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Zünglein an der Waage

Der Klassenerhalt ist erwartungsgemäß mit einem 4:1-Heimsieg über Rumänien geschafft worden, nun gilt der Blick im ÖTV-Davis-Cup-Team ganz dem nächsten großen Ziel. Der Wiederaufstieg in die Weltgruppe, in der Österreich zuletzt 2013 vertreten war, soll vielleicht schon 2018 gelingen. Das hängt freilich von einer ganzen Menge Faktoren ab: Allen voran entscheidend ist, ob Dominic Thiem spielt oder nicht.

Die Hoffnungen auf eine Setzung des ÖTV-Teams in der Euro-Afrika-Zone I für den Bewerb 2018 wurden jedenfalls nicht erfüllt. Womit auch dem Wunsch nach einem Freilos und damit einem Termin weniger im ohnehin überladenen Tenniskalender nicht entsprochen wurde. Damit sind aller Voraussicht nach für eine Rückkehr in die Weltgruppe drei Siege nötig (in diesem Jahr hatte in der Euro-Afrika-Zone I auch das ungesetzte Ungarn ein Freilos, Anm.)

„Kann nichts versprechen“

Ein Termin weniger wäre vor allem im Hinblick auf mögliche Einsätze Thiems von Vorteil gewesen. „Ein Heimspiel wäre natürlich super, wir haben in letzter Zeit eh nicht so viele gehabt“, meinte der 24-Jährige, der aber „nichts versprechen“ wollte. Sämtliche Ambitionen des ÖTV, endlich wieder im Konzert der 16 größten Tennisnationen mitzuspielen, hängen von Thiems Start ab. Aber auch von der Auslosung und dem Heimvorteil samt möglicher Platzwahl.

Dominic Thiem und Stefan Koubek

GEPA/Matthias Hauer

Auch Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek hofft auf die Zusage von Dominic Thiem

Auch ÖTV-Präsident Robert Groß hofft auf ein - von Thiem beim Davis-Cup-Wochenende in Wels nicht bestätigtes - regelmäßigeres Engagement des heimischen Topstars im Davis-Cup. „Entscheidend ist, ob die derzeitige Nummer sieben der Welt im Team spielen kann und wird“, konstatierte Groß.

Chancen auch ohne Thiem?

Mit Blick auf so manches Weltgruppen-Play-off-Ergebnis könnte das ÖTV-Team vermutlich aber auch ohne Thiem reüssieren. „Wenn man sich die Ungarn angeschaut hat: Ich glaube, dass die um nichts besser sind als wir - sogar ohne Dominic. Natürlich muss da alles zusammenlaufen“, erklärte Gerald Melzer und bezog sich auf den 3:1-Heimsieg von Marton Fucsovics und Attila Balazs in Budapest über die Russen mit den Jungstars Andrej Rublew und Karen Chatschanow. Auch Finalist Belgien zeige, was möglich ist.

ÖTV-Davis-Cup-Chef Stefan Koubek stimmte dem zu, auch weil mit Sebastian Ofner ein Hoffnungsträger dazugekommen ist. „Gegen ein Team, das nicht unfassbar gut ist, haben wir sicher auch mit Ofi und Gerald eine Chance. Aber mit Dominic ist es für uns alle leichter“, sagte der Kärntner.

Der 40-jährige Koubek, einst selbst Nummer 20 der Welt, ist überzeugt, dass es - abgesehen von den Terminen - keine großen Überredungskünste brauchen würde, um Thiem wieder an Bord zu holen. „Wir haben eine super Stimmung, wir waren Autodrom fahren, haben beim Essen eine Gaudi gehabt, und er spielt sehr gerne.“

Davis-Cup, Europa-Afrika-Zone I, Play-off

Wels (Sand, Freiluft):
Österreich Rumänien 4:1
Gerald Melzer Dragos Dima 6:1 6:1 3:6 6:1
Dominic Thiem Bogdan Borza 6:2 6:2 6:4
Philipp Oswald / Dominic Thiem Nicolae Frunza / Horia Tecau 6:7 (1/7) 2:6 7:6 (7/5) 3:6
Dominic Thiem Nicolae Frunza 7:6 (7/2) 7:6 (7/3) 6:3
Gerald Melzer Bogdan Borza 6:1 7:5

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