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„Technischer Schnickschnack“

Bei Ferrari werden im Saisonfinish alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Minimalchance auf den WM-Titel am Leben zu erhalten. Nach dem peinlichen Zündkerzendefekt beim Grand Prix von Japan in Suzuka beorderte Ferrari-Chef Sergio Marchionne eine Spanierin aus dem ihm ebenfalls unterstellten Fiat-Chrysler-Konzern zur „Scuderia“. Aufgabengebiet: Qualitätskontrolle.

Maria Mendoza soll bei der „Scuderia“ in den letzten vier Saisonrennen möglichst dafür sorgen, dass Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen nicht mehr frühzeitig von technischen Defekten gestoppt werden. Im Fiat-Chrysler-Konzern ist die Spanierin seit 2012 tätig, zuletzt kümmerte sie sich um die Qualitätskontrolle im Serienmotorenbereich.

Mendoza gilt als Expertin im Bereich der Antriebsaggregate - zuletzt stand die studierte Physikerin, die fließend Englisch und Italienisch spricht, einem 25-köpfigen Expertenteam vor, das sich um die Standfestigkeit der Motoren und die Zulieferer bei Fiat-Chrysler kümmerte.

Sergio Marchionne

APA/AFP/Luca Bruno

Ferrari-Boss Marchionne sah in Japan die wohl letzten WM-Chancen schwinden

Mattia Binotto, technischer Direktor bei Ferrari, erklärte, dass Mendozas Verpflichtung ohnehin geplant gewesen war. „Unser Qualitätsmanagment wird und ist bereits verstärkt worden. Das sind in gewisser Weise die Änderungen, die unser Vorstandschef gemeint hat.“

Marchionne: „Wir werden es lösen“

Eine Tatsache, die Mendozas Bestellung beschleunigt haben dürfte, war der Zündkerzendefekt (Stückpreis: 59 Euro) bei Vettel in Japan. „Es ist ein technischer Schnickschnack, der Einfluss auf unser mehrere Millionen Euro teures Auto hatte“, ventilierte Marchionne seinen Unmut. „Es ist ein Problem, das wir zuletzt vielleicht ignoriert haben, weil es nie allzu wichtig geworden ist. Aber jetzt hatten wir mindestens drei Fälle, wo wir den vernichtenden Einfluss auf unsere Performance bemerkt haben. Wir werden es lösen“, so Marchionne im Interview mit dem US-Sender CNBC.

Bereits vor dem Zündkerzenproblem in Japan war Ferrari von einem Motorenproblem in Malaysia zurückgeworfen worden. In der Weltmeisterschaft sind die Chancen für Vettel aufgrund der Defekte zuletzt dramatisch gesunken. Nach dem GP von Ungarn hatte der Deutsche noch die Fahrerwertung angeführt, mittlerweile liegt er bereits 59 Punkte hinter Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. In der Konstrukteurswertung liegt die „Scuderia“ sogar schon 145 Zähler hinter den Silberpfeilen.

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