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St. Pölten geht in Nachspielzeit k. o.

Admira Wacker Mödling ist am Samstag in der 18. Runde der tipico-Bundesliga in buchstäblich letzter Sekunde die Rehabilitation für die 1:6-Schlappe zuletzt bei Sturm Graz gelungen. Stefan Zwierschitz sorgte vor 1.600 Zuschauern in der BSFZ-Arena in der zweiten Minute der Nachspielzeit für den knappen 1:0 (0:0)-Sieg im Derby gegen SKN St. Pölten.

Mit dem Erfolg verkürzte die weiter auf Platz vier liegende Admira den Rückstand auf den Tabellendritten Rapid auf zwei Punkte. St. Pölten fehlen dagegen nun acht Punkte auf Platz neun, da der WAC zuvor im Heimspiel gegen Rapid ein torloses Remis erreicht hatte. Dabei war der zweite Saisonauswärtspunkt des Tabellenletzten nach dem 1:1 in Mattersburg zum Greifen nah. Vor allem nach der Pause hatten die Gäste mehrere gute Chancen. So scheiterte etwa Michael Entrup in der 93. Minute an der Stange.

Admira - St. Pölten 1:0

BSFZ-Arena, SR Schörgenhofer, Tor: Zwierschitz (92.)

Die seit dem Trainerwechsel zu Ernst Baumeister in Heimspielen ungeschlagene Admira, die zuletzt am Dienstag in ein 1:6-Debakel bei Sturm Graz geschlittert war, dominierte die Partie in der ersten Hälfte klar, hatte aber Pech im Abschluss. So landete ein Zwierschitz-Kopfball nach Corner von Christoph Knasmüllner an der Außenstange (6.), und ein Kopfball von Dominik Starkl nach Flanke von Thomas Ebner klatschte gegen die Latte (21.). Zwierschitz sorgte mit einem Schuss ins Außennetz noch ein weiteres Mal für Gefahr (36.) in Hälfte eins.

St. Pölten wacht spät auf

Die Gäste erwachten erst nach der Pause, als Dominik Hofbauer Admira-Goalie Andreas Leitner erstmals an diesem Abend prüfte (46.). Drei Minuten später hatte erneut der SKN-Kapitän die Führung auf dem Fuß, doch sein Halbvolley wurde von Markus Wostry per Kopf geklärt. Und in der 68. Minute scheiterte Michael Huber nach einem Freistoß von Michael Ambichl per Kopf an Leitner (68.).

Danach schwächte sich die Elf von Oliver Lederer selbst, da Ahmet Muhamedbegovic wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah. Aber auch in Unterzahl blieb St. Pölten gefährlich: Nach einer Maßflanke von Daniel Schütz prüfte Stürmer Entrup mit einem sehenswerten Volleyschuss aus spitzem Winkel Leitner, der mit einer Glanzparade das 0:1 verhinderte (80.).

Eckball bringt Entscheidung

Erst im Finish übernahm die Admira wieder das Kommando und haderte zunächst mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Robert Schörgenhofer, der unter anderem ein Wostry-Tor nach einem Eckball wegen Foulspiels nicht gegeben hatte (88.). Bei einer Kopfballchance von Patrick Schmidt rettete dann Tormann Christoph Riegler gerade noch (91.).

Stephan Zwierschitz (Admira)

APA/Herbert Neubauer

Zwierschitz (Mi.) sicherte der Admira im letzten Abdruck drei Punkte

Eine Minute später war der SKN-Goalie aber chancenlos. Ein von Wostry per Kopf verlängerter Knasmüllner-Eckball landete genau bei Zwierschitz, der kein Problem hatte, aus kurzer Distanz sein erstes Saisontor zu erzielen. Gleich nach Wiederanpfiff hätte es dann beinahe 1:1 geheißen, doch Entrup scheiterte nach Schütz-Flanke und Huber-Verlängerung aus kurzer Distanz am Aluminium.

Stimmen zum Spiel:

Ernst Baumeister (Admira-Trainer): „Wenn man so spät das Tor macht, ist natürlich immer Glück dabei. Allerdings haben wir aufgrund der ersten Spielhälfte, in der wir mehrere große Chancen hatten, verdient gewonnen. Ich habe auch beim Tor von Wostry kein Foul gesehen. Und als Stec im Strafraum mit der Hand auf den Ball gefallen ist, hätte es auch Elfer geben können. In der ersten Hälfte waren die Vorteile eindeutig bei uns, nach der Pause war es eine offene Partie, da ist es hin und her gegangen. Zufrieden bin ich auch mit der Reaktion, die die Mannschaft nach dem 1:6 in Graz gezeigt hat.“

Stephan Zwierschitz (Admira-Torschütze): „Ein unglaubliches Spiel. In der ersten Hälfte hatten wir einige sehr gute Chancen und St. Pölten keine. Dann sind sie besser ins Spiel gekommen, hatten auch zwei Hundertprozentige. Aber wir hatten auch unsere Chancen. Bei der Situation vor meinem Tor war ich nur heilfroh, dass er diesmal drinnen war und nicht wie in der ersten Hälfte an der Stange. Ich finde, wir haben den Sieg im Finish erzwungen. Ich glaube, dass er trotz der Ausgleichschance für St. Pölten verdient war.“

Oliver Lederer (St.-Pölten-Trainer): „Wir sind extrem enttäuscht, dass wir so spät das Tor bekommen haben und dann auch noch die Ausgleichschance vergeben haben. Das ist doppelt bitter für uns. Das Spiel hätte in beide Richtungen ausgehen können, aber aufgrund der ersten Hälfte war der Sieg für die Admira nicht unverdient. Jetzt müssen wir uns wieder neu aufrichten und neu aufstellen, damit wir in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause noch was holen können.“

Tipico-Bundesliga, 18. Runde

Samstag:

Admira - St. Pölten 1:0 (0:0)

Maria Enzersdorf, BSFZ-Arena, 1.600, SR Schörgenhofer

Tor: 1:0 Zwierschitz (90.+2)

Admira: Leitner - Zwierschitz, Wostry, Strauss, Ebner - Lackner, Maier (83./Schmidt) - Sax (27./Jakolis), Knasmüllner (94./Posch), Starkl - Grozurek

St. Pölten: Riegler - Stec, Huber, Muhamedbegovic, Ingolitsch - Rasner - Bajrami, Ambichl (73./Diallo), Hofbauer, Schütz - Entrup

Gelb-Rote Karte: Muhamedbegovic (77./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Ebner, Jakolis, Maier, Wostry bzw. Ingolitsch, Ambichl

Die Besten: Zwierschitz, Lackner, Leitner bzw. Rasner, Hofbauer

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