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Brignone nicht zu bremsen

Federica Brignone hat am Samstag den Damen-Super-G in Bad Kleinkirchheim gewonnen. Die Italienerin kam in dem abwechslungsreichen Rennen bei schwierigen Bedingungen mit der anspruchsvollen Piste am besten zurecht und feierte ihren siebenten Sieg im Weltcup, den zweiten im Super-G. Mit 1:09,80 Minuten war Brignone um 0,18 Sekunden schneller als die Zweite Lara Gut (SUI).

Für den ÖSV holte Cornelia Hütter einen Podestplatz, ihren ersten im Super-G. Mit 0,46 Sekunden Rückstand fuhr die 25-jährige Steirerin auf Rang drei. Tamara Tippler wurde als Sechste (+ 1,10 Sek.) zweitbeste Österreicherin.

Cornelia Hütter (AUT)

Cornelia Hütter griff mit Startnummer 13 nach der Bestzeit. Im unteren Teil verlor die Steirerin aber Zeit auf Siegerin Brignone.

Viele Läuferinnen zeigten in Abwesenheit von Weltcup-Leaderin Mikaela Shiffrin gute Fahrten, doch das Rennen entschied sich auf den letzten 20 Fahrsekunden. „Ich habe die Strecke genau studiert. Es war ein sehr schwieriges Rennen, deshalb bin ich sehr stolz, dass ich gewonnen habe“, meinte Siegerin Brignone im ORF-Interview und freute sich, alle Asse geschlagen zu haben.

„Es war ein Rodeoritt, aber es hat Spaß gemacht“

So auch Lindsey Vonn, die wegen der ihrer Meinung nach nicht optimalen Streckenpräparierung einen Start lange offengelassen hatte. Sie fuhr mit Startnummer zwei zunächst einen gefühlvollen Lauf, führte zwischenzeitlich mit großem Vorsprung, brachte aber schließlich nur 0,06 Sekunden Vorsprung ins Ziel und wurde schließlich Neunte.

Die schlechte Fahrt im unteren Teil rächte sich dann auch. So löste Tina Weirather gleich Vonn an der Spitze ab. „Das Rennen war viel besser, als ich gedacht habe. Es war ein Rodeoritt, aber es hat Spaß gemacht“, meinte Vonn. „Am Donnerstag war der Schnee noch schlecht, aber bei der Besichtigung habe ich gewusst, ich werde starten.“

Super-G in Bad Kleinkirchheim

  • 1. Federica Brigone (ITA)
  • 2. Lara Gut (SUI)
  • 3. Cornelia Hütter (AUT)

„Runterlassen, ins finstere Loch“

Mit Nummer drei kam Nicole Schmidhofer, die im ORF-Interview vor dem Rennen noch die schlechten Lichtverhältnisse angesprochen hatte: „Man muss sich einfach runterlassen, in das finstere Loch.“ Die amtierende Weltmeisterin im Super-G kam dann auch nur rund 20 Fahrsekunden weit, ehe die 28-jährige Steirerin ein Tor verpasste.

Beinahe auch ein Tor verpasst hätte Christine Scheyer, die nach einer beherzten Fahrt mit viel Aufwand den Schlusshang bewältigte und nach Führung bei der letzten Zwischenzeit noch 0,25 Sekunden Rückstand auf Weirather aufriss. „Von der Piste her das Schwerste, was ich je gefahren bin. Unten klappert’s nur noch. Der Speed ist hoch, und man muss Kurven fahren können“, meinte die am Ende zehntplatzierte Vorarlbergerin.

Gut fährt gut, Brignone besser

Die Schweizerin Gut fegte dann mit Startnummer sieben über die Piste „Kärnten Franz Klammer“, touchierte kurz vor dem Ziel jedoch ein Tor und verlor dabei sogar einen Stock. Dennoch distanzierte die 26-jährige Schweizerin die bis dahin führende Weirather um 1,06 Sekunden. Doch lange durfte sich Gut nicht über Platz eins freuen.

Jubel von Frederica Brignone (ITA)

APA/AP/Giovanni Auletta

Brignone feierte nach dem RTL von Lienz ihren bereits zweiten Saisonsieg

Bereits mit Nummer neun machte Brignone alles noch eine Spur besser als die Schweizerin und stellte in dem abwechslungsreichen Rennen die nächste Bestzeit auf, die schließlich auch bis zum Schluss halten sollte.

Hütter wollte auch mal „g’scheit“ fahren

„Null Respekt, das braucht es auf dieser Strecke“, analysierte ORF-Expertin Alexandra Meissnitzer das Rennen. Hütter versuchte es in ihrem Lauf trotzdem mit einer Mischung aus Angriff und feiner Linie. Platz drei war die Folge. „Ich war schon am Start so nervös, weil ich die letzten Rennen vergeigt hatte. Deshalb wollte ich ein Ergebnis runterbringen. Ich wollte ein Mittelmaß finden und auch mal g’scheit fahren. Ein paar Mal ist es mir gelungen, ein paar Mal nicht. Man sieht aber nichts und musste sich sehr überwinden.“

Vor dem Start von Anna Veith wurde die Piste noch einmal intensiv präpariert. Doch die 28-jährige Salzburgerin verlor nach der rund zehnminütigen Rennunterbrechung bei ihrer Fahrt nach gutem Start kontinuierlich und wurde 15. (+2,04). „Es ist ein spezieller Hang, der schwieriger ausschaut, als er ist. Ich habe versucht, die Spannung zu halten. Aber das war schwer“, so Veith im ORF-Gespräch.

Tippler und Haaser zeigen auf

Die Bedingungen waren bei ihrer Fahrt auch nicht mehr optimal. Für das geplante Abfahrtstraining am Nachmittag, das später auf Sonntag 9.00 Uhr verlegt werden musste, war sie bereits skeptisch. „Es wird jetzt jedoch wärmer und dort, wo das Salz drinnen ist, geht die Piste wieder auf. Mal schauen, was die Piste noch zulässt.“

Für Tippler war die Piste noch gut genug. Mit viel Mut raste sie auf Platz sechs. „Ich bin so happy. Ich wusste, Angriff ist die beste Verteidigung, und das ist mir sehr gut gelungen.“ Auch Ricarda Haaser bewies Gespür für die Strecke und wurde Achte (+ 1,35). Die 26-jährige Steirerin Stephanie Venier (17./+2,24) kam mit den Bedingungen nicht zurecht, zeigte eine zu vorsichtige Fahrt. Ramona Siebenhofer (32./+3,66) verpasste die Punkteränge.

Miklos verletzt sich bei Sturz ins Ziel

Schlechte Sicht und die vor allem unten unruhige Piste verlangten den Damen alles ab, gleich 15 Ausfälle gab es. Dass sich die Ungarin Edit Miklos fast genau ein Jahr nach ihrem fatalen Zauchensee-Sturz erneut am Knie verletzte, hatte aber nur bedingt mit der Piste zu tun. Miklos stürzte ins Ziel und musste von dort abtransportiert werden.

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