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Aufregung über Ibrahimovic-Tweet

Nicht nur bei den Italienern, auch bei den schwedischen Spielern hat es nach dem Rückspiel des WM-Play-offs am Montag in Mailand Tränen gegeben - allerdings jene der Freude. Erstmals seit 2006 qualifizierten sich die Skandinavier für eine WM-Endrunde. Und trotzdem gab es nach dem Coup auch Misstöne. Schuld daran war ein Posting des zurückgetretenen Superstars Zlatan Ibrahimovic.

Dank des Treffers von Jakob Johansson im Hinspiel am Freitag und dem 0:0 im Rückspiel im Meazza-Stadion degradierte Schweden die Italiener zu WM-Zuschauern. Die Tageszeitung „Aftonbladet“ schrieb vom „Wunder in Mailand“, „Dagens Nyheter“ titelte: „Was für eine Leistung, Schweden!“ Zuletzt waren die Schweden vor elf Jahren bei der WM in Deutschland mit von der Partie. Damals unterlag man dem Gastgeber im Achtelfinale.

Schwedens Spieler jubeln

APA/AFP/Marco Bertorello

Die schwedischen Kicker feierten nach Schlusspfiff noch lange mit den Fans

Die Spieler fanden kaum Worte für ihren Erfolg, der beim vierfachen Weltmeister Italien für Endzeitstimmung sorgte. „Es gab viele Tränen“, sagte Stürmer Marcus Berg. „Ich habe schon als Kind den Traum gehabt, bei so etwas dabei zu sein.“ Kapitän Andreas Granqvist verspürte „unglaublichen Stolz“: „Viele hatten uns schon abgeschrieben, aber jetzt werden uns alle sehr ernst nehmen.“ Für Nationaltrainer Janne Andersson gab es an diesem Abend in Mailand „viele Helden“.

Ibrahimovic provoziert

Der nach der EM 2016 zurückgetretene Ibrahimovic gratulierte ebenfalls - allerdings in einer für viele Beobachter provokanten Weise. „We are Zweden“, richtete der 36-Jährige via Instagram aus. Vor allem am Buchstaben „Z“ - für Zlatan - anstelle des „S“ stießen sich die Kritiker. Auch dass Mino Raiola ein mögliches Comeback seines Schützlings mit einem SMS an die Boulevardzeitung „Expressen“ in den Raum stellte, störte die Jubelstimmung im schwedischen Team.

We are Zweden @swemnt

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„Das ist doch unglaublich! Dieser Spieler hat vor eineinhalb Jahren aufgehört, für Schweden zu spielen, und wir reden hier immer noch über ihn“, ärgerte sich Teamchef Andersson, nachdem er von Journalisten auf die Causa angesprochen wurde. „Wir müssen endlich anfangen, über die großartigen Spieler zu reden, die wir in dieser Mannschaft haben“, sagte Andersson. Ibrahimovic sei „ein großer Champion“, aber die Art, Fußball zu spielen, habe sich nach dem Abschied des Exzentrikers grundlegend verändert.

Auch die schwedischen Zeitungen warfen Ibrahimovic vor, dem Team bewusst das Rampenlicht stehlen zu wollen. Schon bei seinem Abschied von „Blagult“ - den „Blau-Gelben“ - schrieb er provokant: „Ich komme aus diesem Ort, den sie Ghetto Rosengard nennen, habe Schweden erobert und es zu meinem Land gemacht. Auf meine Weise. Ich bin Schweden.“ Aktuell hängt Ibrahimovic in der Warteschleife eines möglichen Comebacks bei Manchester United. Nach einem Kreuzbandriss hat der 36-Jährige seit April kein Spiel mehr bestritten.

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