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Tournee-Debakel abgehakt

Stefan Kraft und Michael Hayböck in der Qualifikation und Manuel Poppinger im Training haben vor dem Weltcup-Wochenende im Skifliegen auf dem Kulm in Bad Mitterndorf aus österreichischer Sicht den besten Eindruck hinterlassen. Das ÖSV-Duo Kraft und Hayböck landete am Freitag in der Ausscheidung mit 216 bzw. 215 Metern auf den Rängen vier bzw. sechs.

Qualisieger wurde der Norweger Daniel-Andre Tande (216,5 m). Von den sieben Österreichern sind fünf am Samstag (14.15 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) mit von der Partie. Clemens Aigner (208,5) war als 13. drittbester Österreicher. Poppinger (20./203,5) und Gregor Schlierenzauer (35./186,5) qualifizierten sich ebenfalls für das 40 Springer umfassende Starterfeld. Am Sonntag steht zur gleichen Zeit dann noch ein zweiter Einzelbewerb auf dem Programm.

Grafik zur Kulm-Schanze

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Bei jedem Sprung „ein bisserl besser“

Der aktuelle Weltcup-Sechste Kraft, der mit drei dritten Plätzen für die bisher einzigen ÖSV-Einzel-Podestplätze im Olympiawinter gesorgt hat, steigerte sich im Vergleich zum Training noch einmal um vier Meter. „Es ist jetzt bei jedem Sprung immer noch ein bisserl besser und selbstverständlicher geworden. Skifliegen taugt mir einfach“, sagte Kraft, der vom Schanzentisch sogar noch Reserven sieht. „Aber der Flug hat sich jetzt schon sehr cool angefühlt.“

Skispringer in Kulm

GEPA/Hans Oberlaender

Kraft und Co. wollen auch am Samstag und Sonntag mit der Spitze mithalten

Die Chance, nach der erstmals seit 2005/06 ohne ÖSV-Podestplatz zu Ende gegangenen Vierschanzentournee auf das Stockerl zurückzukehren, ist jedenfalls da. Zudem hat es in bisher 25 Weltcup-Bewerben auf dem Kulm nur zweimal keinen Österreicher in den Top Drei gegeben. Kraft trägt ja gerne seine Haube mit seiner Unterschrift und jener Zahl, die nicht nur ihn im vergangenen März begeistert hat: 253,5 m - der Weltrekord von Vikersund. „Bis Vikersund kann ich sie einmal sicher aufsetzen, bis dahin ist es nicht möglich“, sagte Kraft, der sich seiner Bestmarke vorerst sicher ist.

Auftakt für Kulm-Wochenende

Mit der Qualifikation auf dem Kulm hat am Freitag das Skiflug-Wochenende in Bad Mitterndorf offiziell begonnen. Auf Österreichs größter Flugschanze stehen am Samstag und Sonntag zwei Bewerbe auf dem Programm.

Hayböck freut sich über Aufwärtstendenz

Auch sein Zimmerkollege Hayböck, der schon bei der Tournee eine Aufwärtstendenz gezeigt hat, verließ die Anlage frohen Mutes. „Ich war in den letzten Tagen nicht hundertprozentig fit: Mir ist alles ein bisserl zu schnell gegangen, aber die Quali war jetzt ein super Schritt. Ich habe das Fliegen schon viel mehr genießen können, weil im Training bin ich noch ein bisserl in der Luft verhungert“, konstatierte der Oberösterreicher.

Michael Hayboeck

GEPA/Hans Oberlaender

Für Hayböck läuft es nach einem Zwischentief seit der Tournee immer besser

Poppinger landete in der Qualifikation zwar „nur“ auf Platz 20 (203,5 m), hatte zuvor im Training aber mit 214 und 218 m (5. bzw. 4.) aufgezeigt. Zweimal Trainingsbester war der Slowene Domen Prevc mit 233 und 226 m, der in der Quali mit 203,5 m dann aber nur 15. wurde. Vierschanzentournee- und „Grand Slam“-Sieger Kamil Stoch kam mit der Umstellung nach den Strapazen noch nicht zurecht, er wurde nur 16. (202 m).

Schlierenzauer nach vier Jahren wieder da

Schlierenzauer sah sich nach einem 186,5-m-Flug „einen Schritt weiter. Auf der Skiflug-Schanze, wo mehr Druck ist, hat man dann auch wieder andere Eindrücke. Da wird es oft bestätigt, wo man hin muss, was fehlt. Es war von der Weite her noch nicht der Schritt nach vorne, aber es war von der Gefühlswelt ein guter Zwischenschritt. Ich bin nicht ganz unzufrieden.“

Der Weltcup-Rekordsieger ist erstmals seit vier Jahren wieder auf dem Kulm und daher erstmals auf dem modernisierten Bakken gestartet. „Es ist natürlich schon eine Zeit vergangen, und so wie die Schanze jetzt umgebaut worden ist, habe ich sie ja noch gar nicht gekannt. Es geht sehr gut, eine wunderschöne Schanze, sie ist top beieinander.“

Poppinger hofft, am Samstag und Sonntag ordentlich punkten zu können. „Jedes Mal, wenn ich zum Skifliegen komme, dann kommt meine Form wieder, weil ich einfach meinen Kopf ausschalte und es genieße. Es ist sicher noch Luft nach oben, aber man kann zufrieden sein.“ Auch Clemens Aigner durfte nach seiner persönlichen Bestweite von 208,5 m und Rang 13 zufrieden sein. Zuschauen müssen am Samstag Daniel Huber (174 m/42.) und Florian Altenburger (47./161,5).

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