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Superstar muss verletzt aufgeben

Sprintstar Usain Bolt hat mit einer Enttäuschung in der 4 x 100 Meter Staffel bei der WM in London seine Leichtathletik-Karriere beendet. Der achtmalige Olympiasieger und elfmalige Weltmeister aus Jamaika musste am Samstag verletzt aufgeben und zusehen, wie Großbritannien den Titel vor den USA und Japan gewann.

Die einmalige Karriere des 30-Jährigen ging damit dramatisch zu Ende. Der schnellste Sprinter der Welt strauchelte als Schlussläufer von Jamaikas Staffelquartett 50 Meter vor dem Ziel. Seine Teamkollegen Omar McLeod, Julian Forte, Yohan Blake mussten den 30-Jährigen trösten. Zu WM-Beginn hatte Bolt Bronze über 100 Meter geholt.

Leichtathlet Usain Bolt

APA/AP/David J. Phillip

50 Meter vor dem Ziel wurde Bolt von einer Verletzung gestoppt

Die 4 x 100 m gingen in der Jahresweltbestleistung von 37,47 Sekunden an das britische Gastgeber-Quartett Chijindu Ujah, Adam Gemili, Daniel Talbot und Nethaneel Mitchell-Blake, das sich vor den USA (Mike Rodgers, Justin Gatlin, Jaylen Bacon, Christian Coleman) und Japan (Shuhei Tada, Shota Iizuka, Yoshihide Kiryu, Kenji Fujimitsu) durchsetzte.

Ungewohnter Start bereits im Vorlauf

Entgegen seiner Gewohnheit war Bolt am Samstag bereits am Vormittag im Vorlauf angetreten und sog nochmals die ganze Atmosphäre auf. „Es ist großartig“, jubelte er. Er wollte seinem Team ins Finale verhelfen und nach Bronze im 100-m-Sprint auch seine eigene WM-Statistik nochmals aufbessern. Der 30-Jährige schien sich während seines Laufes verletzt zu haben, beendete das Rennen und lag für einige Momente auf der Bahn, ehe ihn seine Teamkollegen aus dem Stadion führten.

Enttäuschung schmerzt mehr als Muskelkrampf

Laut Informationen des jamaikanischen Team-Arztes wurde Usain Bolt von einem Krampf gestoppt. „Es ist ein Krampf in seinem linken Oberschenkel, aber viel Schmerz kommt von der Enttäuschung, das Rennen verloren zu haben“, sagte Kevin Jones. Die vergangenen drei Wochen seien sehr hart für Bolt gewesen. „Wir hoffen das Beste für ihn“, meinte Jones.

Tragisches Ende der Bolt-Show

Nichts wurde es aus der Medaille zum Abschluss für Usain Bolt. Der Sprintstar verkrampfte auf seinen 100 Metern in der Staffel - den Sieg holte sich Großbritannien.

Bolts Teamkollegen Omar McLeod, Julian Forte und Yohan Blake mussten den Pechvogel trösten. „So etwas passiert einfach“, sagte McLeod. „Usains Bolts Name wird für immer weiterleben.“

Dem Jubel der siegreichen Briten tat dies allerdings keinen Abbruch. „Ich war mir nicht sicher, ob ich gewonnen habe“, sagte Schlussläufer Mitchell-Blake. „Ich habe alles gegeben, habe aber im Augenwinkel Christian Coleman gesehen. Das Gefühl der Euphorie ist aber unglaublich. Ich kann es gar nicht glauben, wir haben den britischen Rekord in seine Einzelteile zerlegt.“

USA gewinnen Damen-Staffel

Gold in der Damen-Staffel über 4 x 100 Meter ging in 41,82 Sekunden an die USA (Aaliyah Brown, Allyson Felix, Morolake Akinosun, Tori Bowie), Silber an Großbritannien (42,12/Asha Philip, Desiree Henry, Dina Asher-Smith, Daryll Neita) und Bronze an Titelverteidiger Jamaika (42,19/Jura Levy, Natasha Morrison, Simone Facey, Sashalee Forbes). Für US-Star Felix war es die bereits zehnte Goldmedaille, Bowie kürte sich nach ihrem Triumph über die 100 m zur Doppelweltmeisterin.

Leichtathletik-WM in London, Samstag-Finale

Männer:

4 x 100 m:
1. Großbritannien 37,47
2. USA 37,52
3. Japan 38,04

Frauen:

4 x 100 m:
1. USA 41,82
2. Großbritannien 42,12
3. Jamaika 42,19

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