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Eine emotionale Punkteteilung

Das Spitzenspiel der tipico-Bundesliga zwischen Red Bull Salzburg und Rapid hat am Sonntag keinen Sieger gebracht, dafür aber bei beiden Mannschaften eine Stimmung zwischen Stolz und Bitterkeit hinterlassen. Die „Bullen“ freuten sich nach dem 2:2 über den späten Ausgleich, haderten jedoch damit, die lange numerische Überlegenheit nicht ausgenützt zu haben.

Die Hütteldorfer wiederum ärgerten sich über das Gegentor in der Nachspielzeit, während das leidenschaftliche Auftreten in Unterzahl hervorgehoben wurde. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben bewiesen, dass wir auf hohem Niveau spielen können“, erklärte Trainer Goran Djuricin, gab aber auch zu: „Natürlich tut es weh, so spät den Ausgleich zu kassieren.“

Remis bei Salzburg - Rapid

Eine turbulente Punkteteilung brachte der Schlager zwischen Salzburg und Rapid. Der Titelverteidiger holte beim 2:2 zweimal einen Rückstand auf.

Auch Philipp Schobesberger, der nach seiner Einwechslung für die neuerliche Führung von Rapid gesorgt hatte, wusste nicht so recht, ob er sich freuen oder dem verpassten Sieg nachtrauern sollte. „Im Nachhinein gesehen, ist es natürlich ein wenig bitter. Im Großen und Ganzen kann die Mannschaft sehr stolz auf sich sein. Mit einem Mann weniger das Spiel lange so knapp zu gestalten, war sehr stark von uns“, erklärte der Flügelspieler.

Salzburg hat es sich „selbst schwer gemacht“

Dass es nichts mit dem ersten Rapid-Sieg über Salzburg nach davor sieben erfolglosen Versuchen wurde, lag am spektakulären Tor von Munas Dabbur in der 92. Minute. Dadurch sind die „Bullen“ schon seit 19 Pflichtspielen vor eigenem Publikum ungeschlagen. Dennoch hielt sich die Begeisterung bei Coach Marco Rose in Grenzen. „Das ist ein Punkt, mit dem wir leben müssen“, erklärte der Deutsche.

Der späte Ausgleich durch Dabbur

Munas Dabbur erzielt per Seitfallzieher den Ausgleichstreffer für Salzburg in der 92. Minute.

Dabbur, der seinen vierten Ligatreffer erzielte, sah ebenfalls eine verpasste Chance auf drei Punkte. „Nach der Roten Karte stand Rapid in der Defensive sehr, sehr gut und hat es uns richtig schwer gemacht, zu guten Torchancen zu kommen. Aber, dass es nicht für den Sieg gereicht hat, lag zum Großteil an uns selbst. Wir haben es uns in erster Linie aber selbst schwer gemacht“, sagte Dabbur.

Laut Rose ist die Partie von Anfang an nicht nach Wunsch verlaufen. „Es gibt Spiele, da sucht man Lösungen und findet sie. Dann geht man in Führung und das Spiel läuft ganz einfach ab. Das war heute nicht so“, sagte der Salzburg-Coach. Immerhin gelang es seiner Mannschaft bei der Generalprobe für den Auftakt der Europa-League-Gruppenphase am Donnerstag auswärts gegen Vitoria Guimaraes, zweimal einen Rückstand aufzuholen. „Wir sind zweimal zurückgekommen. Das ist, was wir mitnehmen“, betonte Rose.

Schobesberger macht Rapid variabler

Für seinen Kollegen Djuricin brachte das Match die Erkenntnis, dass Rapid, obwohl nach sieben Runden auf Rang sieben zurückgefallen, mit den Topteams der Liga mithalten kann. Dafür verantwortlich ist wohl auch die Genesung von Schobesberger, der sein erstes Ligator seit eineinhalb Jahren erzielte. „Er ist praktisch ein Neuzugang für uns und gibt uns die Möglichkeit, auch anders zu spielen“, meinte Djuricin mit Blick auf ein auf Konter angelegtes Spiel.

Jubel bei Philipp Schobesberger

GEPA/Felix Roittner

„Joker“ Philipp Schobesberger jubelt über sein Kontertor

Auch der zweite Rapid-Torschütze Dejan Ljubicic hatte es Djuricin angetan. „Ich freue mich irrsinnig über seinen Treffer und seine Leistung.“ Als Lohn dafür muss der 19-Jährige vorerst einmal nicht zum Erste-Liga-Spitzenreiter Wiener Neustadt zurück, wo er als Kooperationsspieler einsatzberechtigt ist. „Er wird diese Woche bei uns bleiben, danach schauen wir weiter“, kündigte Djuricin an.

Rotflut bei Rapid

Die Entscheidungen, welche Spieler für einen Matchkader nominiert werden, dürften den Coach noch länger auf Trab halten. Aufgrund der Ausländerregelung schaffte es diesmal Ehrenkapitän Steffen Hofmann einen Tag nach seinem 37. Geburtstag nicht ins Aufgebot, auch der einstige Stammspieler Thomas Schrammel wurde nicht berücksichtigt. In der kommenden Partie am Samstag in Altach wird zumindest ein Platz frei, weil Mario Pavelic gesperrt ist.

Der Rechtsverteidiger ist bereits der vierte Rapidler, der in der erst sieben Runden alten Saison ausgeschlossen wurde. „Aber ich denke, dass das Zufall ist“, sagte Djuricin. Pavelic wurde von Schiedsrichter Dieter Muckenhammer nach einem heftigen Zusammenprall mit Patrick Farkas bereits in der 16. Minute vom Platz gestellt. „Die Rote Karte kann, muss man aber nicht geben. Von zehn Schiedsrichtern geben sie wahrscheinlich drei oder vier“, vermutete Djuricin.

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