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„Wir müssen uns hinterfragen“

Bayern München hat am Dienstag mit einem 3:0-Heimsieg gegen RSC Anderlecht einen erfolgreichen Start in die Champions League hingelegt. Dennoch herrschte bei den Deutschen danach wieder dicke Luft.

„Das Publikum verdient mehr“, sagte etwa Arjen Robben nach der Partie. „Bei allem Respekt. Nach der Roten Karte musst du die aus der Arena schießen. Da musst du geil sein und mehr Tore schießen“, erklärte der Niederländer nach den Treffern von Robert Lewandowski (12./Elfmeter), Thiago (65.) und Joshua Kimmich (90.).

FC Bayern München - RSC Anderlecht 3:0

Allianz Arena, München; Tore: Lewandowski (12.), Alcantara (65.), Kimmich (90.)

Nach der Notbremse von Sven Kums gegen Lewandowski, für die der Anderlecht-Spieler die Rote Karte sah (11.), war kaum Spielfreude bei den Bayern zu sehen, selten Tempo, noch seltener mannschaftliche Harmonie. „Wir müssen uns hinterfragen, alle“, lautete Robbens Fazit. Die Stimmungslage bei den ohne den verletzten David Alaba angetretenen Münchnern (Marco Friedl saß auf der Bank) bleibt früh in der Saison angespannt.

Frustrierter Müller, wütender Ribery

Thomas Müller saß am Vorabend seines 28. Geburtstages erneut bis zu seiner späten Einwechslung frustriert auf der Ersatzbank. Franck Ribery wiederum riss sich nach seiner Auswechslung das Trikot vom Körper und schleuderte es wütend auf die Bank. Sportdirektor Hasan Salihamidzic rügte den Franzosen danach für sein Fehlverhalten. „Das darf nicht passieren beim FC Bayern München. Das ist nicht okay. Da werden wir sprechen drüber“, kündigte er an.

Franck Ribery (Bayern)

APA/AFP/Guenter Schiffmann

Ribery war nach seiner Auswechslung nicht wirklich gut gelaunt

Auch Trainer Carlo Ancelotti erwartet eine Erklärung von Ribery. „Ich kann verstehen, dass er durchspielen will. Aber seine Reaktion nicht.“ Der von den Medien schon hinterfragte Italiener verließ das Stadion „insgesamt zufrieden“, wie er anmerkte: „Es war keine Topleistung, aber eine Leistung, die uns in dieser Phase reicht.“ Immerhin gab es keine neue Aufregung um Topstürmer Lewandowski, der ob seiner in einem Interview getätigten Aussagen jüngst von Clubchef Karl-Heinz Rummenigge gerügt wurde.

Nun wartet Paris Saint-Germain

Schon in zwei Wochen kommt es für die Bayern bei Paris Saint-Germain zur Kraftprobe mit Neymar und Co. Der Brasilianer gab bei Celtic Glasgow in Verbund mit seinen Nebenleuten Kylian Mbappe und Edinson Cavani eine Kostprobe des Offensivpotenzials der Franzosen ab. Nicht einmal 40 Minuten benötigte das Trio, um sich beim 5:0 gegen Celtic geschlossen in die Torschützenliste einzutragen. Neymar traf zur Führung (19.) und legte Mbappes 2:0 (34.) auf, ehe er Cavani (40.) nach dessen verwandeltem Foulelfer gratulieren durfte.

Neymar war nach der Partie „sehr glücklich“. Es sei eine Freude, mit Leuten wie Mbappe zusammenzuspielen. „Für mich ist er ein großartiger Spieler, und er hat das Potenzial, noch besser zu werden“, sagte der Superstar über seinen 18-jährigen Sturmpartner. Neben dem Duo, das PSG in Summe mehr als 400 Millionen Euro wert ist, wirkt der vor vier Jahren um 64 Mio. Euro von Napoli verpflichtete Cavani wie ein Schnäppchen. Celtic-Trainer Brendan Rodgers lobte sein Team jedenfalls dafür, in der zweiten Spielhälfte dagegengehalten zu haben.

Messi auch gegen Juve in Torlaune

Keinen Gedanken an Neymar verschwendete man bei dessen Ex-Team. Der FC Barcelona montierte Juventus Turin dank des weiter bestechend spielenden Lionel Messi ab. Der Argentinier, der sich am Wochenende beim 5:0 im Derby gegen Espanyol mit drei Toren warm geschossen hatte, bezwang Juve-Legende Gigi Buffon im vierten Anlauf zum ersten Mal (45.). Nach dem Seitenwechsel war Messi am zweiten Treffer durch Ivan Rakitic (56.) beteiligt und besorgte nach einem Sololauf schließlich den Endstand (69.).

FC Barcelona - Juventus Turin 3:0

Camp Nou, Barcelona; Tore: Messi (45.,69.), Rakitic (56.)

„Ich habe schon oft gegen ihn gelitten, jetzt darf ich mich glücklicherweise freuen“, sagte Ernesto Valverde nach der Partie. Barcelonas neuer Coach saß bereits bei einigen Ligarivalen der Katalanen auf der Betreuerbank.

Gästeabwehr passt noch nicht

Juventus kassierte mit dem 0:3 nach dem gewonnenen Viertelfinal-Duell der vergangenen Saison eine schmerzliche Niederlage. Italiens Serienmeister agierte mit einer im Gegensatz zum gegen Real Madrid verlorenen Champions-League-Finale mit einer komplett umformierten Abwehr. Neben Leonardo Bonucci und Dani Alves, die den Club verlassen haben, fehlte gegen Barcelona auch Giorgio Chiellini wegen einer Verletzung.

Trainer Massimiliano Allegri beklagte „drei Tore aus Gegenstößen“, außerdem habe Barcelona „diesen einen Spieler, der jedes Spiel verändern kann. Wenn man Messi Räume gibt, wird man bestraft.“

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