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Optimistisch in die Gruppenphase

Was vor acht Jahren in der fünften deutschen Leistungsklasse, der Oberliga Nordost begonnen hat, findet am Mittwoch seine vorläufige Krönung. RB Leipzig gibt im Heimspiel gegen AS Monaco (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) sein Debüt in der Champions League. Das Team von Coach Ralph Hasenhüttl fühlt sich für den Auftritt auf der großen Bühne durchaus bereit.

Für die DFB-Gründerstadt ist es das erste Europacup-Spiel seit dem 26. Oktober 1988, als der 1. FC Lokomotive Leipzig in der zweiten Runde des UEFA-Cups gegen den späteren Gewinner SSC Napoli mit Diego Maradona ausschied. Die Gegenwart heißt nun Monaco, und gegen den Semifinalisten der letzten CL-Saison ist Leipzig durchaus optimistisch. „Gerade zu Hause traue ich uns eine Überraschung zu“, betonte Kapitän Willi Orban, der mit seinem Team in Gruppe G noch den FC Porto und Besiktas Istanbul als Gegner hat.

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Der Ex-DFB-Teamchef Berti Vogts geht sogar noch einen Schritt weiter. „Leipzig ist für mich der Geheimfavorit auf den Titel“, schrieb der 70-Jährige bei t-online.de. „Klar kann man sagen: ‚Die sind doch unerfahren.‘ Aber genau das ist für mich ein Vorteil. Sie legen keinen Wert auf Ballgeschiebe und 80 Prozent Ballbesitz. So schnell wie möglich in die gegnerische Hälfte, so schnell wie möglich abschließen - das ist der Plan. Das ist das Moderne, das ist RB Leipzig. Und sie haben tolle Spieler“, so Vogts, der ins Schwärmen geriet.

Die Formkurve zeigt nach oben

Rechtzeitig in Form gekommen ist das Hasenhüttl-Team auf jeden Fall. Nach der Niederlage zum Ligaauftakt bei Schalke 04 feierten die Leipziger zwei Siege in Serie - vor allem auch dank Timo Werner. Der 21-Jährige erzielte drei der sechs Treffer. „Timo ist mit seinem wahnsinnigen Speed schwer zu halten. Es ist eine Sache, zwei, drei Leute stehen zu lassen, aber dann auch noch so eiskalt vor dem Tor zu sein - wir wissen, was wir an ihm haben“, sagte Orban nach dem 2:0 beim HSV mit Werners Weltklassetor inklusive Sololaufs.

Timo Werner und Dennis Diekmeier

GEPA/Sven Sonntag

Timo Werner hat bei Leipzig einen Vertrag bis 2020 ohne Ausstiegsklausel

Auch Vogts zeigt sich von Werner, der das Interesse von Real Madrid und anderen Topclubs geweckt haben soll, begeistert. „Er erinnert mich an den jungen Lionel Messi. Mit welcher Geschwindigkeit er in die Eins-gegen-eins-Situationen geht, die geringe Körpergröße und wie er Situationen erkennt: Das ist außergewöhnlich, a la bonne heure und großer Fußball“, sagte Vogts. „Bei Uwe Seeler und Gerd Müller hat man immer gesagt: ‚Die haben ein Näschen.‘ Genau das hat Werner auch. Er kann ein ganz Großer werden.“

Monaco in höchster Alarmbereitschaft

Die Abwehr des AS Monaco dürfte jedenfalls bereits in höchster Alarmbereitschaft sein. Erst recht, nachdem der französische Meister der vergangenen Saison am Samstag eine üble 0:4-Pleite im Derby bei OGC Nizza kassierte. Es war die erste Niederlage für das Team um den noch verbliebenen Superstar Radamel Falcao. Der andere Star, Kylian Mbappe, war jüngst zu Paris Saint-Germain gewechselt.

Auch das macht den Leipzigern, von denen gerade einmal drei bisher mehr oder weniger Erfahrungen in der Königsklasse sammelten, Mut gegen die Monegassen. „Letztes Jahr waren sie im Halbfinale, nun haben sie aber sechs oder sieben Stammspieler verloren“, meinte Leipzig-Neuzugang Kevin Kampl. Er, Jean-Kevin Augustin mit ein paar Minuten als zweifacher Einwechselspieler bei PSG und Emil Forsberg während seiner Zeit bei Malmö absolvierten bereits CL-Einsätze.

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