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3:0 nach 18 Minuten

Spannend ist es am Mittwoch an der legendären Anfield Road in Liverpool nicht gewesen, unterhaltsam allemal. Mit einem furiosen Sturmlauf und sehenswerten Toren zum 7:0-Kantersieg gegen Spartak Moskau zog der FC Liverpool erstmals seit neun Jahren in das Achtelfinale der UEFA Champions League ein. Damit stehen alle fünf englischen Vertreter in der Königsklasse in der K.-o.-Phase. Das gelang bisher noch keinem Land.

Die Manchester-Clubs City und United, Chelsea und Tottenham hatten ihren Platz im Achtelfinale schon fixiert. Die „Reds“ brauchten gegen die chancenlose Spartak-Mannschaft dann 18 Minuten, um alles klarzumachen. 3:0 führte die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp zu diesem Zeitpunkt schon. Philippe Coutinho war mit drei Toren (4./Elfmeter, 15. und 50. Minute) der Mann des Abends. Roberto Firmino (18.), Sadio Mane (47., 76.) und Mohamed Salah (86.) trafen ebenfalls für den entfesselten FC Liverpool, der als ungeschlagener Sieger der Gruppe E vor Sevilla aufstieg.

Liverpool-Jubel

APA/AP/Rui Vieira

Ein perfekter Abend für den FC Liverpool an der Anfield Road

„Reds“ verlieren keine Zeit

54.000 Fans hatten noch die vor dem Anpfiff traditionell inbrünstig vorgetragene Liverpool-Hymne „You’ll never walk alone“ im Ohr, als es in der vierten Minute schon erstmals im Tor der Gäste einschlug. Bei einer hohen Flanke von Coutinho in den Strafraum wurde Mohamed Salah ebendort von Georgi Dschikija im Fallen mit zu Boden gerissen. Den vom polnischen Referee Szymon Marciniak verhängten Elfmeter verwandelte Coutinho eiskalt zum 1:0. Der Traumstart der favorisierten Hausherren war perfekt.

Heimvorteil, Führung und dazu wesentlich mehr Offensivqualität: Alles sprach nun für Liverpool. Und es sollte nicht lange dauern, ehe der Ball erneut im Netz der Russen zappelte. Es war eine blitzschnell und passtechnisch traumwandlerisch sichere Kombination der vier Offensivstars, die Liverpool in der 15. Minute in den Sechzehner brachte. Sadio Mane, Salah, Roberto Firmino und Coutinho lauteten die hochkarätigen Stationen. Letzterer fixierte mit einem trockenen Flachschuss gegen die Laufrichtung von Keeper Alexander Selikow das 2:0 und damit seinen frenetisch bejubelten Doppelpack.

Coutinho trifft zum zweiten Mal (15.)

Liverpool stellt die Weichen früh auf Sieg. Coutinho hält schon nach einer Viertelstunde bei zwei Toren.

Nur drei Minuten später (18.) war das Match dann endgültig entschieden. Nach Vorarbeit von Ex-Salzburg-Spieler Mane machte es der Brasilianer Firmino seinem Landsmann Coutinho nach. Er traf mit einem sehenswerten Außenrist-„Dropkick“ zum 3:0. Die Spartak-Spieler schauten einander fassungslos an. Für Liverpool begann ein mindestens 72 Minuten langes Schaulaufen. Obwohl sie einen Gang zurückschalteten, hatten die Gastgeber alles im Griff. Bis zur Pause hatten Salah und Mane sogar noch gute Chancen auf weitere Treffer.

Traumhaftes Volleytor von Mane

Einziger Wermutstropfen aus Sicht Liverpools nach einer furiosen ersten Spielhälfte: Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste Alberto Moreno verletzt ausgewechselt werden. Für den in Tränen aufgelösten Spanier kam James Milner. Und der sollte nicht einmal zwei Minuten nach dem Wiederbeginn die perfekte Vorlage für das schönste Tor des Abends liefern. Aus vollem Lauf flankte der linke Flügelspieler in den Strafraum, wo Mane mit einem spektakulären Seitfallzieher und grandioser Schusstechnik zum 4:0 (47.) in die rechte obere Ecke traf.

Mane trifft artistisch zum 4:0 (48.)

Gleich nach Beginn der zweiten Hälfte erhöht Mane mit einem herrlichen Volley auf 4:0. Es war das schönste von sieben sehenswerten Toren.

Der chancenlose Spartak-Schlussmann Selikow konnte einem langsam leidtun, nur sollte es für ihn in der Folge noch schlimmer kommen. Abermals nach Vorarbeit von Milner zog Coutinho in den Sechzehner und bezwang Selikow mit einem noch abgefälschten Schuss in die kurze Ecke zum 5:0 (50.). Längst ging es für die regelrecht schwindlig gespielten Spartak-Spieler nur noch um Schadensbegrenzung, was natürlich relativ zu sehen war. Der entfesselte Salah hätte jedenfalls in der Folge noch mindestens einen weiteren Treffer verbuchen können.

Sturmlauf bis zum Ende

Fast machten sich die Liverpool-Fans schon Sorgen, weil es bis zum nächsten Tor ihres Teams nun bis zur 76. Minute dauerte. Dann war es wieder Mane, der seine herausragende Leistung mit seinem zweiten Treffer der Partie krönte. Der kurz davor eingewechselte Daniel Sturridge hatte den Assist beigesteuert. Beide Trainer hatten auch schon das gesamte Wechselkontingent erschöpft.

Elfmeteralarm gab es auch noch einmal, als Sturridge am Fünfer von Goalie Selikow leicht berührt wurde und zu Boden ging. Einen zweiten Elfer wollte der Referee den Russen dann aber doch nicht antun. Salah war da schon weniger gnädig. Auch der Ägypter hatte sich ein Tor aufgrund seines großartigen Auftritts mehr als redlich verdient. In der 86. Minute sollte es schließlich auch für ihn klappen. Das 7:0 war der Schlusspunkt einer einseitigen, aber aus Sicht der „Reds“ in jedem Fall denkwürdigen Champions-League-Partie. Das Achtelfinale wird am Montag (12.00 Uhr) in Nyon ausgelost.

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