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Schock und Trauer in der Skiwelt

Schock und Trauer herrschen in der Skiwelt nach dem tödlichen Sturz des französischen Speed-Spezialisten David Poisson am Montag in Nakiska in Kanada. Der 35-Jährige war während einer Trainingssession im Skigebiet der Olympischen Winterspiele 1988 von Calgary zu Tode gekommen.

Wie der französische Skiverband (FFS) am Tag nach dem Unglück mitteilte, durchschlug Poisson Sicherheitsnetze neben der Piste und prallte gegen einen Baum. Nach ersten Erkenntnissen hatte der WM-Dritte von Schladming 2013 bei hohem Tempo einen Ski verloren und war daher zu Fall gekommen, hieß es in dem Bericht am Dienstag.

„Als wir eintrafen, stellten wir fest, dass er an der Unfallstelle gestorben war“, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte in Calgary laut Nachrichtenagentur AP.

B-Fangnetze durchschlagen

Gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick“ gab ein Augenzeuge an, dass Poisson kurz vor dem Ziel mit einer Geschwindigkeit von rund 100 km/h ausgerutscht und durch zwei B-Fangnetze in den Wald gestürzt und gegen einen Baum geprallt sei.

Skigebiet Nakiska, 1988

APA/AFP/John Gibson

1988 fanden in Nakiska die Alpinrennen der Olympischen Spiele in Calgary statt

Schweizer Abfahrer als Augenzeugen

Das Abfahrtsteam des Schweizer Verbandes Swiss Ski mit Beat Feuz, Patrick Küng, Mauro Caviezel, Marc Gisin und Gilles Roulin trainierte zum Zeitpunkt des Unfalls auf derselben Piste wie die französische Equipe. Laut einer Swiss-Ski-Aussendung hätten die Athleten den Unfall und die Bergung Poissons aus nächster Nähe mitverfolgt.

Die Konzentration gelte nun vorerst der gemeinsamen Verarbeitung der Geschehnisse. Im Zuge dessen werde entschieden, wie, wann und wo die Saisonvorbereitung fortgesetzt werde. Die Verarbeitung stehe nun im Vordergrund, nähere Auskünfte an Medien gebe es keine.

Auch ÖSV-Rennfahrer in Nakiska

Auch eine Gruppe österreichischer Athleten hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Nakiska auf. Florian Raich bereitet sich mit der von ihm gecoachten ÖSV-Trainingsgruppe Speed 3 auf die Rennen im Olympiawinter vor, dessen Weltcup-Auftakt in Abfahrt und Super-G Ende nächster Woche in Lake Louise und damit ebenfalls in Kanada stattfinden wird. Der Gruppe gehört das Athletensextett Stefan Babinsky, Daniel Danklmaier, Niklas Köck, Christoph Krenn, Maximilian Lahnsteiner und Clemens Nocker an.

Laut ÖSV-Pressesprecher Markus Aichner waren die Österreicher für die Trainingseinheit unmittelbar nach der so tragisch verlaufenen eingeplant gewesen. Ihr Aufenthalt im Skiressort ist bis Montag angesetzt.

Weltweite Beileidsbekundungen

Der Internationale Skiverband (FIS) kondolierte den Teamkollegen, Freunden, nächsten Bekannten und Verwandten Poissons „auf das Aufrichtigste“. Seit seinem Debüt 2004 sei er ein respektierter und kompletter Weltcup-Athlet gewesen. Auch der ÖSV reagierte bestürzt: „Das österreichische Skiteam ist zutiefst erschüttert. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei der Familie und der französischen Equipe.“

Das Ableben des WM-Dritten in der Abfahrt 2013 in Schladming und Olympiasiebenten von Vancouver 2010 hat unter den Aktiven zahlreiche Beileidsbekundungen hervorgerufen. „David R.I.P. Gedanken und Liebe an seine Familie. So traurig“, meldete sich die Salzburgerin Anna Veith zu Wort. „Das ist verheerend“, twitterte US-Skistar Lindsey Vonn. „R.I.P. David... Dein Lächeln wird vermisst“, schrieb die Schweizerin Lara Gut.

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