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Sieg bringt Klassenerhalt

Gerald Melzer bestreitet am Freitag beim Davis-Cup-Länderkampf in Wels gegen Rumänien das erste Einzel für Österreich. Melzer, der von Kapitän Stefan Koubek den Vorzug gegenüber Sebastian Ofner bekam, trifft ab 11.00 Uhr (live in ORF Sport +) auf Dragos Dima (ATP-Nr. 489). Danach bekommt es Österreichs Nummer eins Dominic Thiem mit Bogdan Borza (Nr. 707) zu tun.

Am Samstag steht das Doppel auf dem Programm, dafür sind vorerst Philipp Oswald und Thiem vorgesehen. Sie bekommen es mit dem aktuellen US-Open-Sieger Horia Tecau sowie Nicolae Frunza zu tun. Den Abschluss bilden am Sonntag die umgedrehten Einzel-Partien. Gewinnt Österreich den Länderkampf, geht es auch 2018 in der Europa-Afrika-Zone I weiter. Der Verlierer spielt von 20. bis 22. Oktober in der zweiten Play-off-Runde gegen den Verlierer des Duells Israel - Ukraine gegen den Abstieg.

Davis-Cup-Team

APA/EXPA/Sebastian Pucher

Das ÖTV-Team freut sich auf die bevorstehende Aufgabe

Früh aufstehen und konzentriert sein

„Ich habe gestern erstmals trainiert. Es war sehr schön, wieder auf einen Sandplatz zurückzukommen, und ich werde heute noch eine gute Einheit haben, dann sollte ich bereit sein für morgen“, sagte Thiem nach der Auslosung. Dass er das zweite Match bestreitet, macht für ihn keinen Unterschied. „Ich muss trotzdem gleich früh aufstehen“, sagte er lachend. „Aber es wäre natürlich super, mit einem 1:0 im Rücken auf den Platz zu gehen. Aber Gerald wird das sicher machen. Dann freue ich mich schon auf die Partie morgen.“

Für Thiem ist es der vierte Davis-Cup. Seine Gesamtbilanz liegt bei drei Siegen und vier Niederlagen (im Einzel 2:3), diese soll sich nun zum Positiven ändern. Die Ausgangssituation sei aufgrund der klaren Ausgangslage und der dementsprechenden Erwartungshaltung nicht schwieriger. „Sollte alles normal laufen, sind wir natürlich haushohe Favoriten. Aber es kann immer alles passieren im Sport, und von dem her müssen wir alle hochkonzentriert in die Matches gehen“, sagte Thiem.

Melzer erstmals vor Heimpublikum

Für Gerald Melzer ist es der erste Davis-Cup vor Heimpublikum. „Es war immer mein Traum, Davis-Cup zu spielen, und jetzt das erste Mal zu Hause wird etwas Spezielles für mich“, sagte er und freute sich auf seinen sechsten Länderkampf für den Österreichischen Tennisverband (ÖTV; 1:5 Niederlagen im Einzel).

Seinen Gegner Dima kennt er ein bisschen. „Ich habe ihn früher auf Futures gesehen, aber noch nie gegen ihn gespielt.“ Die Favoritenrolle sei aber natürlich klar an die Gastgeber vergeben. „Speziell mit Dominic, da kann man von zwei Fixpunkten ausgehen, weil der doch eine eigene Klasse ist im Davis-Cup im Einzel“, sagte Melzer und fügte hinzu. „Und ich glaube, dass ich auch schwer zu favorisieren bin.“

Erstes Heimspiel seit Juli 2015

Österreich ist erstmals seit über zwei Jahren wieder Gastgeber in einer Davis-Cup-Partie. Zuletzt war das im Juli 2015 in Kitzbühel der Fall gewesen. Dass es damals eine 2:3-Niederlage gegen die Niederlande setzte, sollte nicht als schlechtes Omen genommen werden. Vielmehr gibt es nun gegen Rumänien die Chance zur Wiedergutmachung.

Für Kapitän Koubek ist die Ausgangslage auch klar. „Es ist einfach so, man braucht nur auf das Papier schauen. Die Rumänen sind um die 500 und noch ein Stück dahinter, wir haben einen Top-Ten-Spieler und zwei Spieler, die an die Top 100 kratzen. Da ist man einfach Favorit“, sagte er. Als einzige Ausnahme muss man bei den Rumänen Tecau hervorheben. „Aber der hat auch nicht seinen Partner von dort (US Open, Anm.) an seiner Seite. Das ist wahrscheinlich der schwerste Punkt zu holen, aber mit Oswald/Thiem sind wir im Doppel auch gut aufgestellt.“

Dennoch warnte Koubek vor Überheblichkeit. „Auch wenn wir im Einzel hohe Favoriten sind. Die Vergangenheit hat es gezeigt: Das Papier lügt hin und wieder ein bisserl. Die haben junge talentierte Spieler, die auch über sich hinauswachsen können. Ich hoffe, dass sie sich ein anderes Wochenende aussuchen.“ Die Entscheidung für den zweiten Einzelspieler Melzer anstelle Ofners begründete Koubek mit der Formkurve. „Die letzten Wochen hat Gerald Melzer bessere Erfolge gezeigt, auch auf Sand. Und für mich hat er auch die größere Erfahrung.“

Davis-Cup, Europa-Afrika-Zone I, Play-off

Wels (Sand, Freiluft):
Österreich Rumänien 4:1
Gerald Melzer Dragos Dima 6:1 6:1 3:6 6:1
Dominic Thiem Bogdan Borza 6:2 6:2 6:4
Philipp Oswald / Dominic Thiem Nicolae Frunza / Horia Tecau 6:7 (1/7) 2:6 7:6 (7/5) 3:6
Dominic Thiem Nicolae Frunza 7:6 (7/2) 7:6 (7/3) 6:3
Gerald Melzer Bogdan Borza 6:1 7:5

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