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Ellbogenoperation unvermeidlich

Nach Julian Knowle hat sich am Montag auch Jürgen Melzer einer Operation am Ellbogen unterzogen. Beim 36-jährigen Niederösterreicher war der Eingriff nun doch unvermeidlich. Ob der ehemalige Weltranglistenachte, der nun sieben Monate pausieren muss, noch einmal voll auf seine Einzel-Karriere setzt, will er erst im Zuge der Reha im Jahr 2018 entscheiden.

„Es hat sich nicht so verbessert, dass ich täglich trainieren kann. Wenn ich noch einmal spielen will, muss ich das auf alle Fälle machen lassen“, sagte Melzer vor der Operation gegenüber der APA. Es werde etwa sieben Monate dauern, bis er wieder ein Turnier spielen könne. „Nach vier Monaten kann ich wieder mit dem Softball anfangen, vielleicht schaffe ich es in sechs. Zur Sandplatzsaison nächstes Jahr sollte ich dann wieder dabei sein“, hofft der ehemalige French-Open-Halbfinalist.

Jürgen Melzer greift sich an den Ellbogen

GEPA/Matthias Hauer

Der linke Arm machte Melzer zuletzt auch beim Davis-Cup in Wels zu schaffen

Ursache für den Eingriff ist eine Verletzung am äußeren, linken Ellbogen. Auch Melzer vertraut wie vergangenen Mittwoch Knowle dem deutschen Ellbogenspezialisten Dr. Boris Hollinger in Pforzheim. „Im Gegensatz zu Julian, bei ihm war es ja die Innenseite des Ellbogens, ist es bei mir die Außenseite. Bei mir ist es also der ‚Tennisarm‘. Da ist eine Sehne abgerissen und bei der zweiten ist es nicht sicher, ob die auch abgerissen ist.“

Extrem schwere Entscheidung

Die Entscheidung, sich im Spätherbst seiner Karriere doch noch „unters Messer“ zu legen, hat Melzer lange hinausgezögert. „Es ist mir extrem schwergefallen. Wenn ich zehn Tage nicht gespielt habe, dann konnte ich einen Tag komplett normal spielen.“ Er hatte gehofft, dass die Heilung auch ohne Eingriff voranschreitet. „Aber es war dann spätestens nach zweieinhalb Tagen Training immer so, dass ich nicht gescheit habe spielen können.“ Das hatte er etwa auch als Sparringpartner beim Davis-Cup in Wels feststellen müssen.

Wie bei Knowle könnte es auch bei Melzer sein, dass ein Teil einer Sehne vom Knie entnommen werden muss, um den Ellbogen zu stabilisieren. „Ja, es hängt davon ab, ob das Gelenk stabil ist, oder nicht. Ich habe eine Chance, dass ich es nicht brauche.“

Konzentration aufs Doppel denkbar

Ob Melzer wie erhofft die Einzel-Karriere noch einmal voll in Angriff nehmen wird, lässt er offen. „Ich muss mir überlegen, was ich jetzt mache. Es hängt sicher auch vom Reha-Verlauf ab und wie mein Körper sich dann nächstes Jahr auch anfühlt. Ob ich dann noch einmal voll aufs Einzel gehe, wird sich weisen“, erklärte der fünffache ATP-Einzel-Turniersieger, der im Doppel 13 Titel - darunter auch Wimbledon und die US Open - gewonnen hat.

„Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass ich mich dann aufs Doppel konzentriere und die Einzel-Karriere dann langsam ausklingen lasse.“ Sein „protected ranking“ von etwa Platz 125, der Verletztenstatus der ATP, wird er freilich nutzen. Melzer, der am 22. Mai 2018 37 Jahre alt wird, hat dann neun Turniere Zeit, sich wieder hochzuspielen. Die Rehabilitation möchte er in der Südstadt machen.

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