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Sensationsfrau Ostapenko am Ziel

Die erst 20-jährige Jelena Ostapenko hat mit ihrem ersten Turniersieg gleich einen Grand-Slam-Titel erobert. Die Lettin setzte sich am Samstag im Finale der French Open in Paris gegen die als Nummer drei gesetzte Simona Halep nach hartem Kampf mit 4:6 6:4 6:3 durch. Ostapenko ist die erste ungesetzte Athletin, die bei den French Open in der Profiära triumphiert hat.

Ostapenko drehte das Spiel gegen Favoritin Halep nach 4:6 0:3-Rückstand und verwandelte nach 1:59 Stunden ihren ersten Matchball. Die Weltranglisten-47. wird mit dem Major-Erfolg am Montag auf jeden Fall in die Top 20 vorstoßen. Halep verpasste mit der Finalniederlage den Sprung an die Spitze der Weltrangliste, die weiter von der Deutschen Angelique Kerber angeführt wird. Die 25-jährige Halep stand bereits 2014 im Finale von Paris, damals war sie Maria Scharapowa unterlegen.

Jelena Ostapenko

Reuters/Gonzalo Fuentes

Überraschungssiegerin Ostapenko mit verdienten Pokal

Siegerin Ostapenko suchte nach ihrem Triumph nach Worten. „Ich bin 20 Jahre alt und habe die French Open gewonnen. Das ist einfach unglaublich. Ich habe keine Wort für meinen Sieg“, sagte die Lettin, die übrigens als erste Spielerin seit Gustavo Kuerten ihren allerersten Turniertitel in Roland Garros holte. Der Brasilianer hatte seinen ersten von drei Paris-Triumphen ausgerechnet am 8. Juni 1997 gefeiert - an Ostapenkos Geburtstag.

Junge Lettin sorgt für French-Open-Sensation

Bei den Damen sorgt Jelena Ostapenko für eine Sensation. Die junge Lettin besiegt die Rumänin Simona Halep und gewinnt in Paris ihren ersten Titel überhaupt. Das ist zuletzt Gustavo Kuerten vor 20 Jahren gelungen.

Satzverlust nach starkem Beginn

Zwei Tage nach ihrem 20. Geburtstag begann Ostapenko auf dem Court Philippe Chatrier furios. Mit ihrem Vollgastennis nahm sie Halep sofort den Aufschlag ab - und das auch noch zu null. Ein Raunen ging durch das Publikum, das die Lettin mit ihrer unbekümmerten Spielweise bereits in den Runden zuvor ins Herz geschlossen hatte. Doch Halep blieb ruhig und schaffte sofort den Ausgleich.

Zum 3:2 gelang Ostapenko erneut ein Break, aber wieder konnte sie danach ihr Service nicht halten. Mit Laufe der Spiels schien es, als würde es Ostapenko mit ihrer riskanten Spielweise an diesem Tag schwer haben. Zwar begeisterte sie immer wieder mit rasanten Winner-Schlägen. Doch die Zahl der vermeidbaren Fehler war auf der anderen Seite zu hoch. So holte sich Halep mit ihrer reiferen und ausgewogeneren Taktik nach 37 Minuten den ersten Satz.

Trendumkehr im zweiten Satz

Ostapenko schaute frustriert und etwas ratlos in ihre Box, eine neue Taktik bekam sie aber auch von dort nicht mit auf den Weg gegeben. Halep brauchte daher zu Beginn des zweiten Abschnitts eigentlich nicht viel mehr zu machen, als den Ball im Spiel zu halten. Der nächste Fehler der Lettin ließ nicht lange auf sich warten.

Erst beim Stand von 0:3 aus ihrer Sicht bekam Ostapenko wieder etwas mehr Präzision in ihr Spiel und war damit sofort zurück in der Partie. Beim Stand von 3:3 ging der zweite Satz praktisch wieder von vorne los. Die Lettin drehte tatsächlich die Partie und holte sich nach 1:25 Stunden den zweiten Satz.

Jelena Ostapenko und Simona Halep

APA/AP/Petr David Josek

Halep (l.) gratulierte der erst 20-jährigen Ostapenko fair zum Paris-Triumph

Auf einmal lag die Sensation in der Luft, die jüngste Finalistin bei einem Grand-Slam-Turnier seit der Dänin Caroline Wozniacki vor acht Jahren bei den US Open hatte plötzlich die besseren Karten. Und auch wenn sie noch einmal mit 1:3 in Rückstand geriet, ließ sich Ostapenko jetzt nicht mehr aufhalten. Zum 2:3 schaffte sie das Rebreak und gab fortan kein Spiel mehr ab. Halep stemmte sich zwar gegen die erneute Finalniederlage, doch am Ende waren 54 Winner von Ostapenko einfach zu viel.

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