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Tabellenführung mit Mühe verteidigt

Puntigamer Sturm Graz wird das erste Meisterschaftsdrittel in der tipico-Bundesliga als Tabellenführer abschließen. Der Spitzenreiter setzte sich am Samstag im Auftaktspiel der zwölften Runde gegen Mattersburg nach hartem Kampf mit 3:2 (1:1) durch. Die Burgenländer gingen in Graz zweimal in Führung und verließen das Spielfeld dennoch geschlagen.

Stefan Hierländer sorgte erst in der 86. Minute für den Grazer Siegestreffer. Mit den drei Punkten baute Sturm den Vorsprung auf Verfolger Salzburg nach dem neunten Saisonsieg vorerst auf vier Zähler aus. Der Meister ist am Sonntag bei der Admira im Einsatz. Mattersburg ist nun zehn Spiele sieglos und verließ die Merkur Arena erstmals seit sechs Aufeinandertreffen als Verlierer.

Tor von Stefan Hierländer (Sturm) gegen Mattersburg

GEPA/Hans Oberäender

Dank Stefan Hierländer schaffte Sturm am Ende noch die Wende

Dabei hatten die Mattersburger durch Jano (4.) und Patrick Bürger (51.) jeweils zu Beginn der ersten bzw. zweiten Spielhälfte vorgelegt. Sturm konnte jedoch zweimal durch Philipp Huspek (14.) und Peter Zulj per Elfmeter (64.) fast postwendend die Antwort finden. Als sich bereits das Ende der regulären Spielzeit abzeichnete, verwertete Hierländer eine der wenigen Chancen in der zweiten Spielhälfte.

Sturm gleich frühen Rückstand aus

Ein Erfolg, der bereits zu Beginn der Partie gefährdet schien. Die ohne den nicht voll fitten Toptorschützen Deni Alar eingelaufenen Grazer mussten schon nach wenigen Minuten einen Rückschlag wegstecken. Goalie Jörg Siebenhandl konnte den Kopfball des bei einem Eckball ungedeckten Jano an die Latte lenken, den Ball aber dann nur noch hinter der Torlinie abwehren. Schiedsrichter Walter Altmann entschied bei seinem Bundesliga- Debüt sofort auf Treffer.

Sturm bleibt an der Spitze

Sturm Graz holt gegen Mattersburg gleich zweimal einen Rückstand auf. Am Ende drehen die Grazer die Partie sogar noch und gewinnen mit 3:2.

Sturm erfing sich schnell. Die Mannschaft von Teamchef-Kandidat Franco Foda profitierte dennoch von einem schweren Patzer der Gäste. Lukas Rath stoppte eine zu ungenaue Hereingabe unfreiwillig ideal für den heraneilenden Huspek, der mit dem Außenrist zu seinem vierten Saisontreffer abschloss. Der diesmal am linken Flügel aufgebotene Marvin Potzmann traf dann noch das Außennetz, ehe Alar-Ersatzmann Philipp Zulechner vor dem Tor zu zaghaft agierte.

Nach einer halben Stunde war Sturms Elan aber dahin. Ins Spiel der Steirer schlichen sich vermehrt Ungenauigkeiten ein. Den Mattersburgern gelang es mit viel Laufarbeit und Kampfgeist im Mittelfeld, den Spielfluss des Spitzenreiters zu unterbinden. Vor allem über den in die Startelf gerutschten Michael Perlak setzten die Gäste auch in der Offensive Akzente.

Foda bringt frische Kräfte nach 1:2

Trainer Gerald Baumgartner durfte zufrieden sein und knapp nach Seitenwechsel erneut über einen schnellen Treffer jubeln. Nach einer Hereingabe des Ex-Grazers Andreas Gruber verschätzte sich Sturms Hintermannschaft, Bürger bewies bei seinem Treffer Talent in der Bodenakrobatik. Für den nicht voll fit ins Spiel gegangenen Mittelstürmer war es sein Premierentor in dieser Saison.

Sturm wirkte verunsichert, und Foda reagierte. Mit Alar und dem nach einem Monat Verletzungspause zurückgekehrten Thorsten Röcher kamen neue Kräfte. Sechs Minuten später war der neuerliche Ausgleich geschafft. Rath agierte im Zweikampf mit Zulechner ungeschickt, den von Mattersburger Seite angezweifelten Elfer verwertete Zulj staubtrocken. Die Mattersburger verbarrikadierten sich auch danach nicht vor dem eigenen Strafraum. Sturm konnte indes lange nicht mehr zulegen - ehe Hierländer doch noch zuschlug.

Stimmen zum Spiel:

Franco Foda (Sturm-Trainer): „Es war ein schwieriges Spiel, aber die Mannschaft hat trotz der Gegentore immer an sich geglaubt. So kann man auch Spiele drehen. Natürlich, man kann manches besser machen. Die Passgenauigkeit im Spiel nach vorne war dieses Mal zu schlampig. Von der Größe her sind uns die Mattersburger überlegen, da sind Standards immer schwer zu verteidigen. Nach der Pause hat Mattersburg die Räume sehr gut zugestellt. Wir haben auch die zweiten Bälle schlecht verteidigt. Mit den Wechseln kam wieder neuer Schwung in die Mannschaft. Sie hat wirklich Moral bewiesen.“

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): „Unsere Mannschaft hat den Matchplan sehr gut umgesetzt. Wir haben über Konter und Standards unsere Chance gesucht, allerdings bei allen drei Gegentoren individuelle Fehler gemacht. Wenn wir auswärts so auftreten gegen den Tabellenführer, ist es schade, dass wir nichts mitnehmen konnten. Wenn öfter solche Fehler passieren, hängt es möglicherweise auch mit Qualität der Mannschaft zusammen. Unsere Leistung war gut, Sturm hat aber auch auf der Bank genügend Qualität. Am Dienstag im Cup müssen wir wieder klaren Kopf haben.“

Tipico-Bundesliga, zwölfte Runde

Samstag:

Sturm Graz - Mattersburg 3:2 (1:1)

Merkur Arena, 9.387 Zuschauer, SR Altmann

Torfolge:
0:1 Jano (4.)
1:1 Huspek (14.)
1:2 Bürger (51.)
2:2 P. Zulj (64./Elfmeter)
3:2 Hierländer (86.)

Sturm: Siebenhandl - Koch (56./Röcher), Maresic, Schulz, Lykogiannis - Jeggo, P. Zulj - Huspek (56./Alar), Hierländer, Potzmann - Zulechner (78./Eze)

Mattersburg: Kuster - Höller (72./Fran), Malic, Mahrer, Rath - Erhardt, Jano - Gruber (81./Pink), Perlak (87./Maierhofer), Renner - Bürger

Gelbe Karten: P. Zulj bzw. Malic, Gruber

Die Besten: Huspek, Potzmann bzw. Jano, Perlak

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