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Auftakt erfordert „Leistung am Limit“

Für RB Leipzig wird es am Mittwoch ernst. Das Team von Coach Ralph Hasenhüttl trifft zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase im Heimspiel auf AS Monaco (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream). Der Semifinalist der letzten Saison ist dabei ein erster und aussagekräftiger Indikator dafür, wo die Leipziger bei ihrem als „Expedition Europa“ bezeichneten Debüt in der Königsklasse leistungsmäßig stehen.

Hasenhüttl sprach diesbezüglich im „kicker“ von einer Reifeprüfung für seine Mannschaft, „weil die nächsten Wochen eine ganz andere Belastung darstellen werden. Sieben Spiele in gut drei Wochen, das hatte ich als Trainer noch nie, das ist für uns alle Neuland“. Sportdirektor Ralf Rangnick forderte indes trotz der fehlenden Erfahrungswerte „eine Leistung am Limit“.

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Einsatz von Keita äußerst fraglich

Um diese zu liefern, wäre ein Einsatz von Leistungsträger Naby Keita wichtig. Der in der kommenden Saison für 70 Millionen Euro nach Liverpool wechselnde Mittelfeldspieler aus Guinea laborierte zuletzt an Adduktorenproblemen. Er erschien am Dienstagabend zwar zum Abschlusstraining, brach die Einheit aber wenig später ab. Damit ist der Einsatz des 22-Jährigen unwahrscheinlich. „Wenn nicht ein Wunder passiert, wird er morgen nicht spielen können“, sagte Hasenhüttl bei der Pressekonferenz am Dienstagabend.

Stefan Ilsanker (RB Leipzig)

GEPA/Sven Sonntag

Als Ersatz für Naby Keita könnte Stefan Ilsanker zum Einsatz kommen

Wer für Keita im ersten Europacup-Spiel eines Leipziger Clubs seit fast 29 Jahren auflaufen wird, entscheidet der 50-Jährige kurzfristig. So könnte Last-Minute-Neuzugang Kevin Kampl im defensiven Mittelfeld spielen. Aber auch die ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer und Stefan Ilsanker sind Optionen.

Motivation und Selbstvertrauen stimmen

Auch für Hasenhüttl ist es eine Premiere, der Steirer erlebt sein erstes internationales Spiel als Coach. Und die Vorfreude ist riesig. „Wir sind motiviert und voller Selbstvertrauen. Wir werden versuchen, unsere allerbeste Leistung zu bringen. Wir sind gut vorbereitet für den Bewerb, der sich als Bonus, aber auch als Verantwortung anfühlt. Wir vertreten nicht nur Leipzig, sondern Deutschland“, meinte Hasenhüttl.

RB Leipzig erstmals in der Champions League

Leipzig-Gegner ist der AS Monaco, der es in der vergangenen Saison immerhin bis ins Semifinale geschafft hat. Bei Leipzig könnten bis zu vier Österreicher dabei sein.

Er und sein Team wollen für die eine oder andere Überraschung sorgen. „Es ist für uns eine Riesensache, dabei sein zu dürfen, wir wollen aber nicht nur dabei sein“, sagte Hasenhüttl, der um die Stärken seines Teams weiß: „Wir sind schwer zu bespielen, und es ist nicht einfach, gegen uns zu gewinnen. Deswegen ist mir nicht angst und bange, auch nicht vor der Champions League.“

Monaco muss Topspieler ersetzen

Die sportlichen Vorzeichen könnten nicht unterschiedlicher sein: Debütant gegen Semifinalist. In Sachen Philosophie haben beide Vereine aber eine ähnliche DNA. Die Monegassen haben sich den Ruf als bester Ausbildungsverein Europas erarbeitet, nicht zuletzt wegen den 462 Millionen Euro an Transfereinnahmen seit 2014. Und die Leipziger gelten seit der Amtsübernahme von Rangnick im Jahr 2012 ebenfalls als Talenteschmiede.

Kylian Mbappe (PSG), Benjamin Mendy und Bernardo Silva (beide Manchester City) sowie Tiemoue Bakayoko (Chelsea) - allein in diesem Sommer haben mehrere Hochkaräter Monaco in Richtung internationaler Topclubs verlassen. Neben den Abgängen muss Monaco in Leipzig überdies auf den siebenfachen französischen Teamspieler Thomas Lemar verzichten. Der 21-Jährige, der einer der offensivstärksten Akteure der Monegassen ist, laboriert an einer Oberschenkelverletzung.

Thomas Lemar (Monaco)

Reuters/Eric Gaillard

Auch Jungstar Lemar (r.) steht Monaco gegen Leipzig nicht zur Verfügung

Nach dem Abgang von Jungstar Mbappe ruhen die Torhoffnungen vor allem auf dem Kolumbianer Radamel Falcao, der allerdings nach sieben Treffern in zuvor vier Siegen am Samstag beim 0:4-Debakel in Nizza erstmals erfolglos geblieben war.

Monaco hat Respekt vor Leipzig

Monaco-Trainer Leonardo Jardim geht mit großem Respekt in das Duell. „Leipzig hat eine junge Mannschaft mit zwei guten Stürmern. Es wird ein hartes Spiel für uns. Denn wenn man Zweiter in der Bundesliga wird, muss man konstant auf hohem Niveau spielen“, sagte der Portugiese.

Monaco gilt in der Gruppe G, in der auch der FC Porto und Besiktas Istanbul spielen, als Favorit. Dem widersprach Jardim jedoch. „Es gibt kein schwaches Team in der Gruppe. Sie ist sehr ausgeglichen, und jeder kann jedes Spiel gewinnen. Das macht es für uns zu einer großen Herausforderung.“

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