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„Könnte ein Wendepunkt sein“

Die erste Beachvolleyball-WM in Wien darf als großer Erfolg abgehakt werden. Nicht nur sportlich übertraf das Event auf der Donauinsel dank der Silbermedaille von Clemens Doppler und Alexander Horst die Erwartungen, auch das Zuschauerinteresse an den Spielen war gewaltig. Kein Wunder, dass Veranstalter und Aktive positive Bilanz zogen - und auf eine Wiederholung hoffen.

Veranstalter Hannes Jagerhofer war sich im Vorfeld der WM unsicher gewesen, wie gut die Beachvolleyball-WM in Wien ankommen wird. Seine Sorge war unbegründet, das Turnier lockte in eineinhalb Wochen täglich zwischen 12.000 und 20.000 Fans auf das Veranstaltungsgelände auf die Donauinsel. Insgesamt rund 180.000 Zuschauer pilgerten während des Turniers auf die Insel. Am Sonntag musste wegen des großen Andranges bereits um 9.00 Uhr eine Zugangssperre erlassen werden.

„Diese WM ist einzigartig“

Der Center Court war trotz teilweise brütender Hitze meist bis auf den letzten Platz gefüllt. Selbst strömender Regen am Finaltag konnte die Stimmung der Zuschauer nicht trüben. „Diese WM ist einzigartig. Das Publikum ist unglaublich, das ist Beachvolleyball“, betonte Vizeweltmeister Alexander Horst. „Es war die beste WM, die es jemals im Beachvolleyball gegeben hat, besser als Olympia. Es war absolut ein Traum.“


Alexander Horst (AUT) gegen Nikita Liamin (RUS)

GEPA/Matic Klansek

Horst (l.) war dank der gemeinsamen Siegesserie mit Doppler das sportliche Zugpferd der WM in Wien

Ein derart großes Stadion hatte es auf der World Tour und bei Weltmeisterschaften bisher noch nie gegeben. Und es war an fast allen der zehn Spieltage voll. Wenig überraschend waren die Spiele mit österreichischer Beteiligung ein Straßenfeger. Selbst die Hitzewelle konnte die Fans nicht von einem Besuch der Veranstaltung, der teilweise mit langem Anstehen vor den Eingangstoren verbunden war, abhalten.

Das war die Beachvolleyball-WM

Clemens Doppler und Alexander Horst haben am Sonntag bei der WM auf der Wiener Donauinsel die erste rot-weiß-rote Medaille geholt und damit eine perfekte Veranstaltung aus heimischer Sicht gekrönt.

„Es ist perfekt, und Wien hat dieses Event verdient. Es könnte ein Wendepunkt für unseren Sport sein“, sagte Clemens Doppler über die zehntägige Veranstaltung, die den Spielern auch abseits der Courts einige Annehmlichkeiten wie erstklassige Verpflegung und Regenerationsmöglichkeiten zu bieten hatte. Auch von den internationalen Spielern bekam man durchwegs nur lobende Worte zu hören. „Ich hätte nie gedacht, dass es im ersten Jahr so angenommen wird. Danke, Wien“, sagte auch Manager Jagerhofer.

Klagenfurter Erfolgsrezept in Wien

Dem Veranstalter und seinem Team gelang es, das in Klagenfurt seit vielen Jahren erprobte Erfolgsrezept auf Wien zu übertragen und das Zuschauerinteresse noch einmal um das Doppelte zu steigern. Großteils freier Eintritt, gezielte Marketingaktivitäten, tägliche Side-Events und Mitmachstationen auf dem riesigen WM-Gelände lockten ungeachtet der teils nur schwer erträglichen Temperaturen die Massen an. Trotz des Ansturms kam es nur zu einem Vorfall mit einer vorübergehenden Festnahme zweier Zuschauer, denen übermäßiger Alkoholkonsum nicht bekommen war.

Stadion der Beachvolleyball-WM

GEPA/Matic Klansek

Selbst bei Regen war das riesige Stadion auf der Donauinsel immer gut gefüllt

Und auch das schon in Kärnten stets gut funktionierende VIP-Konzept ging in Wien auf. Der separate, überdachte VIP-Stadionbereich für zahlungswillige Besucher bot 2.200 Personen Platz und war am Schlusswochenende ebenfalls voll. Von den Vorzügen des angeschlossenen, großzügigen Gastrobereichs überzeugten sich im Turnierverlauf zahlreiche Persönlichkeiten aus Sport, Politik, Wirtschaft, Medien und Showgeschäft. Beim Finale fieberten etwa auch Österreichs Basketballstar Jakob Pöltl und Bundeskanzler Christian Kern mit Doppler/Horst mit.

Donauinsel statt Wörthersee?

Aufgrund des Anklanges bei Fans, VIPs und Entscheidungsträgern scheint es nur logisch, dass das Österreich-Turnier der World Tour auch im kommenden Jahr in der Bundeshauptstadt stattfindet. Dafür würde allerdings Klagenfurt als Veranstalter gestrichen. „Die Geschichte, von Klagenfurt wegzugehen, ist nicht leicht“, sagte Jagerhofer am Sonntag. „Klagenfurt ist das Wimbledon des Beachvolleyball. Ohne Klagenfurt wäre ich jetzt nicht da.“

An beiden Schauplätzen in einem Jahr ein Turnier zu veranstalten, sei keine Option. Dafür sei auch der Markt zu klein. Jagerhofer: „Zwei solcher Turniere sind unmöglich, das verträgt das Land nicht.“ Schon demnächst müsse klar sein, ob Klagenfurt oder Wien. „Das wird in den nächsten vier Wochen passieren.“ Denn bis Ende September müsse der World-Tour-Kalender für nächstes Jahr stehen - mehr dazu in wien.ORF.at.

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