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„Beste Chance“ auf zweiten Erfolg

Die 61 Runden auf dem Marina Bay Street Circuit beim Grand Prix von Singapur am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) könnten Red Bull wieder besonders entgegenkommen. Kein anderer Rennstall war bei dem seit 2008 auf dem Kalender stehenden Flutlichtrennen so erfolgreich wie die „Bullen“.

Sebastian Vettel brachte es auf dem fünf Kilometer langen Kurs mit seinen 23 Kurven von 2012 bis 2014 auf drei Siege, insgesamt standen Red-Bull-Fahrer in neun Rennen zehnmal auf dem Podest. Ferrari-Piloten kamen fünfmal unter die ersten drei, Mercedes-Fahrer dreimal.

Daher machen sich Daniel Ricciardo und Max Verstappen für das 14. von 20 Saisonrennen einige Hoffnungen. „Ich glaube nicht, dass Singapur unsere einzige Chance ist, ein Rennen in der zweiten Saisonhälfte zu gewinnen. Es ist aber die beste“, sagte Ricciardo, der in den beiden vergangenen Jahren jeweils Zweiter und 2014 Dritter geworden war. In dieser Saison hat er beim GP von Aserbaidschan in Baku triumphiert. Mit der Hoffnung auf den zweiten Saisonsieg hat Red Bull daher schon zuletzt in Belgien neue Teile eingesetzt und die dafür verhängten Strafen in Kauf genommen, um nun konkurrenzfähig zu sein.

„Einfach ist langweilig“

Mit vier Erfolgen - 2015 gewann er im Ferrari - ist Vettel Rekordsieger in Singapur, nach Rang drei der „Scuderia“ beim Heimrennen in Monza könnte er nun für eine neuerliche Wende im Titelduell mit Mercedes-Pilot Lewis Hamilton sorgen.

Daniel Ricciardo (Red Bull Racing), Sebastian Vettel Ferrari) und Kimi Raikkoenen (Ferrari)

GEPA/XPB Images

Auch für Ferrari holte Vettel hier schon einen Sieg

„Wir sind hier, um Rennen zu fahren. Wenn es hart ist, ist es gut. Einfach ist langweilig“, gab sich der Deutsche kampflustig. Ferrari-Chef Sergio Marchionne stimmte seinem Star zu. Man müsse ihnen das Lächeln wieder vergehen lassen, sagte er in Richtung Mercedes.

„Schadensbegrenzung“ bei Mercedes

Dort gibt man sich als Underdog. „Oberflächlich betrachtet, gehört Singapur zu der Art Strecken, die sowohl Ferrari als auch Red Bull entgegenkommen sollte“, sagte Motorsportchef Toto Wolff. „Wir müssen da Schadensbegrenzung betreiben“, erklärte sogar Teamaufsichtsratschef Niki Lauda.

Die Erinnerungen an 2015 wiegen offenbar noch immer schwer: Mercedes fuhr damals von Sieg zu Sieg, in Singapur erlebten die Silberpfeile aber für ihre Verhältnisse ein Fiasko: Hamilton schied mit Motorschaden aus, Nico Rosberg verpasste als Vierter das Podest. Dafür siegte Rosberg vergangenes Jahr, Hamilton wurde Dritter. „Trotz dieses Erfolges war es für uns schwierig, diese Strecke mit ihrer Kombination aus kurzen, scharfen Kurven, relativ kurzen Geraden sowie vielen Bodenwellen zu meistern“, sagte Wolff: „Somit reisen wir auch diesmal in Erwartung einer großen Herausforderung nach Asien.“

Safety-Car immer dabei

Es wird also ein Rennen, bei dem es im WM-Duell viel zu gewinnen und ebenso viel zu verlieren gibt. Denn Singapur ist immer unvorhersehbar, es gibt praktisch nur eine Konstante: die Safety-Car-Phasen.

Safety Car auf der Strecke

GEPA/XPB Images

Ein gewohntes Bild auf dem engen Kurs

14-mal in neun Rennen musste Bernd Mayländer bisher im Rennen auf die Strecke, kein Grand Prix kam bisher ohne den Einsatz des Safety-Cars aus. Wer dann auf die falsche Taktik setzt, verliert. Überholen ist schwierig und praktisch immer mit hohem Unfallrisiko verbunden.

„Anker“ in Careys Asienstrategie

Formel-1-Chef Chase Carey setzt dennoch oder gerade deshalb auch künftig auf das Nachtrennen. Der US-Amerikaner will den Vertrag, der mit der zehnten Auflage am Sonntag endet, verlängern. Der „Straits Times“ in Singapur sagte Carey, dass er positive Gespräche mit den Organisatoren führe. „Wir kümmern uns aktiv um unsere Partner und es ist unser Ziel, einen neuen Vertrag abzuschließen, damit wir das Rennen behalten“, zitierte die Zeitung den Nachfolger von Bernie Ecclestone.

Bei einer Konferenz in Singapur sagte er der Zeitung zufolge, dass der Grand Prix in Singapur ein Anker in der Asienstrategie und auch ein Rennen mit Signalwirkung für sie weltweit sei. Damit bezog er sich neben den spektakulären Bildern und oft ereignisreichen Rennen auch auf den Eventcharakter. Zahlreiche internationale Stars runden das Rahmenprogramm an der Marina Bay ab.

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