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Abwechslungsreiches Remis

Rapid und Salzburg haben sich am Sonntag im Schlager der siebenten Bundesliga-Runde nach einem abwechslungsreichen Spiel vor 12.250 Zuschauern in der „Bullen“-Arena mit 2:2 getrennt. Die Hütteldorfer, die seit acht Ligaspielen nicht mehr gegen Salzburg gewonnen haben, mussten dabei einen frühen Ausschluss von Mario Pavelic (16.) wegstecken.

Dennoch gingen die Grün-Weißen, die ihr Heil in einer kompakten Defensive suchten, in der 60. Minute durch Dejan Ljubicic in Führung. Mussten dann in der 75. Minute durch ein Eigentor von Kapitän Stefan Schwab aber wieder den Ausgleich hinnehmen, ehe der eingewechselte Philipp Schobesberger die Wiener neuerlich in Führung brachte. Doch das Schlusswort hatte Munas Dabbur, der mit einem Seitfallzieher in der 92. Minute den Endstand herstellte.

2:2 durch Dabbur (92.)

Dabbur erzielt den Ausgleichstreffer für Salzburg.

Bruderduell im Hause Berisha

Salzburg musste in der Verteidigung auf Andreas Ulmer und Paulo Miranda verzichten. Für die beiden Mannschaftsstützen kamen Igor und Patrick Farkas zum Zug. „Aus Problemen kann man Chancen machen“, sagte Salzburg-Coach Marco Rose vor dem Spiel und ließ auch wieder den jungen Amadou Haidara sowie Fredrik Gulbrandsen anstelle von Hee-Chan Hwang beginnen.

Nachdem bei Rapid die Neuverpflichtungen Galvao und Veton Berisha in der Startelf standen, kam es auch zum erwarteten Bruderduell vom von Greuther Fürth geholten Veton mit dem um 14 Monate älteren Salzburg-Mittelfeldmotor Valon Berisha.

Pavelic zu ungestüm

Die Teams neutralisierten sich zu Beginn der Partie, bis Mario Pavelic in der 16. Minute die Rote Karte gezeigt bekam. Es war im siebenten Ligaspiel bereits der vierte Ausschluss für einen Rapidler. Pavelic ging rücksichtslos in einen Zweikampf und traf Farkas mit hohem, gestrecktem Bein am Kopf.

Rote Karte für Pavelic (16.)

Pavelic geht mit hohem Bein ohne Rücksicht in einen Zweikampf mit Farkas und trifft ihn mit dem Knie.

Auch wenn das Foul wohl nicht absichtlich geschehen war, so hatte Pavelic die gesundheitliche Gefährdung des ehemaligen Mattersburgers offenbar in Kauf genommen, deswegen musste Schiedsrichter Dieter Muckenhammer zur Roten Karte greifen. Nach einer ähnlichen Attacke musste erst am Samstag der Ex-Salzburger Sadio Mane in der englischen Premier League bei Liverpool vom Feld.

Salzburg hat mehr vom Spiel

Das Spiel bot wenig Höhepunkte in der Offensive, um nicht zu sagen, gar keine. Beinahe eine halbe Stunde musste vergehen, bis die Statistik den ersten direkten Torschuss verzeichnen konnte. In der 29. Minute musste Rapid-Tormann Richard Strebinger bei einem Schuss von Munas Dabbur eingreifen. Zuvor hatte ein Weitschuss von Haidara sein Ziel verfehlt.

Topchance für Rapid (31.)

Murg zieht mit links aus 25 Metern ab, Walke wehrt den Ball noch an die Stange ab.

Prompt hatte auch Rapid eine gute Chance. Einen gut angetragenen Schuss von Thomas Murg drehte Salzburg-Schlussmann Alexander Walke gerade noch an die Stange (31.). Auf der anderen Seite sorgte Salzburgs Offensiv-Rohdiamant Hannes Wolf mit einem guten Antritt (38.) für Gefahr vor dem Rapid-Tor, doch Strebinger tauchte rechtzeitig ab und konnte das mögliche 1:0 verhindern.

Rapid steht gut

Salzburg drängte, aber die Rapid-Abwehr hielt. Das Duell der Berisha-Brüder ging in der ersten Halbzeit klar an den aktiveren Valon von Salzburg. Veton, der ursprünglich als hängende Spitze vorgesehen war, musste aus taktischen Gründen nach der Roten Karte für Pavelic auf die rechte Seite ausweichen.

Überhaupt mangelte es Rapid im letzten Angriffsdrittel am nötigen Druck, um gefährlich zu werden. Zur Pause tauschte Rapid-Coach Goran Djuricin auch den unauffälligen Joelinton aus und brachte dafür Stephan Auer. Doch an der defensiven Spielausrichtung der Hütteldorfer änderte dieser Wechsel nichts. Rapid konzentrierte sich auf das Halten des 0:0.

