen wir, das Budget zu steigern. Am 20. Mai habe ich normal 80 Prozent meiner Mannschaft, jetzt habe ich keinen. Aber das werden wir schon schaffen.“ Was die Teamspieler betrifft, nannte Kronthaler Namen wie Alexander Tusch, Lorenz Koraimann und Paul Buchegger.

Noch keine Ruhe im Verband

Hintergrund der Abwanderung der Tiroler war auch ein Sponsorenkonflikt, steht dem jahrelangen Geldgeber der Innsbrucker Hypo doch auf Ligaebene seit einem Jahr mit DenizBank ein anderes Geldinstitut gegenüber. In der laufenden Saison reagierte Tirol-Manager Kronthaler darauf, indem er die verpflichtenden DenizBank-Banden bei Ligaspielen nicht aufstellte. Die dafür fällige Strafsumme zahlte er. Die Pönale wurde nun aber kräftig erhöht. Letztlich unterließen die Tiroler die Nennung für die nächste Saison.

Im ÖVV ist unterdessen noch längst keine Ruhe eingekehrt. Am Samstag ist ein Treffen der Landesverbände geplant. Kronthaler wollte ihnen mit auf dem Weg geben, dass sie dem Beispiel von ihm und Kleinmann folgen sollen, denn „wenn wir so weitertun, ist der Volleyball kaputt“. Und Kleinmann richtete seinen Kritikern aus: „Ich habe immer gesagt, wenn ich 70 bin, werde ich mich zurückziehen. Und das werde ich im September. Ich ersuche die Landespräsidenten: Machen wir Schluss mit dem Krieg. Nach der Beachvolleyball-WM berufen wir eine Generalversammlung ein, und ich werde nicht mehr kandidieren.“

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