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Einzige ÖTV-Spielerin ausgeschieden

Barbara Haas hat bei den mit 250.000 Dollar dotierten Upper Austria Ladies Linz auch beim vierten Anlauf den Einzug in das Achtelfinale verpasst. Die 21-jährige Oberösterreicherin unterlag am Mittwoch der knapp ein Jahr älteren Deutschen Carina Witthöft nach hartem Kampf 3:6 6:4 4:6. Damit muss die ÖTV-Hoffnung weiter auf ihren zweiten Sieg auf der WTA-Tour warten.

„Ich hätte mir gewünscht, dass es heute mal mit dem Sieg klappt. Ich hatte immer wieder Matches gegen Top-50-Spielerinnen, die knapp waren“, resümierte Haas nach dem Match im ORF-Gespräch. „Ich glaube, ich habe dann meine Nerven nicht im Griff, und daran bin ich gescheitert. Für die nächste Saison muss ich mich in allen Bereichen weiterentwickeln und auch Krafttraining machen. Ich bin eine der kleinsten im Circuit.“

Barbara Haas

APA/Barbara Gindl

In den entscheidenden Phasen fehlten Haas Konsequenz und Präzision

Wie im Vorjahr war Haas die einzige Österreicherin im Hauptbewerb des WTA-Turniers in Linz. Nachdem sich die aktuelle Nummer 171 der WTA-Weltrangliste bereits am Dienstag auch im Doppel an der Seite der Schweizerin Belinda Bencic dem Duo aus der Belgierin Kirsten Flipkens und der Niederländerin Demi Schuurs mit 7:6 (7/2) 4:6 3/10 geschlagen geben musste, bekommen die Zuschauer in Linz heuer keine ÖTV-Spielerin mehr zu sehen.

Haas lässt zu viele Punkte liegen

Dabei erwies sich Haas im ersten Duell gegen Witthöft mit starken Grundlinienschlägen über weite Strecken als durchaus ebenbürtige Gegnerin, ließ in den entscheidenden Phasen allerdings die nötige Konsequenz und Präzision vermissen. Im ersten Satz musste sie zwar ihren Aufschlag zum 4:2 abgeben, konterte aber postwendend mit einem Rebreak. Witthöft legte allerdings sofort nach, nahm der Österreicherin erneut das Service ab und servierte zum Satzgewinn aus.

Auch im zweiten Satz legte die Nummer 73 der Welt zunächst mit einem Break vor, doch Haas konterte erneut und stellte mit einem weiteren Break zum 6:4 den 1:1-Satzgleichstand her. Wie schon in den ersten Durchgängen gaben beide Spielerinnen auch im Entscheidungssatz gleich zu Beginn jeweils ihren Aufschlag ab.

Im siebenten Game hatte Witthöft in einem Marathongame bei Aufschlag von Haas den längeren Atem, musste aber im Gegenzug und nach einem perfekten Cross der Österreicherin erneut das Rebreak hinnehmen. Doch die Deutsche ließ sich davon nicht beeindrucken, durchbrach noch einmal das Service der Österreicherin und servierte nach 2:16 Stunden zum 6:4 im dritten Satz und damit zum Matchgewinn aus.

Durchbruch lässt auf sich warten

Für die rot-weiß-roten Fans heißt es damit weiter auf den ersehnten Durchbruch einer Österreicherin auf der WTA-Tour zu warten. Schließlich warten sie sehnsüchtig auf eine Nachfolgerin von Generationen wie Barbara Schett, Judith Wiesner und auch Sybille Bammer. Mittlerweile ist es schon fast drei Jahre her, dass Österreich überhaupt in den Top 100 der WTA-Rangliste vertreten war. Zuletzt war die mittlerweile zurückgetretene Yvonne Meusburger am 19. Jänner 2015 (93.) noch in diesem Kreis.

Barbara Haas und Trainer Jürgen Waber

GEPA/Walter Luger

Seit vier Jahren wird Haas von Fed-Cup-Kapitän Waber betreut

Vor Jahresfrist schien Haas kurz vor dem nächsten Schritt in diese Richtung zu stehen. Sie hatte sich bei den US Open erstmals für ein Grand-Slam-Turnier qualifiziert, und es fehlten ihr nur zwei Punkte zum Erstrundensieg über Timea Babos (damals WTA-34.). „Mein Ziel sind die Top 100. Das ist eine Frage der Zeit, aber ich glaube zu 100 Prozent daran, dass ich das schaffen kann“, betonte die 21-jährige Oberösterreicherin im ORF-Interview.

Erst ein Einzel-Sieg auf der WTA-Tour

Immerhin feierte Haas heuer in Gstaad ihren ersten WTA-Tour-Einzel-Sieg und stand schon mit einem Bein im Viertelfinale (Satzführung und Breakführung im zweiten Durchgang gegen Johanna Larsson, Anm.). „Das war ein kleiner Meilenstein“, so Haas. Doch vor ihr steht noch viel Arbeit. „Der Schwerpunkt über den Winter wird sein, dass ich mehr im Kraftbereich mache und körperlich zulege. Ich muss mich in allen Bereichen verbessern. Es muss das eine Rad in das andere greifen, damit alles zusammenpasst.“

Coach Jürgen Waber, der einst Bammer in die Top 20 gebracht hatte, ist zuversichtlich, mahnt aber zu Geduld. Er und Haas arbeiten unter anderem auch daran, dass sie körperlich kräftiger wird. „Traurig, dass sie verloren hat, aber wer sie vor einem Jahr gesehen hat, weiß, wie sehr sie sich weiterentwickelt hat. Barbara ist in einem Entwicklungsprozess“, sagte der Fed-Cup-Kapitän im ORF. „Im Endeffekt gehört ein bisschen mehr Routine und Selbstvertrauen dazu, aber die Richtung stimmt. Dann wird sie auch im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen treffen.“

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