Ljubicic überrascht Walke

Einen scharfen Weitschuss von Berisha konnte Strebinger in der 58. Minute nur abprallen lassen, der folgende Corner brachte aber nichts ein. Dafür spielte dann Rapid in der 60. Minute einen Konter über Boli Bolingoli-Mbombo perfekt zu Ende. Louis Schaub nahm die Maßflanke an, legte zurück auf Ljubicic, und die Leihgabe von Wr. Neustadt überraschte Walke, dem die Sicht verstellt war, mit einem Flachschuss in die Mitte des Tores zum 1:0.

0:1 durch Ljubicic (60.)

Überraschende Führung für Rapid durch den Treffer von Dejan Ljubicic.

Salzburg-Trainer Rose stellte gleich um, brachte den wiedergenesenen Xaver Schlager für Farkas und Hwang für Gulbrandsen. Bei Rapid durfte Philipp Schobesberger für Schaub ins Spiel. Die Frequenz der Salzburger Angriffe nahm daraufhin zwar zu, die Effizienz jedoch nicht. Hwang und Dabbur waren in ihren Abschlüssen nicht präzise genug.

Turbulente Schlussphase

Deshalb musste es auch Rapid-Kapitän Stefan Schwab übernehmen, für Salzburg zu treffen. Der gebürtige Salzburger bugsierte, bedrängt von Hwang, einen Freistoß von Valon Berisha von der linken Seite am Fünfer ins eigene Tor (75.). Doch die Salzburger Führung währte nicht lange.

1:1 Eigentor durch Schwab (75.)

Hwang bedrängt Schwab, dem der Ball vom Schienbein ins kurze Eck prallt.

Wieder war es der Belgier Bolingoli-Mbombo, der mit einer schnellen Spieleröffnung und mit einem genauen Pass in die Schnittstelle der „Bullen“-Defensive Schobesberger auf die Reise schickte. Der blieb ruhig, überspielte den aus dem Tor gestürmten Walke und schob zur neuerlichen Rapid-Führung ein (79.)

1:2 durch Schobesberger (79.)

Rapid geht erneut in Führung. Bolingoli mit Traumpass in den Lauf von Schobesberger.

Doch Salzburg gab nicht auf und versuchte bis zuletzt, zumindest noch einen Punkt zu retten. Die Rapidler mussten der vielen Laufarbeit Tribut zollen und taten sich mit dem Verteidigen immer schwerer. Zunächst fand Christoph Leitgeb in der 90. Minute noch in Strebinger seinen Meister, zwei Minuten später jedoch war der Rapid-Keeper dann doch noch geschlagen.

Kunststück von Dabbur

So nutzte Stefan Lainer in der 92. Minute seinen Raum aus, schupfte den Ball von rechts auf Dabbur, und der Israeli jagte den Ball mit einem Seitfallzieher zum 2:2-Endstand in die Maschen. Damit kam der zweitplatzierte Titelverteidiger Salzburg bis auf vier Punkte an Spitzenreiter Sturm Graz heran.

Munas Dabbur (Salzburg) mit einem Fallrückzieher

APA/Krugfoto

Munas Dabbur rettete Salzburg mit diesem Kunststück noch einen Punkt

Rapid verpasste dadurch in letzter Sekunde den ersten Sieg über den Titelverteidiger nach sieben erfolglosen Versuchen. Die Salzburger wiederum vermieden nach dem 0:1 bei Sturm die zweite Niederlage in Folge und sind nun 19 Pflichtspiele in Serie vor Heimpublikum ungeschlagen.

Tipico-Bundesliga, siebente Runde

Sonntag:

Salzburg - Rapid 2:2 (0:0)

Red Bull Arena, 12.250 Zuschauer, SR Muckenhammer

Torfolge:
0:1 Ljubicic (60.)
1:1 Schwab (75./Eigentor)
1:2 Schobesberger (79.)
2:2 Dabbur (92.)

Salzburg: Walke - Lainer, Caleta-Car, Igor, Farkas (62./X. Schlager) - Samassekou (74./C. Leitgeb) - Haidara, Wolf, Va. Berisha - Gulbrandsen (65./Hwang), Dabbur

Rapid: Strebinger - Pavelic, M. Hofmann, Galvao, Bolingoli - Ljubicic, Schwab - Schaub (67./Schobesberger), Ve. Berisha (78./Sonnleitner), Murg - Joelinton (46./Auer)

Rote Karte: Pavelic (16.)

Gelbe Karten: Haidara, Samassekou X. Schlager, Hwang bzw. Schwab, M. Hofmann, Knoflach (auf Ersatzbank), Murg

Die Besten: Haidara, Lainer bzw. Ljubicic, Bolingoli

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