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Ferrari als großer Verlierer

Lokalmatador Lewis Hamilton hat zum fünften Mal den Großen Preis von Großbritannien gewonnen. Der Brite siegte am Sonntag in Silverstone ungefährdet vor seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas, Dritter wurde Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen. Der WM-Führende Sebastian Vettel wurde nach einem Reifenschaden an seinem Ferrari in der vorletzten Runde nur Siebenter.

„Ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben. Ich bin stolz, dass ich das für euch alle geschafft habe“, jubelte Hamilton, der mit seinem insgesamt 57. Grand-Prix-Sieg den WM-Rückstand auf Vettel von 20 Punkten auf einen einzigen Zähler verkürzte. Im Finish überschlugen sich in Silverstone die Ereignisse: Vor Vettels Problem war auch bei seinem Teamkollegen Räikkönen der linke Vorderreifen schadhaft geworden, er kämpfte sich aber auf Platz drei ins Ziel. Vierter wurde Max Verstappen vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Daniel Ricciardo.

Lewis Hamilton (Mercedes) lässt sich jubelnd von der Menge tragen

Reuters/Jason Cairnduff

Zum fünften Mal gewann Hamilton seinen Heim-GP in Silverstone

Spannung hinter Hamilton

Während Hamilton einen völlig ungefährdeten Start-Ziel-Sieg feierte, ging es dahinter spannend zu. Vor allem dank Bottas, der auf eine beherzte Aufholjagd zurückblickte. Der Finne war als Vierter des Qualifyings wegen unerlaubten Getriebewechsels auf den neunten Startplatz strafversetzt worden, im Rennen holte er zum Gegenschlag aus. Nach zehn Runden lag er mit seinem Mercedes schon auf Platz fünf und nahm den vor ihm fahrenden Vettel im Ferrari ins Visier, der sich mit Verstappen gerade ein harten Kampf um Platz drei lieferte.

Hamilton gewinnt Heimrennen in Silverstone

Lewis Hamilton feiert in Silverstone einen überlegenen Heimsieg. In einer turbulenten Schlussphase wirbelten Reifenschäden das Ergebnis hinter dem Briten allerdings gehörig durcheinander.

Nach dem Boxenstopp von Verstappen und Vettel, der den erst 19-jährigen Niederländer dabei wieder hinter sich gelassen hatte, war Bottas erstmals sogar Dritter und wurde trotz abgenützter Reifen noch schneller. Als auch Räikkönnen in die Boxengasse fuhr, wurde er zum ersten Verfolger seines Mercedes-Teamkollegen Hamilton, der sicher seinem vierten Heimsieg in Serie entgegenfuhr. Bottas war nach 30 Runden allerdings der Einzige des Spitzenquintetts, dessen Boxenstopp noch ausständig war.

Dramatischer Endspurt

In der 32. Runde war es so weit, nur 2,1 Sekunden hielt sich Bottas in der Box zum Reifenwechsel auf, um als Vierter hinter Räikkönen und Vettel auf die Strecke zurückzukehren - mit dem Vorteil der frischen Reifen. Verstappen war zu diesem Zeitpunkt Fünfter. Das Geschehen prägten Vettel und Bottas, der sich mit aller Gewalt ab Vettel vorbei auf Platz drei schieben wollte.

Der Deutsche wehrte sich auf Biegen und Brechen, acht Runden vor Schluss musste er Bottas aber ziehen lassen, um daraufhin wegen eines Reifenschadens auf Platz sieben zurückzurutschen. Am Ende überholte Bottas auch noch Räikkönen, der ebenfalls wegen eines Reifenschadens langsamer geworden war, aber Platz drei ins Ziel retten konnte. „Das ist bitter, mehr war nicht drin. Wir haben Glück, dass wir überhaupt ins Ziel gekommen sind“, sagte Vettel sichtlich enttäuscht.

Kimi Räikkönen (Ferrari)

AP/Frank Augstein

Räikkönens Freude über den dritten Platz hielt sich in Grenzen

Doppelausfall bei Toro Rosso

Für den Briten Jolyon Palmer war das Heimrennen zu Ende, ehe es begonnen hatte. Der 26-Jährige musste seinen Renault schon in der Aufwärmrunde wegen eines Hydraulikschadens abstellen. Carlos Sainz erwischte es in der zweiten Runde, der Spanier wurde von seinem russischen Toro-Rosso-Stallkollegen Daniel Kwijat - bei der Rückkehr auf die Strecke nach einem Ausritt - unsanft aus dem Rennen bugsiert. Kwijat selbst schied später wegen einer defekten Radaufhängung aus.

GP von Großbritannien in Silverstone

Endstand nach 51 Runden:
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 1:21:27,430
2. Valtteri Bottas FIN Mercedes + 14,063
3. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 36,570
4. Max Verstappen NED Red Bull 52,125
5. Daniel Ricciardo AUS Red Bull 1:05,955
6. Nico Hülkenberg GER Renault 1:08,109
7. Sebastian Vettel GER Ferrari 1:33,989
8. Esteban Ocon FRA Force India Eine Runde
9. Sergio Perez MEX Force India Eine Runde
10. Felipe Massa BRA Williams Eine Runde
11. Stoffel Vandoorne BEL McLaren Eine Runde
12. Kevin Magnussen DEN Haas Eine Runde
13. Romain Grosjean FRA Haas Eine Runde
14. Marcus Ericsson SWE Sauber Eine Runde
15. Daniil Kwjat RUS Toro Rosso Eine Runde
16. Lance Stroll CAN Williams Eine Runde
17. Pascal Wehrlein GER Sauber Eine Runde

Out: Jolyon Palmer (GBR/Renault), Carlos Sainz (ESP/Toro Rosso), Fernando Alonso (ESP/McLaren

Schnellste Runde: Hamilton (1:30,621/48.)

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