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Violette Mutmacher vor Showdown

2004 in Portugal ist Otto Rehagel als Trainer von Europameister Griechenland in den Fußball-Olymp aufgestiegen. Wie ein Halbgott wird der Deutsche seither von den Griechen unter dem ehrfürchtig kreierten Spitznamen „Rehakles“ verehrt. Wenn AEK Athen am Donnerstag (19.00 Uhr) in Wien bei der Austria gastiert, wird sich Rehagels Landsmann Thorsten Fink des erfolgreichen Mottos des mittlerweile pensionierten Trainergurus bedienen.

„Kontrollierte Offensive“, kündigte der Austria-Coach für das Europa-League-Entscheidungsspiel um den Einzug ins Sechzehntelfinale an. „Wie Rehakles, den kennt man ja in Griechenland“, diktierte Fink den mitgereisten griechischen Journalisten mit einem Lächeln. Der sportlichen Misere der letzten Wochen und Monate zum Trotz versprühte er vor dem abschließenden Spieltag in Gruppe D viel Zuversicht. Sogar die Tatsache, dass die Austria gewinnen muss und AEK für Platz zwei hinter Milan schon ein Remis reicht, interpretierte Fink positiv.

Austria kämpft um Europa-League-Aufstieg

Mit einem Sieg über AEK Athen will sich die Wiener Austria am Donnerstagabend für das Achtelfinale der Europa League qualifizieren.

„Wir können viel gewinnen“

„Es ist schwierig, auf ein Remis zu spielen. Für mich ist unsere die bessere Ausgangsposition, für die Mannschaft auch einfacher“, meinte Fink. Sieben Europa-League-Partien in Serie ist die Austria im Ernst-Happel-Stadion schon ohne Sieg. Auch in der Bundesliga konnten die jüngsten vier Heimpartien nicht gewonnen werden. Ein Sieg aus fünf Europa-League-Gruppenspielen heuer ist auch nicht gerade berauschend. Und dennoch freut sich Fink auf den Showdown: "Wir können viel gewinnen, AEK kann viel verlieren.

Zwei Tatsachen machen den im Herbst zerzausten „Veilchen“ besonders viel Mut, wie Kapitän Raphael Holzhauser betonte. Zum einen der Last-Minute-Ausgleich zum 1:1 gegen Ligatabellenführer Salzburg am Sonntag. Zum anderen die für Donnerstag zu erwartende Zuschauerzahl von etwa 25.000. „Es wird Zeit für einen Heimsieg“, sagte daher Spielgestalter Holzhauser. „Es gibt dafür keine bessere Möglichkeit.“ Von der Kulisse erwartet er sich „das Quäntchen Extramotivation, um noch einmal alles rauszuholen“.

AEK kommt als griechischer Tabellenführer

Holzhausers und Finks Optimismus in Ehren, aber leicht wird das nicht: Neun Pflichtspiele blieb AEK zuletzt ungeschlagen. In der griechischen Super League ist die Mannschaft von Trainer Manolo Jimenez Tabellenführer vor Titelverteidiger Olympiakos Piräus. Gegen Milan errang man im bisherigen Gruppenverlauf zweimal ein 0:0, während die Austria in zwei Duellen mit den „Rossoneri“ zweimal mit 1:5 unterging. Und beim 2:2 im Hinspiel in Athen brauchte es eine Ausnahmeleistung von Austria-Goalie Patrick Pentz, wobei AEK den Ausgleich erst in der 90. Minute gelang.

EL-Gruppe D, sechster Spieltag

Donnerstag, 19.00 Uhr:

Austria - AEK Athen

Wien, Ernst-Happel-Stadion, SR Pawson (ENG)

Mögliche Aufstellungen:

Austria: Pentz - Gluhakovic, Kadiri, Serbest, Salamon - Alhassan, Holzhauser - De Paula, Prokop, Pires - Friesenbichler

AEK Athen: Tsintotas - Vranjes, Tschyhrynskyj, Bakakis - Galo, Kone, Galanopoulos, Lopes - Livaja - Christodoulopoulos, Araujo

Obwohl Fink versicherte, nicht blind nach vorne stürmen zu lassen, wird er es nicht so defensiv anlegen wie in der Meisterschaft gegen Salzburg. Holzhauser wird daher wesentlich offensiver agieren statt im Zentrum einer Fünferabwehrkette. Im Sturmzentrum wird wohl Kevin Friesenbichler beginnen. Den wieder genesenen Lucas Venuto kann sich Fink als „Joker“ vorstellen, „um in den letzten 20 Minuten noch mal für Wirbel zu sorgen“. Im Idealfall will man aber natürlich schon früher auf die Siegerstraße gelangen.

Aus dem bitteren Ende vor einem Jahr, als man im Gruppenfinish die Chance auf das Sechzehntelfinale hatte, in Pilsen aber nach einer 2:0-Führung mit 2:3 verlor, habe man gelernt, betonte Holzhauser. Neben ihm stehen aus der damaligen Startelf jedoch nur noch Tarkan Serbest, Dominik Prokop und Felipe Pires in der ersten Formation. Sollte man den Einzug in die K.-o.-Phase schaffen, wäre es für die Austria das erste Überwintern im Europacup seit 2004/05, damals im UEFA-Cup. UEFA-Prämien und Zuschauereinnahmen im Falle des Aufstiegs hochgerechnet, geht es um 1,5 Millionen Euro.

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