Themenüberblick

Mit klarem Vorsprung zum Titel

Die Tirolerin Vanessa Herzog hat ihren Aufstieg in die Weltspitze des Eisschnelllaufs am Freitag mit ihrem ersten großen Titel in der allgemeinen Klasse eindrucksvoll bestätigt. Die 22-Jährige gewann im russischen Kolomna in 37,69 Sekunden EM-Gold über 500 m.

Es ist die erste EM-Medaille für Österreichs Eisschnelllauf seit 24 Jahren, als Emese Hunyady in Hamar 1994 Vierkampf-Bronze gewonnen hat. Die Olympiasiegerin von 1994 hatte auch 1993 in Heerenveen ebenfalls im Vierkampf einen EM-Titel geholt.

Während die gebürtige Ungarin 1993 eine 58-jährige österreichische EM-Titelflaute beendet hatte, fehlten nun bei Herzog 19 Tage auf ein Vierteljahrhundert. Erstmals werden in Kolomna Einzelstrecken-EM-Titel vergeben, in insgesamt 14 Bewerben. Bisher hatte es nur Mehrkampf-Europameisterschaften gegeben.

Wenn ein Traum in Erfüllung geht

„Da ist ein richtiger Traum in Erfüllung gegangen“, freute sich Herzog über ihren Triumph. „Ich bin super in das Rennen gestartet, und die Schlussrunde war richtig schnell, auch wenn ich noch zwei kleinere Fehler drinnen hatte.“ Dabei hatte die Innsbruckerin zunächst einen Fehlstart fabriziert, kam im Duell mit der Russin Angelina Golikowa dann aber sehr gut weg und verlor auf der Innenbahn nur eine Zehntelsekunde auf ihre Konkurrentin.

Jubel von Vanessa Herzog

APA/AP/Pavel Golovkin

Für Herzog war es der bisher mit Abstand größte Erfolg

„Ich habe sie im Weltcup schon viermal geschlagen, da wollte ich heute auf keinen Fall verlieren“, erklärte Herzog. Auf der Gegengeraden saugte sie sich an ihre Gegnerin heran und distanzierte sie in der Schlussrunde um vier Zehntelsekunden. Golikowa wurde schließlich in 38,04 Sekunden Zweite, Bronze ging unter 20 Konkurrentinnen in 38,18 an die Tschechin Karolina Erbanova. Bei den Herren gewann Ronald Mulder (NED/34,80) vor Mika Poutala (FIN) und Pawel Kulischnikow (RUS/je 34,85).

Es ist der insgesamt fünfte EM-Titel im Eisschnelllauf für Österreich bzw. die 15. Medaille. Herzog ist mit 22 Jahren und 185 Tagen die sechstjüngste Europameisterin in der Geschichte dieses Sports.

Links: