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„Toughes Match“ gegen Trauzeugen

Sieben Jahre nach dem Erfolg von Jürgen Melzer greift wieder ein Österreicher nach dem Doppel-Titel in Wimbledon. Oliver Marach trifft am Samstag (17.00 Uhr MESZ), einen Tag vor seinem 37. Geburtstag, gemeinsam mit dem Kroaten Mate Pavic als Nummer 16 auf den Polen Lukasz Kubot und den Brasilianer Marcelo Melo. „Das ist mein absolutes Highlight“, sagte Marach.

Er hatte sich zweimal für das Doppel-Masters qualifiziert, doch das Finale in Wimbledon überstrahlt alles. „Das Finale ist ein Wahnsinn, mein größter Erfolg“, freute sich Marach. Einen Grand-Slam-Titel im Herren-Doppel haben erst zwei Österreicher geholt: Jürgen Melzer in Wimbledon 2010 und bei den US Open 2011 sowie Julian Knowle bei den US Open 2007.

„Das beste Doppel“

Mit Kubot, seinem Trauzeugen, hatte Marach fünf seiner bisher 15 ATP-Titel erobert, beide kennen sich also sehr gut. Auch mit Melo harmoniert der Pole ausgezeichnet, wie die jüngsten zwei Rasentitel in Hertogenbosch und Halle beweisen.

Marcelo Melo und Lukas Kubot

APA/AFP/Getty Images/Rob Foldy

Marcelo Melo (l.) und Lukasz Kubot (r.) gehen als Favoriten in das Finale

„Sie sind heuer das beste Doppel, das wird ein toughes Match“, erklärte Marach vor dem Duell mit dem als Nummer vier gesetzten Duo. „Aber wenn wir so spielen wie im Viertelfinale, dann haben wir eine gute Chance. Da haben wir unmenschlich gespielt.“

Schmerztabletten für Marach

Nach der Vorgeschichte Marachs ist schon der Finaleinzug, der jedem Spieler 100.000 Pfund (rund 113.000 Euro) einbringt, ein Erfolg. „Ich habe nicht einmal gewusst, ob ich in Wimbledon spielen kann“, sagte der in Panama lebende Steirer. Eine bei den French Open aufgetretene Handgelenksverletzung hatte Marach bei den Rasenturnieren in Stuttgart (Finale) und Antalya (Aufgabe im Finale) behindert.

Mate Pavic und Oliver Marach

GEPA/Matthias Hauer

Pavic (l.) und Marach (r.) kamen erst nach Startschwierigkeiten auf Touren

Mit den beiden Finalen stand immerhin die zuvor infrage gestellte weitere Zusammenarbeit mit dem 24-jährigen Pavic fest. Das Selbstvertrauen war groß und auch die Blessur bekam Marach in London in den Griff. „Ich kann voll spielen, nehme aber zur Vorsicht Schmerztabletten“, sagte der gebürtige Grazer.

Nach Wimbledon trennen sich die Wege von Marach und Pavic für zwei Wochen. Marach spielt ab 30. Juli beim Generali Open in Kitzbühel gemeinsam mit dem Vorarlberger Philipp Oswald. Auf den Hartplätzen in Cincinatti, Montreal und bei den US Open wird wieder Pavic sein Partner sein.

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