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Champion geht auf Hattrick los

Weltmeister Marc Marquez geht nach seinen Siegen in Deutschland und zuletzt in Tschechien beim Grand Prix von Österreich in Spielberg am Sonntag auf seinen dritten Sieg in Folge los. Der Spanier will damit einen weiteren Schritt in Richtung Titelverteidigung setzen. 37 Punkte lag der Spanier nach den ersten Saisonrennen bereits zurück, nun führt er 14 Punkte vor seinem Landsmann Maverick Vinales.

Nach zwei Ausfällen am Saisonbeginn kam Marquez spät in die Gänge. Erst beim neunten Saisonlauf schnappte sich der Honda-Pilot auf dem Sachsenring erstmals die WM-Führung. Zuletzt in Brünn baute Marquez diese aus. Nach Spielberg soll der Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Vinales und den Italiener Andrea Dovizioso - aktuell 21 Zähler zurück - noch größer sein.

Keine Honda-Strecke

Gegen den dritten Sieg in Serie für Marquez spricht die Strecke. Der hügelige Red Bull Ring favorisiert mit seinen extrem harten Brems- und Beschleunigungspunkten eher die Ducati-Piloten. Die Italiener bewiesen das im Vorjahr mit einem Doppelsieg für Andrea Iannone vor Andrea Dovizioso. Marquez musste sich beim Comeback der Motorrad-Asse in der Obersteiermark 2016 mit Rang fünf begnügen. Nur in Malaysia war der Champions als Elfter schlechter klassiert, den Ausfall in Australien ausgenommen.

Marc Marquez

APA/AFP/Jure Makovec

Marquez hat mit dem Red Bull Ring noch eine Rechnung offen

Aber Marquez ist im Aufwind. Zudem verliefen die jüngsten Tests am Montag nach dem Brünn-Rennen vielversprechend. „Auch wenn ich deshalb am Sonntag meinen Sieg nicht feiern konnte. Dafür ist nun das gute Gefühl von Tschechien immer noch da“, kam Marquez zuversichtlich in die Steiermark. Der Spanier warnte aber auch: „Dieser Kurs hier ist so speziell. Deshalb hatten wir im Vorjahr all diese Probleme. Ich hoffe, diesmal läuft es etwas besser“, meinte der 24-Jährige.

Verfolgertrio lauert

Für den anstelle von Jorge Lorenzo zu Yamaha gekommenen Vinales verlief die bisherige Saison praktisch gegenläufig zu jener von Marquez. Nach Serienbestzeiten in den Tests in der Vorbereitung auf die Saision hat der Spanier von den ersten fünf Saisonrennen drei gewonnen. Danach sind die großen Ergebnisse aber immer öfter ausgeblieben.

Dennoch ist er wie der Vorjahreszweite Dovizioso oder der viertplatzierte Szenesuperstar Valentino Rossi theoretisch in der Lage, in Spielberg wieder an die WM-Spitze zu fahren. Aber auch Rossi ist wegen der Streckencharakteristik skeptisch. Zudem haben sich die in Brünn getesteten neuen „Flügel“ auf der Yamaha als nicht wirklich brauchbar herausgestellt.

Andrea Dovizioso (Italien/Ducati Team), Andrea Iannone (Italien/Ducati Team) und  Jorge Lorenzo (Spanien/Movistar Yamaha MotoGP) bei der Siegerehrung am Red Bull Ring in Spielberg

APA/Erwin Scheriau

Im Vorjahr feierte Ducati mit Iannone (M.) und Dovizioso (l.) einen Doppelsieg

Die MotoGP-Fahrer haben zudem Sorge, dass sich wegen des angekündigten Regens das Brünn-Drama in Österreich wiederholt. In Tschechien hatte sich bei auftrocknender Strecke vor allem der richtige Zeitpunkt hinsichtlich des Motorradtausches während des Grand Prix als rennentscheidend erwiesen. Der hügelige und 4,318 Kilometer lange Red Bull Ring ist für die Zweiräder zudem eine doppelt knifflige Angelegenheit. Vom Rundenschnitt her ist man praktisch die schnellste Piste im WM-Kalender, in puncto Topspeed (313 km/h) aber eine der langsamsten.

Wetter als große Unbekannte

Marquez will sich davon nicht unterkriegen lassen. „Auch Brünn ist eine schwierige Strecke für uns. Und dann war da dieses fantastische Ergebnis.“ Sorgen macht den Verantwortlichen am Ring trotzdem vor allem das Wetter. Am Wochenende davor war die Region inklusive Red Bull Ring von den schweren Unwettern in der Obersteiermark betroffen. Auch diesmal sind heftige Regenschauer angekündigt.

Der 38-jährige Rossi nimmt es sportlich. Der Italiener sorgt sich mehr wegen einiger möglicherweise gefährlich nahen Streckenbegrenzungen auf der österreichischen Formel-1-Rennstrecke. „Bei bestimmten Streckenbedingungen war ich bisher viel zu weit weg von der Spitze“, monierte der mit 22 Punkten Rückstand auf Platz vier liegende, neunfache Champion zudem. „Wir müssen also schauen, endlich sowohl im Trockenen als auch auf nasser Piste schnell zu sein“, meinte der Yamaha-Star.

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