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Nach Auftakt mit Rücken zur Wand

Dominic Thiem hat den Auftakt bei den mit acht Millionen Dollar dotierten ATP World Tour Finals verloren. Der ÖTV-Star musste sich am Montag zum Auftakt der Gruppe „Pete Sampras“ dem Bulgaren Grigor Dimitrow nach hartem Kampf mit 3:6 7:5 5:7 geschlagen geben. Während Thiem schon nach einem Spiel unter Zugzwang steht, hat Dimitrow bei seinem London-Debüt einen Schritt Richtung Halbfinale gesetzt.

Thiem muss nun unbedingt in den restlichen beiden Gruppenspielen punkten, um bei seinen zweiten ATP-Finals erstmals die Runde der besten vier Spieler zu erreichen. Allerdings muss sich der Weltranglistenvierte dafür immens steigern und stabilisieren. Vor allem der Aufschlag zählte gegen Dimitrow, der im Head-to-Head mit dem Österreicher zum 2:2 ausglich, zu den größten Schwachstellen.

Thiem verliert gegen Dimitrow

Kein Happy End für Dominic Thiem in seinem ersten Gruppenspiel bei den ATP-Finals in London. Er muss sich in drei Sätzen geschlagen geben.

Dimitrow mit dem besseren Start

Schon der Beginn gehörte eindeutig dem Bulgaren. Während Thiem vor allem mit seinem ersten Aufschlag haderte, zog Dimitrow sein Spiel souverän durch und setzte den Österreicher auch mehrmals mit seinem Paradeschlag, der einhändigen Rückhand, gehörig unter Druck. Ein Doppelfehler des ÖTV-Stars ermöglichte dem Bulgaren dann auch gleich in dessen erstem Aufschlaggame eine Breakchance, mit zwei starken Aufschlägen und einem Winner zog Thiem den Kopf aber noch aus der Schlinge.

Grigor Dimitrov

APA/AFP/Glyn Kirk

Dimitrow erwies sich gegen Thiem als der beständigere Spieler

Es blieb aber dabei. Während Dimitrow im ersten Durchgang sein Service souverän durchbrachte und keinen einzigen Breakball abwehren musste, hieß es für Thiem bei eigenem Aufschlag bei praktisch jedem Punktegewinn hart zu arbeiten. Die Möglichkeiten, seine starke Vorhand auszuspielen, waren praktisch gar nicht da. Eine Quote von lediglich 37 Prozent erster Aufschläge, die ins Feld kamen, sprach Bände. Demgegenüber konnte sich der Bulgare auf eine Quote von 67 Prozent verlassen.

Beim Stand von 2:3 war es dann auch so weit. Der 24-jährige Niederösterreicher geriet wieder in die Defensive und sah sich nach seinem zweiten Doppelfehler zum zweiten Mal in diesem Match mit zwei Breakbällen konfrontiert. Ein starkes Service reichte zwar, noch einmal auf 30:40 zu verkürzen, ein Fehler mit der Vorhand brachte Dimitrow aber mit 4:2 voran, die Vorentscheidung im ersten Satz. Nach nicht einmal 38 Minuten nutzte der Bulgare den ersten von drei Satzbällen zum 6:3-Satzgewinn.

Thiem arbeitet sich in die Partie

Im zweiten Durchgang wirkte Thiem gefestigter und schraubte seine Aufschlagquote kontinuierlich nach oben. Der ÖTV-Star kam immer besser auf Touren und traute sich mehr zu, allein, was fehlte, war die Beständigkeit und die letzte Konsequenz, um Dimitrow gefährlich werden zu können. Der Bulgare hatte zunächst auch in brenzligen Situationen die richtige Antwort parat, konnte den Österreicher aber als Rückschläger nicht mehr so gefährden wie im ersten Satz. So schaffte er bis zum 5:5 nur drei Punkte bei dessen Service.

Plötzlich wackelte aber Thiem erneut und lag mit 30:40 zurück, zwei starke Aufschläge verhinderten dabei Schlimmeres. Im Gegenzug schlug der Niederösterreicher dann aber eiskalt zu. Während Dimitrow noch der verpassten Vorentscheidung nachtrauerte, zog Österreichs Nummer eins auf 40:0 davon, erspielte sich bei Aufschlag des Bulgaren drei Breakbälle und glich nach knapp 1:30 Stunden zum 1:1-Satzgleichstand aus. Im vierten Duell der beiden musste die Entscheidung in einem dritten Durchgang fallen.

Duell im dritten Satz auf Augenhöhe

Thiem hatte sich nun auf das Spiel von Dimitrow besser eingestellt und ließ sich nicht mehr so leicht in die Defensive drängen, das Duell mit dem Weltranglistensechsten wurde zu einem Schlagabtausch auf Augenhöhe. Zunächst legte der Bulgare vor und erspielte sich bei 2:2 auch dank eines Doppelfehlers des Österreichers zwei Breakbälle. Thiem bewies aber Nervenstärke und bot dem Angriff des Bulgaren Paroli.

Der nächste Angriff Dimitrows saß dann aber. Während sich in Thiems Spiel nun wieder immer mehr Fehler einschlichen, war der Bulgare im richtigen Moment wieder da. Der 26-Jährige erhöhte noch einmal das Tempo und nahm Thiem bei der nächsten Gelegenheit den Aufschlag zum 4:3 ab. Bei 5:4 und Service Dimitrows meldete sich aber Thiem doch noch einmal zurück und nutzte seine zweite Breakchance zum 5:5-Ausgleich.

Doch anstatt sich ins Tiebreak zu retten, fabrizierte der Österreicher bei eigenem Aufschlag zwei weitere Doppelfehler und gab den Vorteil wieder her. Zwei Matchbälle konnte Thiem noch abwehren, die dritte Chance ließ sich Dimitrow aber nicht mehr nehmen, und der Bulgare machte nach 2:20 Stunden den Sack im dritten Anlauf endgültig zu.

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