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Denkwürdiger Sieg nach Rückstand

Österreichs Handball-Frauen-Nationalteam hat am Samstag im zweiten Spiel der EM-Qualifikation einen sensationellen 27:25-Erfolg über Olympiasieger Russland gefeiert. In der Südstadt kämpfte sich das Team von Herbert Müller nach einem 0:5-Start noch zurück und feierte schließlich den ersten Erfolg in der laufenden Quali. „Ich habe Gänsehaut“, jubelte Sonja Frey, die mit sieben Toren ÖHB-Topschützin war.

Drei Tage nach der Auftaktniederlage in Rumänien gab das Team ein kräftiges Lebenszeichen im Rennen um einen Platz für die EM 2018. Selbst wenn der Sprung unter die Top Zwei von Gruppe vier nicht gelingen sollte, könnte der sensationelle Sieg noch viel wert sein. Auch der beste Gruppendritte löst das Ticket für die Endrunde im Dezember 2018 in Frankreich.

Österreich-Spielerinnen jubeln

GEPA/Philipp Brem

Triumphale Augenblicke nach der Schlusssirene in der Südstadt

Zu Beginn sah es nach einem klaren Favoritensieg für Darja Dmitrijewa und Co. aus. Österreich erwischte einen schwachen Start, lag nach acht Minuten mit 0:5 im Rückstand. Allerdings hatten sich die von Petra Blazek angeführten Gastgeberinnen nach einer Viertelstunde bis auf 7:9 (16.) herangearbeitet und leisteten dem Team von Trainer Jewgenij Trefilow von da an erbitterten Widerstand. Spätestens ab der erstmaligen Führung in der 53. Minute (24:23) hatte sich Rot-Weiß-Rot in einen Rausch gespielt.

Torfrau Blazek überragend

Das war nicht nur einer effizienten Angriffsleistung zu verdanken, sondern auch Torfrau Blazek, die in diesem Spiel zeigte, dass sie als Kapitänin eine würdige Nachfolgerin der kürzlich zurückgetretenen Katrin Engel ist. Die Rumänien-Legionärin trieb mit zahlreichen Paraden und mehreren gehaltenen Siebenmetern die Gegnerinnen zur Verzweiflung und war auch im Finish kaum zu überwinden.

Sensationssieg für ÖHB-Frauen

Österreichs Handball-Frauen schafften in der EM-Quali eine Riesensensation. Das Team von Trainer Herbert Müller besiegte Olympiasieger Russland.

„Ich habe heute wahrscheinlich das beste Spiel meines Lebens gespielt“, sagte Blazek im ORF-Interview. „Wir haben gewusst, dass ihr Trainer viel durchwechselt, wenn sie nervös sind und Fehler machen. Das wollten wir ausnutzen, und das ist uns auch gelungen“, erklärte Blazek. „Das war Weltklasse“, lobte Müller seine Torfrau, schloss freilich die gesamte Mannschaft mit ein: „Es ist einfach unglaublich. Ich muss meiner ganzen Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen. Wir haben einen unbändigen Kampfgeist gezeigt, das erfüllt mich mit Stolz.“

Stimmen zum Spiel:

Herbert Müller (ÖHB-Teamchef): „Im Handball sind solche Dinge extrem selten. Russland ist eine Macht, das haben sie in den ersten Minuten demonstriert, uns an die Wand gespielt. Bei 0:5 war ich am Verzweifeln. Aber dann kommt die Mannschaft ins Spiel, und wir finden unsere Lücken. Dann kommt eine Petra Blazek hinzu, die das Match ihres Lebens gemacht hat, und das bringt Sicherheit. Damit werden wir immer souveräner. Als wir das erste Mal in Führung gegangen sind, dachte ich mir, heute ist vielleicht so ein Tag, wo das Unmögliche möglich ist. Wir haben uns übertroffen im Kämpfen. Russland war körperlich größer, aber wir waren cleverer.“

Petra Blazek (ÖHB-Torfrau und Kapitänin): "Wir sind schlecht in das Spiel gestartet, waren schnell fünf Tore hinten, haben einige Chancen vergeben. Wir haben aber nie aufgegeben, wollten immer dranbleiben, weil wir wussten, wenn wir dranbleiben und sie Fehler machen, werden sie nervös. In den letzten 20 Minuten hat dann alles funktioniert. Der Schlüssel war natürlich die Abwehr, die Deckung hat sehr gut funktioniert, auch meine Leistung war gut.

EM-Qualifikation, Gruppe vier:

Samstag:

Österreich - Russland 27:25 (13:16)

BSFZ Südstadt, 1.000 Zuschauer

Tore Österreich: Frey 7, Scheffknecht, Kovacs je 5, Gerisch 4, Logvin, Dedic, Huber je 2

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