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Kein ÖSV-Podestplatz in Wengen

Vincent Kriechmayr hat am Freitag den ersten ÖSV-Sieg in einer Kombination seit sechs Jahren verpasst. Der Oberösterreicher, der nach der Abfahrt klar in Führung gelegen war, schied im Slalom nach wenigen Sekunden aus. Bester Österreicher wurde damit Matthias Mayer auf Platz acht. Der Sieg ging an den Franzosen Victor Muffat-Jeandet, der vom 27. auf den ersten Rang fuhr und am Ende 0,96 Sekunden vor dem Russen Pawel Trichitschew lag.

Herren-Kombination in Wengen

  • 1. Viktor Muffat-Jeandet (FRA)
  • 2. Pawel Trichitschew (RUS)
  • 3. Peter Fill (ITA)

Auf Rang drei landete der Italiener Peter Fill (1,15). Mit den 60 Weltcup-Punkten sicherte sich der 35-Jährige auch erstmals in seiner Karriere die kleine Kristallkugel in der Kombination. Nach zwei Bewerben hatte Fill 30 Punkte Vorsprung auf den Norweger Kjetil Jansrud, der in Wengen 0,01 Sekunden hinter dem Italiener auf Rang vier landete. Der Franzose Alexis Pinturault, der die Kombi in Bormio gewonnen hatte, verzichtete auf einen Start auf dem Lauberhorn.

Kriechmayrs Slalom „war zum Vergessen“

Während Technik-Spezialist Muffat-Jeandet die gute Startnummer und die Pistenverhältnisse perfekt für seinen ersten Weltcup-Sieg nutzte, waren die Abfahrer im schwierigen Slalom auf dem Lauberhorn chancenlos. Der Reihe nach fielen sie hinter den Franzosen und den überraschend starken Russen zurück. Kriechmayr hatte nach der Abfahrt, in der er das Kernen-S mit Abstand am besten erwischte, 2,55 Sekunden Vorsprung auf Muffat-Jeandet.

Kein Podestplatz für Kriechmayer

Vincent Kriechmayr hat den ersten ÖSV-Sieg in einer Kombination seit sechs Jahren verpasst. Der Oberösterreicher, der nach der Abfahrt klar in Führung gelegen war, schied im Slalom nach wenigen Sekunden aus.

Die Hoffnung, Romed Baumann als letzten rot-weiß-roten Kombi-Sieger abzulösen, waren aber im Slalom schnell dahin. „Ich hoffe, dass ich am Samstag noch einmal so eine Abfahrt hinbekomme. Aber der Slalom war zum Vergessen. Ich war viel zu tief unten, das schaut einfach blöd aus. Nur runterzufahren, wäre zu wenig gewesen. Ich bin schon ein bisschen enttäuscht. Jetzt muss ich mich auf die Abfahrt konzentrieren. Auch wenn der Vorsprung groß war, kann man sich immer verbessern“, sagte Kriechmayr im ORF-Interview.

Vincent Kriechmayr (AUT)

Nach seiner starken Abfahrt und klaren Zwischenführung ist der schwierige Slalom für Vincent Kriechmayr leider nur von kurzer Dauer.

Mayer wieder bester ÖSV-Kombinierer

Während Hannes Reichelt, der in der Abfahrt 0,59 Sekunden hinter seinem ÖSV-Teamkollegen Rang zwei belegt hatte, auf einen Start im Slalom verzichtete, wurde Mayer wie schon im Bormio bester Österreicher. „Das Podest wäre drinnen gewesen, jetzt ist es Platz acht. Zwei Zehntel sind nicht viel, im Steilhang habe ich leider voll abgestochen. Aber es hat Spaß gemacht. Die Piste hat unheimlich nachgelassen“, sagte der Kärntner, der 0,22 Sekunden hinter Fill lag.

Seine engerer Landsmann Marco Schwarz zeigte unterdessen seine technischen Qualitäten. Nach der Abfahrt nur auf dem 40. Rang verbesserte sich der 22-Jährige mit der viertbesten Zeit im Slalom noch auf den zwölften Platz (2,21). Baumann haderte dagegen mit seiner Vorstellung in der Entscheidung, in der schließlich Rang 15 belegte. „Ich habe viele Fehler gemacht. Ich muss froh sein, dass ich überhaupt ins Ziel gekommen bin“, sagte der Tiroler.

Fill hat riskiert und Kristall gewonnen

Freudestrahlend im Ziel stand Fill, der in den letzten beiden Jahren den Abfahrtsweltcup gewinnen konnte. „Ich kann es fast nicht glauben. Sicher waren es nur zwei Rennen, aber auch die muss man gut machen. Natürlich hatte ich bisschen Glück, weil ich eine Hundertstel vor Jansrud war. Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist. Ich habe riskiert und gut gekämpft“, sagte der Südtiroler.

Peter Fill (ITA)

Peter Fill sichert sich im Slalom mit einem dritten Platz die kleine Kristallkugel für die Kombination.

Dass er von der Abwesenheit von Pinturault profitierte, wollte Fill so nicht stehen lassen. „Im Slalom muss man auch erst ins Ziel kommen. Es waren ziemlich schwierige Bedingungen durch die Löcher“, sagte der Italiener, der Kombi-Kristall nicht auf eine Stufe mit seinen Abfahrtserfolgen stellen wollte. „Aber sie schaut gleich schön aus. Wenn ich älter bin, muss ich meinen Kindern ja nicht sagen, dass ich die in der Kombi mit zwei Rennen (Mindestanzahl für eine kleine Kristallkugel, Anm.) gewonnen habe“, sagte Fill.

Während der Russe Trichitschew nach Rang 16 beim RTL in Adelboden nun in Wengen sein mit Abstand bestes Weltcup-Ergebnis feiern durfte, stand Muffat-Jeandet erstmals ganz oben auf dem Podest. „Es ist verrückt. In Wengen habe ich vor drei Jahren auch mein erstes Podest geholt. Wenn man ein Slalom-Fahrer ist, muss man extrem lange warten. Es ist schade, dass Vincent (Kriechmayr, Anm.) den Slalom nicht zu Ende fahren konnte. Nun ist es mein Sieg, und ich bin glücklich“, sagte der 28-jährige Franzose.

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